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23.08.2017:
Marie Juchacz, Reichstagswahlkampf 1930

Bild im Anhang: Marie Juchacz (Reichstagswahlkampf 1930, Foto: AdsD/FES). Ein Teil ihrer historischen Rede nach Einführung des Frauenwahlrechts 1919 wird von den Marktrufern aufgegriffen.

„Meinungsfreiheit gestern und heute“

Zum Auftakt des Schwerpunktes „Meinungsfreiheit gestern und heute“ präsentiert die KulturRegion FrankfurtRheinMain in Kooperation mit der Stadt Aschaffenburg am Samstag, 2. September, von 11.30 bis 12 Uhr, auf dem Wochenmarkt Aschaffenburg, Schlossplatz, eine Theateraktion.

Inmitten von Gemüse, Kräutern, Blumen und Käse erteilen Schauspieler der BüchnerBühne Riedstadt der Freiheit das Wort. Sie rezitieren aus der Erklärung der Bürger- und Menschenrechte, aus Reden und Gedichten mutiger Protagonisten wie Luther und Danton, aus Marie Juchaczs Parlamentsansprache nach der Erlangung des Frauenwahlrechts 1919 bis hin zu Otto Wels‘ berühmter letzten freien Rede im Reichstag 1933. Immer geht es um das Recht auf freie Meinungsäußerung – ein Menschenrecht, das seit Jahrhunderten erstritten und erkämpft wurde, aber immer wieder verteidigt werden muss. Der Eintritt ist frei Drei weitere Veranstaltungen in Aschaffenburg widmen sich dem Schwerpunkt> Am Sonntag, 3. September, um 15 Uhr, veranstaltet das Führungsnetz Aschaffenburg eine Führung durch die Ausstellung „Luthers Brief nach Aschaffenburg“ im Stiftsmuseum, Stiftsplatz 1 a. Die Teilnahme kostet 4,50 Euro zzgl. Museumseintritt. Luthers Thesen gingen über Aschaffenburg nach Rom“ heißt ein Vortrag von Dr. Hans-Bernd Spies, Leiter des Stadt- und Stiftsarchivs, am Montag, 9. Oktober, um 20 Uhr im Schönborner Hof, Storchennest, Wermbachstraße 15.

Vom 23. Oktober bis 1. Dezember ist die Ausstellung „Die Reformation und ihre Schriften“ in der Hofbibliothek, Schloss Johannisburg, Schloßplatz 4, zu sehen.
 
Hintergrund

Meinungsfreiheit gehört zu den grundlegenden Prinzipien einer demokratischen Gesellschaft. Der Kampf um das Recht auf freie Meinungsäußerung hat wichtige historische Wurzeln in der Rhein-Main-Region. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Entwicklungen in Europa und der Welt ist die Geschichte dieser Errungenschaft relevanter denn je. Das Projekt „Geist der Freiheit“, das sich seit vielen Jahren der Geschichte von Demokratie und Freiheit in der Region widmet, stellt deshalb 2017/18 historische und aktuelle Aspekte der Meinungsfreiheit in den Mittelpunkt.

Kreise, Kommunen, Museen, Bibliotheken, Volkshochschulen, Kultur- und Geschichtsvereine laden zu rund 80 Veranstaltungen in der ganzen Region ein: Das inhaltliche Spektrum reicht von drucktechnischen Möglichkeiten, Mediengeschichten, bekannten ProtagonistInnen, Zensur, Propaganda, Verfolgung und Widerstand bis hin zur Debattenkultur im Netz und dem Umgang mit populistischen Tendenzen.

Mehr Infos unter www.krfrm.de