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Projekte

Die Bestände des Stadt- und Stiftsarchivs enthalten vielschichtige Informationen über besondere Ereignisse oder Jubiläen und ganz alltägliche Lebenssituationen. Um Vergangenes lebendig zu machen, werden zu besonderen Anlässen ausgewählte Quellen zusammengestellt  und präsentiert. Außerdem unterstützt das Archiv aktuelle Forschungsvorhaben und Schulprojekte.

Schlaglichter - Aschaffenburg im Ersten Weltkrieg
  • Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs werden seit August 2014 im Stadt- und Stiftsarchiv ausgewählte Dokumente und Objekte gezeigt, die die Auswirkungen auf das Leben der Bevölkerung Aschaffenburgs und den zunehmend von der Mangelwirtschaft geprägten Alltag deutlich machen.

    Monatliche Schlaglichter rücken die unterschiedlichen Aspekte in den Blickpunkt und stellen immer wieder den lokalen Bezug her, der sich beispielsweise in der Einrichtung der zahlreichen Lazarette oder anhand persönlicher Schicksale zeigt.

    Die Präsentation wechselt jeweils zum 1. Samstag im Monat und ist während der Öffnungszeiten des Stadt- und Stiftsarchivs im 1. Stock zugänglich.

    Fragen und Anregungen nehmen wir gerne entgegen, bitte wenden Sie sich an:

    Stadt- und Stiftsarchiv
    Stephanie Goethals
    Wermbachstr. 15
    63739 Aschaffenburg

    Telefon:
    +49 6021 45 61 05 12
    Telefax:
    +49 6021 2 95 40
    Email:
  • Motiv einer Postkarte: Luftkampf über den Vogesen, 1916

    Motiv einer Postkarte: Luftkampf über den Vogesen, 1916

    Schlaglicht Oktober 1917

    Fliegergefahr!

    Luftschiffe und Flugzeuge kamen als neuzeitliche Kampfmittel im Ersten Weltkrieg erstmals zum Einsatz und wurden einerseits zur Luftaufklärung verwendet, dienten andererseits aber auch zur strategischen Bombardierung feindlicher Städte. Die Deutsche Fliegertruppe verstärkte ihre Angriffe auf England ab 1916 mit dem Einsatz von Spreng- und Brandbomben und richtete dort großen Schaden an.

    Von Hugo Häusner, dem späteren Rechtsrat und Bürgermeister Aschaffenburgs, sind mehrere Briefe überliefert, in denen er seinen Einsatz als Flieger beschreibt. Auch Josef Bachmann war bei der Bayerischen Fliegerabteilung eingesetzt und er schrieb im Oktober 1917 an seine Schwester Margarete, die in Aschaffenburg lebte: „Schon 3 Wochen haben [wir] dauernd Regen und Sturm. Das Hochwasser der Maas hatte uns so bitter zugesetzt, daß wir unsre Flugzeuge aus dem Wasser ziehen mußten. Aber auf dem Berge, wo wie uns jetzt befinden, riß uns der Sturm mehrere Zelte nieder, u[nd] nur mit Mühe konnten wir unsere Flugzeuge retten. Jetzt geht für uns überhaupt eine schwere Zeit an, Kälte und Sturm sind zwei gefürchtete Dinge.

    1917 stieg die französische und britische Produktion von Flugzeugen sprunghaft an, so dass auch in Aschaffenburg – weit hinter der Westfront – die Gefahr von Fliegerangriffen zunahm. Über Frankfurt / Main warf im August ein feindlicher Flieger mehrere Bomben ab, dort gab es Tote und Schwerverletzte. Im September 1917 veröffentlichte das Stellvertretende Generalkommando Würzburg in der Aschaffenburger Zeitung eine Anordnung zur „Verdunkelung wegen Fliegergefahr“ und der Stadtmagistrat diskutierte in seiner Sitzung am 19. Oktober 1917 über Maßnahmen, wie man die Besucher des Theaters im Falle eines Angriffs sinnvoll schützen könne – möglicherweise infolge eines Bombenabwurfs auf die Bahnstrecke zwischen Goldbach und Aschaffenburgs zu Beginn des Monats.