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Projekte

Die Bestände des Stadt- und Stiftsarchivs enthalten vielschichtige Informationen über besondere Ereignisse oder Jubiläen und ganz alltägliche Lebenssituationen. Um Vergangenes lebendig zu machen, werden zu besonderen Anlässen ausgewählte Quellen zusammengestellt  und präsentiert. Außerdem unterstützt das Archiv aktuelle Forschungsvorhaben und Schulprojekte.

Schlaglichter - Aschaffenburg im Ersten Weltkrieg
  • Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs werden seit August 2014 im Stadt- und Stiftsarchiv ausgewählte Dokumente und Objekte gezeigt, die die Auswirkungen auf das Leben der Bevölkerung Aschaffenburgs und den zunehmend von der Mangelwirtschaft geprägten Alltag deutlich machen.

    Monatliche Schlaglichter rücken die unterschiedlichen Aspekte in den Blickpunkt und stellen immer wieder den lokalen Bezug her, der sich beispielsweise in der Einrichtung der zahlreichen Lazarette oder anhand persönlicher Schicksale zeigt.

    Die Präsentation wechselt jeweils zum 1. Samstag im Monat und ist während der Öffnungszeiten des Stadt- und Stiftsarchivs im 1. Stock zugänglich.

    Fragen und Anregungen nehmen wir gerne entgegen, bitte wenden Sie sich an:

    Stadt- und Stiftsarchiv
    Stephanie Goethals
    Wermbachstr. 15
    63739 Aschaffenburg

    Telefon:
    +49 6021 45 61 05 12
    Telefax:
    +49 6021 2 95 40
    Email:
  • Kohletransport und -verladung im Leiderer Hafen, um 1930 (SSAA, Fotosammlung)

    Kohletransport und -verladung im Leiderer Hafen, um 1930 (SSAA, Fotosammlung)

    Schlaglicht August 1917

    Kohlemangel, Gassperre und Einmachzucker

    Die Einschränkungen im täglichen Leben der Aschaffenburger Bevölkerung traten zu Beginn des vierten Kriegsjahrs immer stärker zu Tage und hatten lange Beratungen während der Sitzungen des Stadtmagistrats und seinen Ausschüssen zur Folge: Aufgrund des Kohlemangels konnten keine ausreichenden Mengen Gas erzeugt werden. Zahlreiche Haushalte waren zum Kochen jedoch auf die Gasversorgung angewiesen und gegen die im Juli beschlossene stundenweisen Gassperren gab es heftige Beschwerden. Stadtrat Oestreicher wies auf die schwierige Lage hin, nämlich dass auf der einen Seite das Einkochen propagiert werde, auf der anderen Seite aber die Kochgelegenheit eingeschränkt würde. Hinzu kam die Rationierung von Zucker, die schon seit 1915 bestand. In der örtlichen Presse wurde u.a. für Rezepte nach „neuzeitlichen Grundsätzen“ geworben, die beim Einmachen von Obst und Gemüse helfen sollten.

    Ein „militärischer Mitarbeiter“ der Aschaffenburger Zeitung beendete seinen Rückblick auf das dritte Kriegsjahr mit der Bemerkung: „Die Fabel von den amerikanischen Massen-Truppen-Transporten (…) dürfte nicht ernst zu nehmen sein. Die amerikanischen Söldnertruppen, die mühsam über den großen Teich hierher transportiert werden müssen, werden, so weit sie überhaupt hier ankommen, keinesfalls den Krieg entscheiden. Den Krieg werden einzig und allein die deutschen Waffen entscheiden, und die sind am Beginn des vierten Kriegsjahres noch eben so blank und scharf wie am 1. August 1914.“ Und zu diesen Waffen erklärte man im übertragenen Sinn auch Sparsamkeit und Selbstbeschränkung der Zivilbevölkerung.