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Archiv 2010

24.8.2010:

Ein aktueller Blick auf die Bevölkerung der Stadt Aschaffenburg

In der Stadt Aschaffenburg leben insgesamt 68.722 Einwohner (Stichtag 01. Januar 2010). Genau 25 weniger als am 01. Januar 2009. Cirka 15.700 Menschen (23 Prozent) haben einen Migrationshintergrund. Seit 1990 ist die Bevölkerungszahl um 7,2 Prozent angewachsen. Dieser Trend lässt sich auch in den Landkreisen Aschaffenburg und Miltenberg feststellen. Jährlich übersteigen die Zuzüge die Wegzüge. Dies liegt vor allem auch an der verkehrsgünstigen Lage der Stadt am Rande des Rhein-Main-Gebiets. Viele Aschaffenburger haben im Großraum Frankfurt am Main eine Beschäftigung gefunden, wohnen aber wegen des vergleichsweise günstigeren Baugrundes in Aschaffenburg. Es ist aber auch zu bemerken, dass aufgrund der Kostensteigerung beim Bauland Familien das Stadtgebiet verlassen. Cirka 200 haben seit 2003 einen neuen Wohnort gesucht.

Seit dem Jahr 2000 (67.028 Einwohner) ist nur noch ein Zuwachs von 2,5 Prozent (1.693 Personen), seit 2003 sogar nur noch von 0,1 Prozent zu verzeichnen. Diese Stagnation ist zum einen darin begründet, dass die Zuzüge nach Aschaffenburg in den letzten Jahren weniger geworden sind – der Wanderungssaldo kleiner wurde. Im Jahre 1995, in dem die Zuzüge am stärksten waren, zogen 6.136 neue Bürger in die Stadt - 5.725 wanderten ab. Letztes Jahr dagegen waren es nur 3.973 Zuzüge und 3.803 Wegzüge. Zum anderen ist ein Grund für die Stagnation in der immer größer werdenden Schere zwischen der Anzahl Neugeborenen und Gestorbenen zu sehen. In den 90er Jahren konnte die Differenz zwischen den Geburten- und Sterbefällen durch eine starke Zuwanderung von außen kompensiert werden. 1994 überstiegen die Geburten (783) sogar die Todesfälle (765). Dies ist seit Anfang des neuen Jahrhunderts nicht mehr der Fall. Seitdem liegt die Zahl der Todesfälle immer über der Zahl der Geburten, die zudem stetig geringer werden. Sie sind von 690 im Jahr 2000 auf 557 im Jahr 2009 gesunken. Besonders deutlich wird die unterschiedliche Trendentwicklung in den letzten drei Jahren. Im Jahr 2007 waren 789 Todesfälle und nur 584 Geburten zu verzeichnen. Im letzten Jahr standen den 557 Geburten 746 Sterbefälle gegenüber.

Vergleicht man die einzelnen Stadtteile von Aschaffenburg erkennt man, dass fast 35 Prozent aller Stadtbewohner in der Stadtmitte (23.621) wohnen. An zweiter Stelle folgt der Stadtteil Damm, in dem gut 13.000 Menschen leben. Schweinheim (10.918) gehört ebenfalls zu den Stadtteilen mit über 10.000 Menschen. Am wenigsten Bürger hat die Obernauer Kolonie mit 1.141 Einwohnern. Der größte Bevölkerungszuwachs ist in den letzten zwei Jahrzehnten aber in Nilkheim (+42 Prozent) und in Obernau (+23 Prozent) festzustellen. Die meisten Verluste haben Damm (-882 Personen), Leider (-401 Personen) und die Obernauer Kolonie (-151 Personen) zu verkraften.

Betrachtet man die Alterstruktur in den einzelnen Stadtteilen kann man ebenfalls deutliche Unterschiede feststellen. Hohe Anteile in der Bevölkerung hat die Gruppe der über 65-jährigen in den Stadtteilen Leider (26 Prozent), Strietwald (24 Prozent) und in der Österreicher Kolonie (23 Prozent). Insgesamt leben in Aschaffenburg 13.803 Menschen im Seniorenalter. Darunter auch sieben Bürgerinnen und Bürger, die über 100 Jahre alt sind.

Dem gegenüber stehen die Stadtteile mit vielen Einwohnern unter 19 Jahren. In Obernau liegt der Anteil junger Menschen bei 21 Prozent (Zum Vergleich: Österreicher Kolonie nur 15 Prozent). Der „jüngste“ Stadtteil ist Gailbach. Dort sind 22 Prozent der Einwohner jünger als 19 Jahre.

Rechnet man die 557 Geburten auf die Bevölkerung um, kommt man auf 8,1 Geburten pro 1.000 Einwohner. Auch hier werden Unterschiede in den einzelnen Stadteilen sichtbar. In der Stadtmitte gab es mit dem höchsten Wert von 9,2 deutlich mehr Geburten pro 1.000 Einwohner. Damm und Schweinheim lagen mit 8,2 fast genau im Durchschnitt. Gailbach – obwohl „jüngster“ Stadtteil – folgt dahinter mit einem Wert von 7,4. In den Stadtteilen Strietwald (5,3), Österreicher Kolonie (5,5) und Obernauer Kolonie (2,7) sind hingegen die Geburtenzahlen in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Dies liegt vor allem daran, dass dort mehr ältere als jüngere Menschen wohnen und keine Baugebiete vorhanden sind, die Familien in den Stadtteil ziehen.