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Bauwerke

Schloss Johannisburg, Blick von der Willigisbrücke

Foto: Stadt Aschaffenburg, Susanne Vielhauer

Schloss Johannisburg

Die ehemalige Zweitresidenz der Mainzer Kurfürsten und Erzbischöfe ist eines der bedeutendsten Bauwerke der deutschen Renaissance. Das mit leuchtendem Rotsandstein auf dem rechten Mainufer von Georg Ridinger erbaute Schloß (1605 - 1618) besteht aus vier dreigeschossigen Flügeln um einen quadratischen Innenhof mit Treppentürmen in den Ecken.

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Die Geschichte des Schlosses

Schloß Johannisburg, bis 1803 die zweite Residenz der Mainzer Kurerzbischöfe, liegt im Zentrum Aschaffenburgs am Ufer des Mains. Die gewaltige Vierflügelanlage, 1605 bis 1618 von dem Straßburger Baumeister Georg Ridinger anstelle der mittelalterlichen Burg unter Einbeziehung des Bergfrieds aus dem 14. Jahrhundert errichtet, gehört zu den bedeutendsten Schloßbauten der deutschen Renaissance. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Innere nach Plänen von Emmanuel Joseph v. Herigoyen klassizistisch umgestaltet. Nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde zunächst das Äußere des Schlosses wiederhergestellt. 1964 konnte die Bayerische Schlösserverwaltung dann ihre Schauräume und Sammlungen wiedereröffnen: die Schloßkirche mit Renaissancealtar, Kanzel und Portalskulpturen von Hans Juncker (frühes 17. Jh.), die Paramentenkammer mit Gewändern aus dem ehemaligen Mainzer Domschatz sowie die fürstlichen Wohnräume mit den erhaltenen klassizistischen Ausstattungsstücken. Eine sehenswerte Besonderheit ist die weltweit größte Sammlung von aus Kork angefertigten Architekturmodellen. Diese verblüffend detailgenauen Nachbildungen, die der Hofkonditor Carl May und sein Sohn Georg ab 1792 schufen, geben die berühmtesten Ruinen Roms wieder. Seit Mitte 1996 werden die restaurierten Modelle in neugestalteten Räumen gezeigt.
Das Schloßmuseum der Stadt Aschaffenburg befindet sich im 2. Obergeschoß von Schloß Johannisburg. Es hat eine Ausstellungsfläche von fast 2000 m². Dort befinden sich die umfangreichen Stiftungen Lautenschläger und Gentil und die reichen kunsthandwerklichen Sammlungen der Stadt.

Der Rundgang beginnt mit Erinnerungen an die Schloßbauzeit: Im Bergfried, dem wuchtigen Turm der alten Burg, den Ridinger in seinen Neubau einbezog, sind neben Beispielen für die Bauplastik des Schlosses vor allem Werke des Bildhauers Hans Juncker (1582 - um 1623/24) ausgestellt, der auch die Schloßkapellenausstattung schuf. Stadtansichten und Modelle schließen sich an. Im „Zunftsaal“ werden Fahnen, Zunftzeichen, -truhen und -siegel gezeigt, ebenso Hinweise auf die Industrialisierung Aschaffenburgs im 19. Jh. und die Buntpapierfabrikation. Dort finden auch Sonderausstellungen zu archäologischen und kunsthistorischen Themen statt. Der „Kurfürstenraum“ enthält Renaissancemöbel, darunter ein repräsentatives Fragment der Ende des 18. Jahrhunderts zerstörten Schloßeinrichtung der Ridinger-Zeit, außerdem verschiedene Objekte und Porträts der Mainzer Kurfürsten. „Silberkammer“ und „Jagdraum“ erinnern an die fürstliche Vergangenheit Aschaffenburgs.

Die folgenden Räume präsentieren Kunsthandwerk des 17. bis 19. Jahrhunderts als den herausragenden Schwerpunkt der städtischen Sammlungen im Schloß: Zinn, Steinzeug, Fayencen, Glas, Porzellan, jeweils kombiniert mit Möbeln, Gobelins, Bildern, Kron- und Wandleuchtern. Von besonderem Interesse ist die in einem eigenen Raum aufgebaute Apotheke (Ende 18. Jh.) aus dem ehemaligen Reichsstift St. Emmeram in Regensburg. Das „Biedermeierzimmer“ schmückt eine Jagdtapete aus Rixheim/Elsaß. Daran schließt sich das „Clemens-Brentano-Gedächtniszimmer“ an, das Schenkungen aus dem Nachlaß des Dichters (1778 bis 1842) bewahrt. Ein Raum ist der Dammer Steingut-Manufaktur gewidmet, die zwischen 1830 und 1880 im heutigen Aschaffenburg-Damm florierte. Er
zeigt neben Geschirren zahlreiche Beispiele für die aus den originalen Rokokoformen der Höchster Porzellanmanufaktur in Steingut nachgearbeiteten Figürchen und Figurengruppen nach Entwürfen von Johann Peter Melchior.Zum Abschluß des Rundgangs sind Beispiele aus der Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst zu sehen. Im 1. und 2. Obergeschoß des Schlosses haben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen eine Zweiggalerie eingerichtet. Sie besteht weitgehend aus Gemälden, die früher Bestandteil der Kurmainzischen Sammlungen waren und 1793 von Mainz in die Zweitresidenz der Kurerzbischöfe nach Aschaffenburg gelangten. Hinzu kamen durch die Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts altdeutsche Tafelbilder aus der Aschaffenburger Stiftskirche und die ebenso umfangreiche wie qualitätvolle Gemäldesammlung des Mainzer Dompropstes Hugo Franz v. Eltz.Mit wenigen Unterbrechungen war die Galerie bis zum Zweiten Weltkrieg in den Räumen des Schlosses ausgestellt. Nach dem Wiederaufbau konnte die Staatsgalerie 1964 wiedereröffnet werden.Zum alten Bestand an Gemälden von Lucas Cranach d. Ä. und seiner Werkstatt kamen weitere Werke dieses Meisters hinzu. Von den fast 200 ausgestellten Gemälden stammen nur ca. 30 von Cranach und seinen Schülern. Neben Werken von Rubens und anderen flämischen und holländischen Meistern bilden der Passionszyklus von Aert de Gelder sowie die Mainzer und Aschaffenburger Ansichten von Ferdinand Kobell und Christian Georg Schütz weitere Glanzstücke der Galerie.