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20.11.2019:

Gegen Todesstrafe: Theaterfassade in violett

Am 30. November 2019 findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio und in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Internationale Aktionstag „Cities for Life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe” statt im Einsatz für eine universale Abschaffung der Todesstrafe. Auch Aschaffenburg beteiligt sich am Aktionstag. Am Abend des 30. November 2019 wird die Theaterfassade auf dem Karlsplatz in violetter Farbe angestrahlt.

Seit Beginn der Kampagne im Jahr 2002 wurden in über 100 Ländern Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Zivilgesellschaft durchgeführt, um eine Kultur der Achtung des menschlichen Lebens zu stärken. In Deutschland haben sich in den vergangenen 17 Jahren fast 300 Städte. Unterschiedliche Aktionen werden gestaltet, wie die besondere Beleuchtung bekannter Gebäude, Dichterlesungen, Unterschriftensammlung für einen Appell zur Abschaffung der Todesstrafe oder Projekte in Schulen.

Im November 2018 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum wiederholten Mal und mit zunehmender Zustimmung eine Resolution für ein universales Moratorium der Todesstrafe verabschiedet. 123 Länder stimmten für ein Hinrichtungsmoratorium, so viele wie nie zuvor.

Vieles hat sich in den vergangenen Jahren zum Positiven verändert. Mittlerweile ist die Zahl der Länder auf 140 gestiegen, die die Todesstrafe per Gesetz abgeschafft haben oder in der Praxis nicht mehr anwenden. Europa ist in dieser Zeit zum ersten Kontinent der Erde ohne Todesstrafe geworden (mit Ausnahme von Weißrussland). Diese Tendenz hin zur Abschaffung setzt sich vor allem auch in Afrika fort, wo immer mehr Länder diese Strafe abschaffen.

 

Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 70.000 Mitgliedern in rund 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Seit 1998 engagiert sie sich gegen die Todesstrafe und setzt sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen in der World Coalition against the Death Penalty für ihre universale Abschaffung ein.

Sie hat 2002 die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe“ ins Leben gerufen. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Mitglieder von Sant’Egidio pflegen weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten, unterstützen viele im persönlichen Einsatz und sind weltweit im Einsatz für eine Humanisierung der Haftbedingungen in Gefängnissen insbesondere in Afrika.

Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.santegidio.org bzw. http://nodeathpenalty.santegidio.org/en.aspx