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19.12.2019:
 Jagdstern Fasanerie

Jagdstern Fasanerie. Foto Svenja Rauschenberger

Jagdstern in der Fasanerie wurde saniert

Im November 2019 wurde die vom Stadtrat beschlossene Umgestaltung und Sanierung des Großen Jagdsterns in der Fasanerie abgeschlossen.

Der ehemalige Wildpark des Kurfürsten von Erthal wies in seinem Ursprungsplan von 1779 einen großen, achtstrahligen Jagdstern auf. In den Jagdwäldern des Barock bildete dieser den Mittelpunkt eines streng angelegten Systems aus Schneisen und Sichtachsen, die von Alleen begrenzt wurden.

Die heute noch vorhandenen sieben Achsen des Großen Jagdsterns waren vor der Umgestaltung durch ihr unterschiedliches Erscheinungsbild nicht gut zu erkennen. Durch die Sanierungsmaßnahme wurde die Erlebbarkeit des historischen Landschaftselements herausgearbeitet.

Die Achsen wurden durch Freistellen des Starkholzes und durch die Pflanzung einer angedeuteten Baumreihe entlang der verlängerten Hauptachse Birkenallee deutlicher erkennbar gemacht. Der Schnittpunkt der Achsen wurde als Rondell mit einer Einfassung aus Naturstein und einem einheitlichen Belag aus Gussasphalt ausgebaut.

Die Rekonstruktion der fehlenden Achse in Richtung Wiesenfläche war wegen deren Schutzstatus als FFH-Gebiet nicht möglich. Deshalb wurden dort eine im Sichtfeld stehende Pappel entnommen und stattdessen vier Obstbäume in Reihe gepflanzt. Ein kleines Tableau weist auf den ursprünglichen Wegeverlauf hin. Ein Hinweisschild erläutert die historischen Zusammenhänge. Im Frühjahr werden die Randbereiche angesät und eine Sitzbank aufgestellt.

Die Rekonstruktion des Jagdsterns ist die zweite Maßnahme zur denkmalpflegerischen Bearbeitung der Fasanerie. Bereits seit über einem Jahr sichtbar ist das historische Wiesental, eine Sichtachse von der Gaststätte zum See. Der ganze Reiz dieser Szenerie wird jedoch erst in einigen Jahren zu erleben sein, wenn die ausgelichteten Flächen mit Wiesen bestanden sind und sich entlang der Waldränder eine neue Übergangszone gebildet hat.

Beim Jagdstern wird das Raumerlebnis früher in Erscheinung treten, weil dieses durch die Alleeachsen sichtbar wird. So wird die Fernwirkung des Gartenbergs wieder inszeniert und damit ein über die Fasanerie hinausreichender Blickbezug verdeutlicht. In den kommenden Jahren wird es darauf ankommen das Zuwachsen der neuen Sichtbezüge zu verhindern und die Raumkonturen der Sichtachsen mit Hilfe der Vegetation noch stärker zu verdeutlichen.

Die beiden Maßnahmen sind denkmalpflegerische Beiträge zur Erhaltung des Landschaftsparks Fasanerie. Sie sind notwendig, um durch behutsame landschaftsgerechte Eingriffe das Natur- und Raumerlebnis dieses historischen Waldparks zu erhalten.