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04.12.2018:

Im Chat mit dem toten Kaiser des Mittelalters

Am 1. Dezember sind im Mainzer Landesmuseum die Gewinner des Kulturhackathons „Coding Da Vinci Rhein-Main“ bestimmt worden. Der bayerische Untermain war in den letzten Monaten organisatorisch über das Stadt- und Stiftsarchiv der Stadt Aschaffenburg bei den zahlreichen Aktivitäten rund um dieses innovative digitale Veranstaltungsformat mit von der Partie.

Das in Aschaffenburg beheimatete Digitale Gründerzentrum Alte Schlosserei unterstützte den Hackathon und prämierte eines der Gewinnerteams: Der Preis in der Kategorie „most useful“ ging an das Projekt „Friedrich der Dritte spricht“. Das Entwicklerteam machte es hier möglich, dass Kaiser Friedrich III. (1440-1493) mit Hilfe eines Alexa-Sprach-Bots und seiner in zahlreichen Archiven verwahrten Urkunden von den heutigen Menschen befragt werden kann. So wurde der tote Habsburgerkaiser virtuell wieder zum Leben erweckt und kann Fragen beantworten. Das Entwicklerteam wird in absehbarer Zeit an einem Wochenende auf Einladung des Digitalen Gründerzentrums Alte Schlosserei in Aschaffenburg sein.

Neben „Friedrich der Dritte spricht“ wurden noch in vier weiteren Kategorien digitale Projekte ausgezeichnet, mit denen Schätze aus Museen, Archiven, Bibliotheken und Sammlungen auf neue Weise zugänglich gemacht werden. Insgesamt hatten sich 16 Teams erfolgreich mit einem eigenen Projekt am Hackathon beteiligt. Alle 16 Projekte wurden von einer sechsköpfigen Jury renommierter Fachleute aus den Bereichen Informatik, Design, Archivwesen und kreatives Coden beurteilt. In gleich zwei Kategorien wurde die WebApp “Antlitzninja” von Leander Seige ausgezeichnet. Gleichauf endete das Voting des Publikums in der Kategorie “everbodys darling”, in dem die WebAnwendungen “artificApp” von Malgorzata und Piotr Cabaj sowie “Monstermelodies” von Anett Gesierich und Felix Werthschulte gewonnen haben.

Gerahmt wurde die Preisverleihung durch einen Vortrag des Wiener Archivdirektors Mag. Thomas Just, der provokant fragte „Hacken Sie schon oder archivieren Sie noch?“. In seiner Rede machte Just die Bedeutung nicht allein der Öffnung sondern auch der Nutzung digitaler Daten aus Archiven, Museen, Bibliotheken und Sammlungen deutlich. Für Staatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro ist dies ein zentrales Anliegen der Digitalstrategie Rheinland-Pfalz für die Kultureinrichtungen im Land. Er betonte, dass der Hackathon Coding Da Vinci eine gute Möglichkeit ist, um die Potenziale offener Kulturdaten spielerisch zu erproben.

Alle Projekte des Hackathons können frei genutzt und weiterentwickelt werden. Eine Übersicht der Projekte und die verwendeten Daten sind über die Webseite von Coding Da Vinci aufzufinden https://codingdavinci.de/daten/ (Rhein-Main).

Hintergrund:
Coding Da Vinci Rhein-Main wurde veranstaltet von einem breiten Bündnis verschiedener Einrichtungen und Vereine im Rhein-Main Gebiet. Es sind dies: das mainzed – Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften, die Universitätsbibliothek Mainz, die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Fachinformationsdienst Darstellende Kunst, die Deutsche Digitale Bibliothek, die Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, das Stadt- und Stiftsarchiv der Stadt Aschaffenburg, das Historische Museum Frankfurt, Wikipedia Frankfurt und das NODE Forum for Digital Arts.

Coding da Vinci - Der Kultur-Hackathon ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Open Knowledge Foundation Germany e. V., des Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS) sowie Wikimedia Deutschland e. V. und ein offizieller Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 in Deutschland (SHARING HERITAGE).