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23.07.2019:
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Bach und Telemann

Die diesjährigen Aschaffenburger Bachtage stehen unter dem Motto BACH UND TELEMANN und bieten ein erstklassiges Programm mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern an den schönsten Spielstätten Aschaffenburgs und Umgebung!

Theodor W. Adorno sprach von der „unermesslichen qualitativen Differenz“ zwischen Bach und Telemann. Damit knüpfte er an das späte 19. Jahrhundert an, in dem Telemann noch als minderwertiger Vielschreiber einen schlechten Ruf hatte. Auch Albert Schweitzer erlag der Versuchung, in einem Vergleich zweier Kantaten das Werk Bachs über das von Telemann zu stellen, nicht wissend, dass die Bach zugeschriebene Kantate tatsächlich von Telemann komponiert wurde, wie neuere Forschungen ergaben. Dabei waren Bach und Telemann zu Lebzeiten freundschaftlich verbunden. Sie lernten sich kennen, als sie zur gleichen Zeit an zwei benachbarten Fürstenhöfen wirkten: Telemann in Eisenach und Bach in Weimar. Nach den Überlieferungen des Bach-Sohns Carl Philipp Emanuel, dessen Patenonkel Telemann war, begegneten sich die Beiden regelmäßig und schätzten sich gegenseitig. Beide bewarben sich um das Amt des Thomaskantors. Bach erhielt den Zuschlag nur deshalb, weil Telemann seine Bewerbung zurückzog. Das von Telemann 1701 in Leipzig gegründete Collegium musicum wurde 1729 von Bach übernommen, Bach führte in Leipzig regelmäßig auch Werke von Telemann auf.

Die 32. Aschaffenburger Bachtage wollen in der Gegenüberstellung der Werke Bachs und Telemanns deutlich machen, dass Telemann weit mehr ist als ein einfallsloser Vielschreiber, und den vielfältigen Bezügen in Leben und Werk dieser beiden Komponisten nachspüren.

Alle Informationen zum Programm und Ticketverkauf finden Sie auf unserer Website www.bachtage.eu.