Direktsprung:

Sie befinden sich hier: Startseite, Aktuelles,Aktuelle Meldungen

Inhalt

Aktuelle Meldungen

08.08.2019:

Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Aschaffenburg ist Sieger

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Nachhaltigkeitsengagement und einer der renommiertesten Preise seiner Art in Europa. Er wird in diesem Jahr zum 12. Mal vergeben. Ausgezeichnet werden seit 2008 Unternehmen, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden und seit 2012 auch Kommunen, die im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten die lokale Entwicklung vorbildlich nachhaltig gestalten und damit in besonderer Weise den Gedanken einer zukunftsfähigen Gesellschaft fördern.
Der Preis für Städte und Gemeinden wird in drei Größenkategorien (Groß-, Mittel- und Kleinstadt/ Gemeinde) verliehen und ist mit je 30.000 € zweckgebunden für Nachhaltigkeitsprojekte dotiert. Er soll Kommunen in ihrem nachhaltigen Handeln bestärken und zeigen, dass nachhaltiges Handeln soziale und ökologische Probleme oder lokalen Maßstab löst und Wettbewerbs- bzw. Standortvorteile schafft.
Träger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ist die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Stiftungsverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.
Der Wettbewerb erfolgt in einem zweistufigen Verfahren. Im April mussten die teilnehmenden Städten und Gemeinden einen Online-Fragebogen abgegeben, in dem die Nachhaltigkeitsleistungen in den Themenfeldern Governance & Verwaltung, Klima & Ressourcen, Mobilität & Infrastruktur, Wirtschaft & Arbeit, Bildung & Integration sowie Lebensqualität & Stadtstruktur abgefragt wurden. Nach der Auswertung der Fragebögen durch das Deutsche Institut für Urbanistik, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und ICLEI – Local Governments for Sustainability und der Ermittlung der Top 3 jeder Kategorie wurden die Finalisten jeweils für ein mehrstündiges Interview besucht, auf dessen Grundlage dann die Sieger ermittelt wurden.
Bei der Stadt Aschaffenburg fand das Interview am 1. Juli statt. Aileen Wichmann (Büro Deutscher Nachhaltigkeitspreis) und Dr. Jasmin Jossin (Deutsches Institut für Urbanistik) sprachen mit Bürgermeister Jürgen Herzing (Referent für Energie, Umwelt, Hochbau, Brand- und Katastrophenschutz), Bernhard Keßler (Referent für Stadtentwicklung) Marc Busse (Amtsleiter im Amt für Umwelt-und Verbraucherschutz), Christian Patalong (Amtsleiter im Büro des Oberbürgermeisters), Andreas Jung (Koordinator Agenda21 im Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz), Tibor Reidl (Klimaschutzmanager), Clara Leibfried (Bildungsbüro - Bildungskoordination für Neuzugewanderte) und Yasmin Balibasa (Wirtschaftsförderung).
Unter dem Motto „Aschaffenburg. Wir leben Nachhaltigkeit. Aus Tradition für die Zukunft“ stellten die Interviewten die Aschaffenburger Nachhaltigkeitsstrategie vor. Diese hat in Aschaffenburg eine lange Tradition. Der Ansatz der Beteiligung von Bürgern, Organisationen, Industrievertretern, Verwaltung und Politik wird im Agenda21-Prozess seit 1995 gelebt. Zahlreiche Projekte wie das integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept, Streuobstwiesenprojekt „Schlaraffenburger“, die Initiative Fairtrade-Stadt, das Radfahrkonzept, das Aktionsforum Innenstadt oder die Bewältigung der Aufnahme einer großen Zahl von Geflüchteten 2015/2016 wurden und werden gemeinsam von der Stadtverwaltung und der Zivilgesellschaft in selbstverständlicher Weise bearbeitet. Besonders wichtig im Sinne der Nachhaltigkeit war der Bau eines Biomasseheizkraftwerks im Leiderer Hafen durch die Aschaffenburger Versorgungsgesellschhaft (AVG). Von hier aus werden 140 Haushalte, Schulen und Gewerbebetriebe im Stadtteil Leider sowie die Altstadt mit der Lamprecht- und der Wermbachstraße mit Heizenergie versorgt. Betrieben wird das Blockheizkratwerk mit Holzhackschnitzeln aus Grünabfällen. Nur durch den Einsatz von Fernwärme konnte die Stadt im Jahr 2017 rund 6500 Tonnen CO2 einsparen.
Der Initiator der Bewerbung, Bürgermeister Jürgen Herzing, fasste das Gespräch zusammen: Die Stadt Aschaffenburg hätte diese Auszeichnung verdient, da sie nicht nur erkennt, wie wichtig es, ist, sich nachhaltig und zukunftsweisend auszurichten, sondern auch strategisch und unter Einbeziehung der Bürger vorgeht, um den zukünftigen Generationen in Aschaffenburg die gleichen guten Lebensbedingungen zu bieten wie heute.“
Das sah die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises genauso. Sie würdigte das Engagement für regenerative Energieträger, die Erhaltung der Artenvielfalt und Integration mit der Verleihung des Titels „Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe 2020“.
Oberbürgermeister Klaus Herzog sagte, er freue sich über die hohe Auszeichnung für die Stadt Aschaffenburg: „Die Stadt Aschaffenburg sieht sich in der Verantwortung als Kommune ihre Aufgaben in ökologischer, sozialer und ökonomischer Weise ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wahrzunehmen und in vielem Vorbild zu sein. Der Preis wird uns Ansporn sein, dieser Verantwortung weiterhin gerecht zu werden.“ Das Preisgeld wird die Stadt dazu verwenden die E-Mobilität für Carsharing als Teil des zukünftigen Mobilitätskonzepts zu unterstützen.
Die festliche Preisverleihung wird am 11. Oktober in Aschaffenburg stattfinden. Gewürdigt wird die Stadt Aschaffenburg darüber hinaus im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstags am Abend des 22. November 2019 in Düsseldorf.