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3 Fragen an Bürgermeisterin und Sozialreferentin Jessica Euler

 Bürgermeisterin Jessica Euler

Foto: Björn Driedrich

 

Frau Bürgermeisterin, die Aktionswoche „Zuhause daheim“ findet schon zum vierten Mal statt. Warum ist das Thema so wichtig?

Das eigene Zuhause ist der Lebensmittelpunkt, die vertraute Umgebung, der Sozialraum. Hier fühlen sich die Menschen wohl, sicher und gut aufgehoben. Auch wenn man Unterstützung braucht, weil man nicht mehr alles alleine kann, möchten die meisten Menschen in den eigenen „vier Wänden“ bleiben. Daher ist es wichtig, in einer älter werdenden Gesellschaft schon frühzeitig für moderne Wohnkonzepte zu werben, die dies ermöglichen. Selbstbestimmtes Leben im Alter muss man fördern. Daher freue ich mich und bin als Sozialreferentin sehr dankbar, dass die Aktionswoche „Zuhause daheim“ durch das Bayerische Sozialministerium regelmäßig stattfindet, um für dieses Thema zu sensibilisieren, Diskussionen mit kreativen Lösungsansätzen anstößt und neue Wege aufzeigt, wie dies gelingen kann.

 Ist der demographische Wandel auch in Aschaffenburg ein großes Thema?

Der demographische Wandel, der alle Lebensbereiche umfasst, ist selbstverständlich auch in Aschaffenburg ein großes Thema. In einer älter werdenden Gesellschaft gibt es von der Stadtplanung über die Arbeitswelt bis hin zu den verschiedenen Wohnformen, der Gesundheitsfürsorge und Freizeitangeboten große Herausforderungen, um nur einige zu nennen. Es gibt noch weitere relevante Handlungsfelder. Derzeit sind in der Stadt Aschaffenburg rund 21 Prozent unserer Bevölkerung 65 Jahre und älter. Bis ins Jahr 2035 werden es rund 26 Prozent sein. Besonders stark nimmt hierbei - dank der höheren Lebenserwartung - die Gruppe der Menschen 80 plus zu. Wir müssen künftig noch stärker in der Stadtplanung und im Wohnungsbau auf Barrierefreiheit achten, auf attraktive Wohnformen auch für Ältere, z.B. Wohnen in Gemeinschaft. Wir müssen unsere guten sozialen Strukturen in der Stadt mit den Vereinen und Sozialverbänden ausbauen, um vor Vereinsamung im Alter zu schützen. Wir benötigen aber auch eine ausreichende Zahl an qualitativ guten Pflegeplätzen. Dies sind nur einige wichtige Aspekte. In der Stadtverwaltung wird das wichtige Thema „demographischer Wandel“ interdisziplinär, referats- und amtsübergreifend bearbeitet unter Einbeziehung der sozialen Akteure vor Ort.

Was kann die Stadt tun, um selbstbestimmtes Wohnen im Alter zu fördern?

Wie bereits oben schon angesprochen, die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum weiter ausbauen, so dass ältere Menschen im sozialen Nahraum gut mobil sein können. In der stadteigenen Wohnungsbaugesellschaft die Barrierefreiheit weiter ausbauen. Alternative Wohnformen im Alter fördern, denn diese werden immer wichtiger. Und ein wichtiger Aspekt ist auch die Wohnraumanpassungsberatung für Seniorinnen und Senioren. Wie kann man Stolperfallen vermeiden? Welche Fördermittel gibt es, um selber als Vermieter oder Eigentümer die Barrierefreiheit herzustellen? Zum Glück bekommen wir nun auch einen eigenen Pflegestützpunkt, der die Menschen gut beraten kann, unter anderem welche Möglichkeiten es gibt, um auch als Pflegefall in den eigenen „vier Wänden“ bleiben zu können. Ein wichtiger Aspekt ist auch, gute Bedingungen zu schaffen für ambulante Pflegedienste in Aschaffenburg. Wir werden in der Stadt Aschaffenburg unser gutes soziales Netz mit allen Akteuren im sozialen Bereich noch enger knüpfen, um den Menschen ein möglichst langes Leben im eigenen Wohnraum zu ermöglichen.

Jessica Euler ist seit 2020 zweite Bürgermeisterin der Stadt Aschaffenburg und leitet das Referat Jugend, Schule und Soziales

Kontakt:
Telefon 06021 330 - 1210

Jessica.Euler@aschaffenburg.de