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Inhalt

Die ersten Lebensjahre

 Mutter mit Baby

Nähe, Zuwendung und Feinfühligkeit

Kinder brauchen neben Nahrung und Pflege vor allem körperliche Nähe und gefühlvolle Zuwendung der Eltern. Damit sich das Baby von Beginn an gut entwickelt, ist es wichtig, nicht nur den körperlichen Bedürfnissen (z.B. Hunger) nachzugehen, sondern auch die emotionalen Bedürfnisse des Babys nach Geborgenheit und Nähe zu erwidern. Damit ein Säugling eine gute Beziehung zu seiner Mutter und seinem Vater aufbauen kann, braucht es andauernde und stabile Erfahrungen. Bindung entsteht durch die Interaktion des Babys mit dem Elternteil. Eine sichere Bindung zu einer Bezugsperson ist die Basis für eine bestmögliche Persönlichkeitsentwicklung von Kindern. Die Familie ist meist der erste „Bindungsort“. „Bindung bereitet den Weg für erfolgreiche Beziehungen zu Gleichaltrigen und diese Beziehungen wiederum bereiten dann die Bühne für zufrieden stellende romantische Beziehungen im Erwachsenenalter.“ (Scroufe et al 2005, S. 205).

Nähe und Feinfühligkeit sollen signalisiert werden, damit sich das Gehirn gut entwickeln kann.  Das Gehirn des Babys wird durch den feinfühligen Umgang und die Nähe der Mutter und des Vaters trainiert. Die verschiedenen Gehirnregionen des Babys werden angeregt und gereizt. Die Reize lassen im Gehirn Verbindungen entstehen, die zur Gehirnentwicklung beitragen. In der Interaktion mit der Mutter oder dem Vater werden zahlreiche Sinne angeregt und stimuliert. Das Baby sieht, hört, riecht, fühlt und schmeckt seine Bezugsperson.

Alles was das Baby mit seinen Eltern erlebt, bewirkt Vernetzungen zwischen den Gehirnzellen. Gedankenströme werden durch positive Erfahrungen überwiegend von Selbstermutigung statt Selbstzweifel bestimmt werden.

Jedes Kind teilt sich mit seinem Verhalten mit. Es zeigt was es gerade braucht. Wenn das Baby weint, dann will es mitteilen, dass es sich zum Beispiel unwohl fühlt oder Hunger hat. Wenn es seinen Blick abwendet, die Augen reibt, dass es Ruhe braucht, die Konzentration nachlässt oder es müde ist. Eltern werden merken, dass es mit der Zeit immer besser gelingt, das Kind und seine Signale zu verstehen.

Was ist mit Feinfühligkeit genau gemeint?

Feinfühligkeit heißt sich verstehen und kennenlernen, damit die Mutter / der Vater empfindsam auf das Baby reagieren kann.

  • Signale des Babys wahrnehmen: Können Sie die Signale Ihres Babys sehen und hören (auch nachts)? Signalisiert ihnen ihr Kind, was es braucht?
  • Signale des Kindes richtig deuten und interpretieren: Gerade am Anfang ist es manchmal schwierig, die Signale des Unwohlseins zu deuten. Ist es Hunger, Durst? Sind die Windeln voll? Will das Baby getragen werden? Vermitteln Sie dem Baby Aufmerksamkeit und haben Sie Geduld. Es ist ein langsamer Lernprozess für beide.
  • Prompt auf die Signale des Babys antworten: Säuglinge haben noch eine sehr geringe Aufmerksamkeitsspanne. Eine schnelle Reaktion ist deshalb wichtig. Sonst versteht der Säugling nicht, dass zum Beispiel das Trösten die Antwort auf sein Weinen ist – und die Erfahrung der eigenen Wirksamkeit ausbleibt.
  • Abgestimmt und angemessen auf die Signale des Babys reagieren:  Neben der prompten Reaktion sollten Eltern angemessen auf die Signale des Kindes reagieren.

Gut zu wissen:

Feinfühligkeit bedeutet nicht, keinen Fehler machen zu dürfen. Wichtig ist die schnelle Reaktion auf die kindlichen Bedürfnisse. Bindung entsteht über einen längeren Zeitraum, indem sich die Eltern und das Kind besser kennenlernen. Und: im ersten Jahr können Babys nicht verwöhnt werden. Sie äußern mit ihrem Verhalten immer ein Bedürfnis. Wenn dieses Bedürfnis befriedigt wurde, wird es weniger oder enden.

Schenken Sie Nähe

Säuglinge und kleine Kinder brauchen von Anfang an und regelmäßig die volle Zuwendung von Erwachsenen. Damit sich die Beziehung zwischen Eltern und Kind gut entwickeln kann, braucht es vor allem viel gemeinsam verbrachte Zeit und Momente des ungestörten Miteinanders. Ihr Kind hört ihnen bereits im Säuglingsalter aufmerksam zu. Erzählen Sie ihm viel und sprechen Sie viel mit ihrem Baby. Es betrachtet ihr Gesicht und versucht aufmerksam Laute nachzuahmen. Nehmen Sie diese Laute auf und wiederholen Sie sie spielerisch. So entsteht das erste Gespräch zwischen ihnen und ihrem Kind.

Nutzen Sie auch die Zeit des Wickelns als „exklusive Zeit zu zweit“. Körperliche Nähe beim Wickeln, die Berührungen, das Kuscheln… all das fördert die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Erfinden Sie ein Ritual während des Wickelns z.B. immer dasselbe Kuscheltier zur Unterhaltung. Sorgen Sie aber auch für Abwechslung. So können Sie ihrem Kind immer wieder neue Impulse geben.

Väter sind für die Entwicklung der Kinder wichtig

Die Beziehung zu Vätern zeigt sich durch einen hohen Anteil an spielerischen Momenten. Das ist eine gute Ergänzung zu der meist „vorsichtigeren“ und auch „ängstlicheren“ Erziehungsweise der Mütter. Väter lassen Kinder ab und an „bewusst“ Grenzen überschreiten und bieten mehr Möglichkeiten zur Entdeckung und Erkundung der Umwelt. Väter neigen dazu, die Neugier und Fähigkeiten des Kindes herauszufordern. Außerdem unterstützen gemeinsame Vater-Kind-Aktionen die Beziehung zwischen Vater und Kind.