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Inhalt

Die ersten Lebensjahre

Bindung und Gehirnentwicklung

Das kindliche Gehirn ist bei der Geburt noch sehr unreif und entwickelt sich größtenteils erst nach der Geburt. Die Interaktion zwischen Eltern und Kind haben großen Einfluss, wie sich die verschiedenen Bereiche des Gehirns entwickeln. Das Gehirn wird somit durch eine positive (und auch negative) Eltern-Kind-Beziehung geformt. Die Vernetzungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn des Babys müssen erst noch aufgebaut werden. Sie entstehen durch die Erfahrung mit der Umwelt und sind verantwortlich für die emotionale und soziale Intelligenz des Kindes. Kinder, die in einer sicheren Bindung zu Mutter und/oder Vater aufwachsen, können mit ihren Gefühlen, mit Wut, Trauer, Enttäuschung und Angst (meist) besser umgehen.

Die gemeinsame Zeit mit den Eltern entscheidet, ob sich ein Kind gut entwickeln wird. Deshalb ist es wichtig, wie Sie als Eltern mit ihrem Kind spielen, es in den Arm nehmen, es trösten, ihm zuhören und es behandeln, wenn es „unartig“ ist.

Emotionale Reaktionen der Eltern lassen Verknüpfungen im Gehirn des Babys entstehen, die beeinflussen, wie das Kind im späteren Leben mit Stress umgeht, erfüllte Beziehungen eingeht, mit Wut umgeht, freundlich und mitfühlend ist, tiefe Ruhe empfindet, den Antrieb hat, seine Träume zu verwirklichen aber auch Ziele verfolgt.

Sicherheit und Selbstständigkeit

Kinder gehen Bindungen zu ihren Bezugspersonen aus einem ganz einfachen Grund ein: Sie können sonst die ersten Jahre nicht überleben. Kinder sind auf die Fürsorge der Eltern angewiesen. Sie müssen genährt, umsorgt und beschützt werden. So sind über viele Jahrtausende Verhaltenssysteme entstanden, die eine Bindung zwischen Eltern und Kind aufbauen. Dieses Prinzip sichert das Überleben des Kindes. Bindung und Selbstständigkeit gehören zusammen. Eine sichere Bindung fördert die spätere Unabhängigkeit des Kindes. Wenn Eltern dem Kind ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, kann es die Welt um sicher herum entdecken und sich neue Fähigkeiten aneignen. Durch Neugier und Erkundungsdrang kann das Kind vielfältige Lernerfahrungen machen und wertvolle Eindrücke sammeln, die für seine körperliche, psychische und soziale Entwicklung förderlich sind.

Wenn das Kind wohlauf ist, es ihm gut geht, sind Eltern als „sichere Basis“ zu verstehen und es erkundet die Welt. Wenn es sich unwohl fühlt, werden die Bindungspersonen zum „sicheren Hafen“, in den es jederzeit einlaufen kann, das Kind Trost und Schutz erfährt und mit seinen Gefühlen aufgefangen wird. In der Pädagogik nennt man dieses System den „Kreis der Sicherheit“.