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Russland

Wolga e.V. -Deutsche aus Russland

Der Aschaffenburger Spätaussiedlerverein „Wolga e.V. -Deutsche aus Russland“ ist offen für alle. Mit fast 6.000 Personen stellen die Spätaussiedler und alle anderen Zugewanderten aus der ehemaligen Sowjetunion die größte Migrantengruppe in der Stadt Aschaffenburg. Für die Zusammenarbeit und den Dialog im Integrationsprozess sind Strukturen und Anlaufstellen wichtig. Aus diesem Grund hat das Integrationsmanagement im Büro des Oberbürgermeisters in den vergangenenMonaten eine Gruppe von Spätaussiedlern bei der Vereinsgründung begleitet.

Im November 2011 hat sich schließlich der Verein „Wolga e.V. -Deutsche aus Russland“ gegründet. Wolga e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, „Begegnungsmöglichkeiten für deutsche Bürgerinnen und Bürger aus Russland zu schaffen“. Zurzeit nutzt der Verein für seine Treffen und Veranstaltungen die Räumlichkeiten im Café Metropol in der Kolpingstraße 7. Zuletzt fand dort am 17. März die Feier des Weltfrauentages statt. „In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion wird dieses Ereignis zusammen mit dem Muttertag immer groß gefeiert. Es ist gar nicht vorstellbar, dass ein Mann vergisst, seiner Frau zu diesem Tag zu gratulieren“, erklärt Irina Posnak, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins.

Johann Kismann, 44 Jahre, ist Vereinsvorsitzender von Wolga e.V. Er selbst lebte in der Ukraine und antwortet auf die Frage, ob der Verein, denn nur für Mitglieder aus Russland sei, lachend: „Nein, wir sind für alle offen. Deutsche aus Russland ist auf die Länder der ehemalige Sowjetunion bezogen.“ Der gelernte Förster kam vor acht Jahren nach Deutschland und arbeitet hier als Maler.

Wichtige Kulturarbeit
Zu der Kulturarbeit des Vereins gehören ein Kinderprogramm zum Weltkindertag und die Teilnahme am Fest Brüderschaft der Völker, das dieses Jahr vom 13. bis 15. Julistattgefunden hat. Dort präsentiert sich Wolga e.V. mit Essensangeboten aus Osteuropa und musikalischen Einlagen. Im Herbst veranstaltet der Verein jährlich einen Abschlussballund pflegt damit eine der Traditionen aus der ehemaligen Heimat, in derdiese Jahreszeit wegen der Landwirtschaft eine große Bedeutung hat. Zum Jahresende findet die Kinderweihnachtsfeier statt, die sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreut.

Auch außerhalb der genannten Veranstaltungen trifft sich die Musikgruppe des Vereins wöchentlich, um deutsche, russische und ungarische Lieder zu singen. Geprobt wird mittwochs abends im Café Metropol. Längerfristig ist Wolga e.V. allerdings noch auf der Suche nach anderen Räumlichkeiten, um einen festen Anlaufpunkt zu haben und die Treffen flexibler gestalten zu können. Geplant sind in Zukunft auch regelmäßige Kurse oder Konversationsrunden für Interessierte.

Unterschiede zwischen neuer und alter Heimat
Auf die Frage hin, was sie bei ihrer Ankunft in Deutschland als schwierig empfunden hätten, antworten die Vorstandsmitglieder nach kurzem Zögern: „Die vielen Behördengänge und der Papierkram hier.“ Das seien sie aus ihrer alten Heimat nicht gewohnt, da in der Sowjetunion alles zentral geregelt wurde. Daher sei es, laut Irina Posnak, auch wichtig, dass sich die Mitglieder des Vereins gegenseitig unterstützen und gegebenenfalls auch Briefe übersetzen und bei Behördengängen begleiten.
Über neue Mitglieder freut sich der Verein immer. Interessierte können sich direkt an den Vorsitzenden wenden: Johann Kismann, Schweinheimer Str. 46 , 63743 Aschaffenburg, Email:kismann@online.de.