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Neuigkeiten

 Verlängerung der Fahrradstraße (Deschstraße)

Zu 2. Verlängerung der Fahrradstraße Deutsche Straße in die Deschstraße (Foto: Stadtplanungsamt)

 Verlängerung der Fahrradstraße (Brentanostraße) in die Lamprechtstraße

Zu 3. Verlängerung der Fahrradstraße Brentanostraße in die Lamprechtstraße (Foto: Stadtplanungsamt)

„Pop-up Radwege“ in Aschaffenburg

Unter dem Begriff „Pop-up Radwege“ wurden seit Beginn der Corona-Pandemie in zahlreichen Städten temporäre Umgestaltungen des Straßenraumes zu Gunsten des Radverkehrs umgesetzt. Insbesondere in Berlin haben die dortigen Pop-Up-Radwege eine bundesweite Aufmerksamkeit erhalten. Im Gegensatz zu Großstädten gibt es in Aschaffenburg aber nur wenige Straßen mit mehrstreifigen Führungen. Diese sind aber aufgrund ihrer Funktion als Kfz-Hauptverkehrsstraße oftmals für den Radverkehr sehr unattraktiv und haben nur eine untergeordnete Netzfunktion.
Nach Vorschlag der Stadtverwaltung und Beschluss im Stadtrat sollten folgende Vorgaben in Aschaffenburg gelten:


•    Alle Pop-Up Radwege sind geeignet, auch dauerhaft zu bleiben.
•    Alle Pop-Up Radwege sind sinnvoll, also mit einer Netzfunktion im Radverkehrskonzept.


Die folgenden drei Umsetzungen wurden in der Sitzung vom Planungs- und Verkehrssenat am 14.07.2020 grundsätzlich beschlossen:

1.    Radfahrstreifen in der Luitpoldstraße von der Treibgasse zur Friedrichstraße
2.    Fahrradstraße in der Deschstraße in Verlängerung der bestehenden Fahrradstraße „Deutsche Straße“
3.    Fahrradstraße in der Lamprechtstraße als Verbindung zwischen dem inneren Stadtring und der Fahrradstraße „Brentano-Achse“ und dem Mainufer

Zu 1.
Die Luitpoldstraße ist eine Radverkehrsverbindung zweiter Ordnung nach dem Radverkehrskonzept. Im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans Innenstadt hat der Stadtrat die Verwaltung beauftragt Konzepte für die Luitpoldstraße als Umweltstraße ohne motorisierten Individualverkehr zu erarbeiten. Diese Maßnahme wird dann durch die gestiegene Attraktivität auch die Bedeutung und Anzahl der Radfahrenden in diesem Abschnitt gegenüber der parallel verlaufenden Erthalstraße deutlich erhöhen.
In diesem Zusammenhang soll die Straßenraumaufteilung der Luitpoldstraße ab der Treibgasse in Richtung Friedrichstraße geändert und ein komfortabler Radfahrstreifen als „Pop-Up-Radweg“ eingerichtet werden. Dies wäre ein deutlicher Zeit-, Komfort- und Sicherheitsgewinn, denn aktuell stehen die Radfahrenden hier hinter den Kraftfahrzeugen mit im Stau des Aufstellbereiches vor der Ampel zur Friedrichstraße. Voraussichtlich im Herbst 2020 wird im Stadtrat eine Entscheidung zur Gestaltung der Luitpoldstraße und damit auch zur Markierung des Pop-Up Radweges getroffen werden.

Zu 2.
Die Deschstraße ist eine Radverkehrsverbindung erster Ordnung nach dem Radverkehrskonzept. Die Einrichtung der Fahrradstraße in der östlich anschließenden Deutschen Straße ab dem Hohenzollernring bis Elsässerstraße hat sich nach über einem Jahr Probezeit bewährt und entgegen anderslautender Befürchtungen keine Probleme verursacht. Auch die Verkehrsbetriebe haben keine Störungen im Betriebsablauf durch Radfahrende festgestellt, sodass die Fahrradstraße Deutsche Straße nun verstetigt und auch im Abschnitt zwischen Hohenzollernring und Bayernstraße dauerhaft eingerichtet werden soll.
Die Machbarkeitsstudie zur Radschnellverbindung Aschafftal hat empfohlen, in der Deschstraße auch eine Fahrradstraße als Führungsform des Radverkehrs vorzusehen und bis zur Einmündung in die Lindenallee fortzusetzen. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund einer kontinuierlichen und durchgängigen Führung wichtig und gewährleistet schnelles und gleichzeitig sicheres Radfahren bei durchschnittlich 20-25 km/h.
Vor dem Hintergrund der Radschnellverbindung Aschafftal ist es schon heute möglich und sinnvoll, die Deschstraße als Fahrradstraße auszuweisen. Denn Fahrradstraßen können dort umgesetzt werden, wo nach der Verwaltungsvorschrift zur StVO zu Zeichen 244 „der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist“. Die aktuell noch schlechte Oberflächenqualität in der Deschstraße soll dann mit finanzieller Förderung zur Umsetzung der Radschnellverbindung grundlegend verbessert werden.

Zu 3.
Die Lamprechtstraße ist eine Radverkehrsverbindung zweiter Ordnung nach dem Radverkehrskonzept. Sie ist aktuell Bestandteil einer 30er Zone. Sie stellt die mit Kraftfahrzeugen am geringsten frequentierte Verbindung zwischen dem City-Ring und dem Mainufer dar. Zudem hat sie eine sehr gleichmäßige Topographie und im Gegensatz zu den anderen Verbindungen (Schloßberg, Dalbergstraße oder Löherstraße) keine besonders steilen Teilabschnitte. Das alternierende Parken zwischen Nelseestraße und Obernauer Straße hat sich bewährt und bietet Kraftfahrzeugen und Radfahrenden gute Gelegenheiten zum sicheren Passieren des Gegenverkehrs.
Aus diesen Gründen ist die Lamprechtstraße schon heute bei den Radfahrenden sehr beliebt. Da sie im Westen an das Mainufer anschließt und im Osten sowohl direkt an den inneren City-Ring als auch an die Fahrradstraße „Brentano-Achse“ angebunden ist, bietet sie sich ideal als Fahrradstraße und Verbindungsstück im Radwegenetz an. Diese Funktion soll durch eine Ausweisung als Fahrradstraße unterstützt werden. Lediglich der kurze Abschnitt zwischen „Obernauer Straße“ und „Am Floßhafen“ muss von der Ausweisung als Fahrradstraße zunächst ausgenommen werden. Aufgrund der dort deutlich höheren Kfz-Verkehrsbelastung kann eine Fahrradstraße straßenverkehrsrechtlich dort noch nicht angeordnet werden.

Fahrradstraßen allgemein
Weitere Details zu Fahrradstraßen im Allgemeinen können dem Flyer zur bestehenden Fahrradstraße in der Deutschen Straße entnommen werden.