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Luftqualität in Aschaffenburg

Die Luftqualität bestimmt entscheidend die Wohn- und Aufenthaltsqualität im Stadtgebiet mit. 2006 wurde erstmals mit dem freiwilligen Maßnahmenplan zur langfristigen Einhaltung der Grenzwerte das Thema Luftreinhaltung gründlich aufgearbeitet. Der Projektbeirat Luftqualität betrachtete anschließend zwischen 2006-2009 die Aschaffenburger Luftqualität umfassend und entwickelte Handlungsansätze für Aschaffenburg. Der Stadtrat beschloss dann mehrheitlich die Umsetzung der empfohlenen 27 Maßnahmen und Ziele. Hierin sind zum Beispiel folgende Maßnahmen enthalten:

  • Beschleunigter Ausbau der Bahnparallele und des Rings zur Entlastung der Innenstadt vom Kfz-Verkehr
  • Erstellung eines Lkw-Routenkonzeptes zur Umfahrung der Innenstadt
  • Förderung des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs wie die beschlossene Umsetzung des Radwegekonzepts
  • Umrüstung/Ersatz der kommunalen Fahrzeugflotte auf Erdgasfahrzeuge bzw. Elektrofahrzeuge
  • Förderung von Nahwärmeversorgung wie zum Beispiel die Versorgung der städtischen Gebäude in der Oberstadt und des Schloss Johannisburg mit Wärme aus dem Biomasseheizkraftwerk der Stadtwerke Aschaffenburg
  • Verstärkter Einsatz von Blockheizkraftwerken in städtischen Liegenschaften

Wichtig für eine zukünftige Betrachtung der Schadstoffe waren aber auch folgende zentrale Erkenntnisse des Projektbeirates:

  • Für Aschaffenburg sind insbesondere drei verschiedene Schadstoffe relevant: Feinstäube, Stickstoffdioxid und Ozon. Alle anderen Schadstoffe spielen hier nur eine untergeordnete Rolle.
  • Nach Umsetzung der Hauptstraßenbaumaßnahmen aus dem Verkehrsentwicklungsplan, d.h. nach Fertigstellung des Rings, wurde lediglich noch in der Landingstraße bei Stickstoffdioxid eine mögliche Grenzwertüberschreitung prognostiziert. Für Feinstäube wurden für diesen Fall im gesamten Stadtgebiet keine Überschreitungen der Grenzwerte vorhergesagt.

Schadstoffberechnungen 2018

Der Ring für den Kfz-Verkehr wurde mit der Freigabe des Nordrings seit Juni 2017 fertiggestellt. Damit sind die Hauptbaumaßnahmen aus dem Verkehrsentwicklungsplan abgeschlossen.

Um die langfristigen Prognosen aus dem Projektbeirat Luftqualität zu überprüfen und eventuell doch noch kritische Abschnitte zu identifizieren, wurden neue Schadstoffberechnungen durchgeführt. Auf der Grundlage eines aktuellen Verkehrsmodells hat daher das Bayerische Landesamt für Umwelt die Schadstoffbelastungen im städtischen Hauptstraßennetz neu beurteilt. Angeschaut wurden alle Straßenabschnitte mit einer durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärke größer 5.000 Kfz. Ergebnis der erneuten Betrachtung ist insbesondere bei Feinstaub eine deutliche Verbesserung der Immissionssituation gegenüber 2008:

Feinstaub:
Für Feinstäube PM2,5 und PM10wurden für das gesamte Aschaffenburger Hauptstraßennetz aktuell keine Überschreitungen der Grenzwerte der 39. BImSchV prognostiziert (gegenüber sieben Überschreitungen im Jahr 2008).

Stickstoffdioxid:
Auch bei Stickstoffdioxid ist eine deutliche Verbesserung der Belastungssituation festzustellen. Gegenüber der Prognose 2008 mit 16 Straßenabschnitten wurden für 2018 noch in 6 Straßenabschnitten Überschreitungen des zulässigen Jahres-Grenzwertes von 40 µg/m3 prognostiziert. Hauptverursacher für die prognostizierten Überschreitungen ist wie in anderen Kommunen der Verkehr, hier insbesondere Fahrzeuge mit Dieselantrieb.

 Stadtplan zeigt Straßenabschnitte mit erhöhten Stickstoffdioxidwerten

Wie geht’s weiter

Ziel der Stadt Aschaffenburg ist es, die Belastungen zu verringern und dabei möglichst Fahrverbote zu vermeiden. Der Stadtrat hat im Oktober 2018 daher folgendes beschlossen:

  • Für Stickstoffdioxid werden mittels Passivsammler von Januar bis Dezember 2019 orientierende Messungen durchgeführt. Messpunkte sind die aufgezeigten kritischen Straßenabschnitte der Schillerstraße, Obernauer Straße, Würzburger Straße, Landingstraße (gilt exemplarisch auch für Löher- und Wermbachstraße) und eine Hintergrundmessung. Die Messungen werden beauftragt durch das Bayerische Landesamt für Umwelt.
  • Für eine Verringerung der Belastungen werden verschiedene Szenarien ausgearbeitet und deren Wirkung berechnet. Hier sind z.B. Umrüstung der kommunalen Fahrzeugflotte mit Abgasreinigungssystemen oder Verkehrsverlagerungen zu prüfen. Daraus abgeleitete Maßnahmen sind dann vom Stadtrat zu beschließen.
  • Die Stadt Aschaffenburg bemüht sich um eine Aufnahme in das Sofortprogramm Saubere Luft der Bundesregierung. Hierdurch könnten Fördermittel des Bundes sowohl durch private Kfz-Nutzer als auch die Stadt Aschaffenburg genutzt werden.
  • Die Stadtverwaltung lädt betroffene Verbände und Institutionen ein, wie z.B. HWK, IHK, Einzelhandel, um diese entsprechend zu sensibilisieren und deren Möglichkeiten zu erörtern.

Was kann ich beitragen zur Verbesserung der Luftqualität

Die jetzt prognostizierte Belastung bei Stickstoffdioxid stammt zu einem großen Teil aus dem Verkehrsbereich. Hier kann jeder mithelfen, dass sich etwas ändert.

  • Öffentliche Verkehrsmittel nutzen & Auto stehen lassen
  • Insbesondere kurze Strecken innerhalb des Stadtgebietes mit dem Fahrrad oder Pedelec fahren, öfters mal zu Fuß gehen.
  • Nutzung von Carsharing, wenn ein Auto unvermeidlich ist.
  • Emissionsfrei elektrisch unterwegs sein, zum Beispiel mit Elektroautos oder Elektroroller. Mit Öko-Strom betrieben ist man damit nicht nur lokal emissionsfrei.
  • Richtig heizen und Komfort-Kamine möglichst wenig nutzen. Die Verbrennung von Holz im heimischen Kamin kann zu lokal hohen Feinstaubbelastungen führen. Grundsätzlich sollten daher sogenannte Komfortkamine die lediglich der Behaglichkeit dienen, möglichst wenig genutzt werden. Insbesondere nicht an Tagen mit hoher Feinstaubbelastung, z.B. bei sogenannten austauscharmen Wetterlagen, wenn die Schadstoffe nicht abtransportiert werden und sich in der Außenluft anreichern.