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Inhalt

Arten- und Biotopschutzprogramm

Fließgewässer im Röderbachtal

Fließgewässer im Röderbachtal

Wertvolle Magerwiese in Aschaffenburg-Leider

Wertvolle Magerwiese in Aschaffenburg-Leider

Naturschutz: Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP)

Allgemeine Definition:
Das ABSP ist ein Fachkonzept für den Naturschutz und die Landschaftspflege, das seit 1985 auf Ebene der Landkreise und seit 1990 auch für kreisfreie Städte erstellt wird. Die gesetzlichen Grundlagen dafür sind seit 1998 im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert. In jeweils einem Text- und Kartenband wird im ABSP der Gesamtrahmen aller für den Arten- und Biotopschutz notwendigen Maßnahmen für die entsprechende Verwaltungseinheit dargestellt. Als Fachkonzept wird das ABSP in enger Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden erstellt.
1990 wurde für Erlangen als erste kreisfreie Stadt ein Stadt-ABSP als Pilotprojekt erstellt. Seitdem ist für die Städte Erlangen, Nürnberg, Regensburg, Landshut, Aschaffenburg, Schwabach und Fürth ein ABSP-Band erschienen.

Das ABSP der Stadt Aschaffenburg
Der Beschluss zur Erarbeitung des ABSP der Stadt Aschaffenburg war ein wichtiger Meilenstein in der städtischen Naturschutzarbeit. Es wurde vom Bayerischen Umweltministerium 1994 in Auftrag gegeben und im Oktober 1999 fertiggestellt. Im Rahmen der Erstellung des ABSP wurden in Ergänzung zur Stadt-Biotopkartierung folgende Tierarten erfasst: Heuschrecken, Tagfalter, ausgewählte Hautflügler (Bienen und Wespen) sowie Mollusken (Muscheln und Schnecken). Darüber hinaus erfolgte die Kartierung ökologisch wertvolle Streuobstbestände und Extensivwiesen. Speziell in den ABSP der Städte wurde der Inhalt um die Ressourcenkapitel Klima/Luft, Boden, Wasser und Landschaftsbild/Erholung ergänzt.

Das ABSP stellt den Gesamtrahmen aller für den Arten- und Biotopschutz erforderlichen Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege dar. Es ist zwar rechtlich unverbindlich, dient aber im Rahmen von Planungsprozessen als wichtiges Abwägungsmaterial und stellt die fachliche Grundlage für die Arbeit der Unteren Naturschutzbehörde dar.

Die wertvollsten Lebensraumtypen, die sich aus den Untersuchungen und Bewertungen ergeben haben, werden im Folgenden kurz aufgezeigt:

  • der Strietwald mit Steinbachaue aufgrund seiner Struktur- und Artenvielfalt im Hinblick auf Feuchtlebensräume und als Lebensraum zahlreicher Specht- und Fledermausarten,
  • die ökologisch wertvollen Streuobstbestände inkl. magere Glatthaferwiesen und Heckenstrukturen in den Gemarkungen Schweinheim und Obernau, vor allem als Lebensraum des Steinkauzes (Rote Liste-Art 1 = in Bayern vom Aussterben bedroht) und als bedeutendes Kulturgut,
  • die Trockenstandort wie Sandmagerrasen v. a. in der Untermainebene im Bereich bestehender und ehemaliger Abbaugebiete (Obernau und Nilkheimer Grund) sowie auf den Flächen des Standortübungsplatzes in Schweinheim,
  • die Feuchtlebensräume (v.a. Quellen, Bachtäler, Uberschwemmungsgebiete, Feuchtwiesen, Tümpel) und ihrer speziellen Flora und Fauna z.B. Röderbachtal, Strüttwiesen.

Die Daten des ABSP wurden 2008 in den aktuellen Landschaftsplan der Stadt Aschaffenburg eingearbeitet.