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Aschaffenburger Persönlichkeiten

Bild, das Alfons Goppel zeigt.

Foto: Wolfgang A. Nagel, Stadt- und Stiftsarchiv.

Alfons Goppel

Geboren am 1. Oktober 1905 in Reinhausen, Kr. Regensburg, gestorben am 24. Dezember 1991 in Johannesberg, Kr. Aschaffenburg

Nach dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in München ließ sich Alfons Goppel in Regensburg als Rechtsanwalt nieder. Zwei Jahre später trat er in den bayerischen Justizdienst ein, wurde Richter am Amtsgericht Mainburg, noch im gleichen Jahr Staatsanwalt in Kaiserslautern und ab 1939 Amtsgerichtsrat in Aschaffenburg. Im Zweiten Weltkrieg diente Alfons Goppel an der Front. Im Juni 1946 kehrte er nach Aschaffenburg zurück, wo auch seine politische Karriere begann; unter anderem gründete er die Aschaffenburger CSU mit und wurde Vorsitzender des Kreisverbandes. Auch in der Verwaltung begann sein Aufstieg: Übernahme als Rechtsrat in den Dienst der Stadt Aschaffenburg 1946. Er wurde 1947 zum Landrat von Aschaffenburg gewählt, trat das Amt jedoch nicht an. Im Jahr 1952 wurde er Bürgermeister der Stadt Aschaffenburg. Ab 1954 wurde Alfons Goppel sechsmal hintereinander in den Bayerischen Landtag gewählt. Als Staatssekretär im Justizministerium nahm ihn der gerade erst gewählte neue Ministerpräsident Hanns Seidel 1957 in sein Kabinett auf. Daraufhin legte er Anfang November 1957 sein Aschaffenburger Stadtratsmandat nieder und verlegte seinen Wohnsitz endgültig nach München. Nach vierjähriger Amtszeit als Staatsminister des Innern (1958-1962) schlug am 11. Dezember 1962 die große Stunde des Alfons Goppel: Er wurde zum Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern gewählt. Dieses hohe Amt bekleidete er bis 1978. Danach ging er noch einmal neue Wege und engagierte sich für Europa: Als Spitzenkandidat der CSU wurde er 1979 bei der ersten Direktwahl zum Europäischen Parlament aufgestellt und der Einzug nach Straßburg gelang. Der Humanist und weltoffene Katholik gehörte bis 1984 als Mitglied des Rechtsausschusses dem Parlament an.