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Aschaffenburger Persönlichkeiten

 Hermann Koloseus

Foto: Hermann Koloseus, Stadt- und Stiftsarchiv

Hermann Koloseus

Hermann Koloseus kam am 6. Dezember 1852 als jüngster Sohn des Schlossermeisters Johann Christian Koloseus und seiner Ehefrau Anna, geb. Haus, in Aschaffenburg zur Welt. Nach Volksschule und Militärdienst erlernte er ebenfalls das Schlosserhandwerk. Seine Lehr- und Wanderjahre absolvierte er in Höchst am Main, Freiburg / Breisgau, Zürich, St. Gallen, München, Wien und Stuttgart.

Am 27. Juni 1877 eröffnete er eine Schlosserei mit mechanischer Werkstatt in der Dalbergstraße 46. Ein Jahr später heiratete er Anna Margaretha Philomena, geb. Achtmann (1855-1941), aus Kitzingen. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor.

Hermann Koloseus baute seinen Betrieb zu einer angesehenen Herdfabrik aus. Es war die erste und einzige Fabrik in Aschaffenburg, die Herde selbst herstellte. 1883 zog er mit dem Betrieb in die Badergasse 20 um. Bereits 1885 errichtete er eine Werkstätte mit Wohnhaus in der Goldbacher Straße 27. Diese Fabrikanlage wurde laufend vergrößert: 1887 wurde eine Eisengießerei angegliedert, 1900 folgte ein Emailierwerk, Neu- und Anbauten kamen immer wieder hinzu.

Die Herdfabrik Koloseus war königlich bayerischer Hoflieferant. 1898 gründete er ein Zweigwerk in Wels / Österreich. Durchschnittlich waren rund 300 Arbeitnehmer in der Herdfabrik beschäftigt.

Besonders hervorzuheben ist Koloseus‘ soziales Engagement als Firmeninhaber. Er gründete 1903 eine Pensionskasse für seine Firmenangehörigen und ab dem 1. Januar 1907 eine Firmenkrankenkasse.

Privat war Hermann Koloseus ein Förderer des Turnvereins Aschaffenburg, wo er Ehrenmitglied war. Er war auch Gründungsmitglied und langjähriger Vorstand des Jagdvereins Aschaffenburg und Umgebung. Er verstarb unerwartet am 14. August 1911.

Das Unternehmen blieb nach seinem Tod in Familienbesitz. Im 2. Weltkrieg erlitt das Werk schwere Schäden, wurde aber wieder aufgebaut. Allerdings machte sich die schwierige Wettbewerbs- und Absatzlage bemerkbar. 1956 wurde das Werk an eine andere Gesellschaft verkauft, 1958 wurde ein Vergleichsverfahren angemeldet, der endgültige Konkurs war 1962.

1951 ehrte die Stadt Aschaffenburg Hermann Koloseus mit einem Straßennamen im Stadtteil Schweinheim.