Direktsprung:

Sie befinden sich hier: Startseite, Kultur & Tourismus,Stadtportrait,Ascheberger Besonderheiten

Inhalt

Ascheberger Besonderheiten

Foto der Fratzen am Schloss Johannisburg

Foto: Stadt- und Stiftsarchiv.

Laut Überlieferung hatte Aschaffenburg einst sieben Wahrzeichen:

Das erste Wahrzeichen

Zwei 1574 gepflanzte und im Laufe der Zeit auf 125 Fuß kerzengerade hochgewachsene Linden prägten die Silhouette des Stiftsbergs. Die eine stand neben dem Kreuze auf dem Kirchhof, die andere in dem Hofraum hinter dem Kapitelhaus. Da sie die Kirche und die Nebengebäude überragten, lieferten sie noch in weiter Ferne ein eindrucksvolles Bild. 1811 fiel die außerhalb des Kreuzganges stehende Linde einem Sturm zum Opfer und dreißig Jahre später, am 18. Oktober 1841, wurde auch die zweite während eines Herbststurmes umgerissen.

Das zweite Wahrzeichen

Die „Burgmühle“, die sich auf dem heutigen Platze zwischen Schlossterrasse und Schlosstreppe erhob, bot durch das mächtige Mühlenrad und den an dieser Stelle 40 Fuß tief herabstürzenden Röderbach einen imposanten Anblick.

Das dritte Wahrzeichen

Im Jahre 1750 schuf ein Aschaffenburger Kunstschmied das dritte Wahrzeichen. Auf die am Sandturm angebrachte Monduhr waren die Aschaffenburger mächtig stolz. Unter deren Zifferblatt drehte sich eine halb schwarze, halb vergoldete Kugel, die die Mondphasen veranschaulichte.

Das vierte Wahrzeichen

Mit dem Bau des Schlosses 1605 bis 1618/19, das in unserem Lande seinesgleichen sucht, erweiterte sich die Liste der Wahrzeichen: 160 Köpfe! 160 verschiedene Gesichter! schmücken die Altanen der vier Türme. Das sind schon allerhand!

Das fünfte Wahrzeichen

Dem Mainzer Erzbischof und Kurfürsten Anselm Franz von Ingelheim (1634-1695), der am 12. Dezember 1680 während einer Jagd im Spessart bei Lichtenau von einem Eber angegriffen wurde, rettete ein Begleiter, sein Leibarzt Dr. Georg Christoph Petri von Hartenfels, durch beherztes Eingreifen das Leben. Der mit einem Spieß durchbohrte Eberkopf wurde im Torgang des Schlosses zur allgemeinen Besichtigung freigegeben.

Das sechste Wahrzeichen

Mit der riesigen Pflugschar, die an dem alten Schlossturm hing, sollen Riesen das Mainbett ausgegraben haben. Eine beim Schlossbau ausgegrabene Rippe eines Riesen ergänzte das Wahrzeichen Nummer 6 effektvoll. Tatsache war: Das Eisenwerk in Laufach hatte 1775 die mächtige Pflugschar dem Erzbischof und Kurfürsten Carl Theodor von Dalberg (1744-1817) als Zeichen der Wertschätzung verehrt. Die Rippe freilich stammte vom einem ausgegrabenen Mammut. Pflugschar und Rippe sind heute verschwunden.

Das Siebte Wahrzeichen

Sieben ist eine Glückszahl! Sieben Wahrzeichen müsste man haben, sagten die Alten. Man suchte lange vergeblich. Endlich kam einer und hatte das siebte Wahrzeichen entdeckt. Er führte den Magistrat an den Standplatz des Wahrzeichens, an den Schlossberg. Wahrlich, so etwas gibt es in keiner Stadt mehr: In der Mauer fand sich die steinerne Wiedergabe eines nacktes Körperteils, das auszusprechen, nicht als vornehm gilt (siehe Ascheberger A...).

Da von den sieben Wahrzeichen im Laufe der Jahrhunderte eins nach dem anderen verschwand und über das eine nicht gesprochen wird, ist das Schloss Johannisburg das einzige heute noch erhaltene Wahrzeichen der Stadt Aschaffenburg.