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Ascheberger Besonderheiten

Bildnis des verrückten Hauses

Foto: M. Wacker, Stadt- und Stiftsarchiv.

Mit dem Anschluss Aschaffenburgs an die Ludwig-Westbahn 1854 entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. Der Aschaffenburger Hauptbahnhof erfuhr mehrfache Veränderungen. Im Zuge einer Erweiterung der Gleisanlagen im auslaufenden 19. Jahrhundert wurde ein 1891 von der bayerischen Eisenbahnverwaltung erworbenes Wohnhaus in der Glattbacher Straße 12 nicht abgerissen, sondern auf spektakuläre Weise transloziert. Das Geburtshaus des Malers, Schriftstellers und Philosophen Joseph Anton Schneider, später Schneiderfranken (1876-1943) – ein massiv steinernes Gebäude – wurde 110 Meter nordwärts an seinen heutigen Standort (Glattbacher Überfahrt Nr. 13) verschoben. Laut zeitgenössischem Presseartikel ging die Hausverschiebung folgendermaßen vor sich: „Das zu verschiebende Haus ist unterfangen mit einem eisernen Roste. Vom alten zum neuen Hausplatze führt ein stark unterlegter Geleisestrang mit zwei Eisenführungen, die hohlkehlartig vertieft sind. Diesen Führungsschienen entsprechen unter dem Eisenroste des Hauses zwei unten mit Hohlkehlen versehene Führungsbalken. Die Rinnen dienen zur Aufnahme von metallenen Laufkugeln, die in den Geleisehohlkugeln liegen und über welche das Haus mit seinen Führungsrinnen hinwegrollen wird.“ Die Arbeiten kamen gut voran und dauerten von Mitte Oktober bis Anfang Dezember 1897. Am 6. Dezember befand sich schließlich das Haus wieder über seinen neuen Grundmauern und ein geschmücktes Tannenbäumchen auf dem Dachfirst zeigte die erfolgreich beendete Aktion an.