Kommunale Wärmeplanung Aschaffenburg 2026

Der kommunalen Wärmeplanung (KWP-2026) wurde im Aschaffenburg Stadtrat am 10. November 2025 diskutiert und nach einem weiteren Beteiligungsverfahren am 23.02.2026 in der aktuellen Version zur Umsetzung beschlossen. Die zusammenfassenden Eckpunkte dieses KWP-2026 sind: in rund 80% des Stadtgebietes muss die Errichtung eines Nahwärmenetzes ausgeschlossen werden. In den restlichen (zentralen) Stadtgebieten wird die Verwaltung zusammen mit der AVG beauftragt, die Möglichkeiten für ein Nahwärmenetz vertiefter zu untersuchen. Das Untersuchungsziel bleibt hier: Ermittlung einer bezahlbaren Nahwärme aus 100% erneuerbaren Energien. Die Verwaltung plant für diese vertiefenten Untersuchungen 3-4 Jahre ein.

Ausgangspunkt ist das Wärmeplanungsgesetz der Bundesregierung, das alle Städte verpflichtet, einen Plan zu erstellen, wie die Wärmeversorgung vor Ort in den nächsten Jahren klimaneutral werden kann. Die Stadt Aschaffenburg muss diesen Plan zwar erst im Juni 2028 vorlegen – ist aber in Vorlage gegangen. Durch ein intensives Beteiligungsverfahren mit vielen Akteuren – insbesondere der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG), der Stadtbau und einigen großen Gewerbeunternehmen liegen nun die ersten Ergebnisse vor – erstellt von dem erfahrenen Fachbüro EBB-ENERKO.

Förderung: Dieser KWP wird durch die Bundesregierung zu 90% gefördert – vertreten und betreut durch die bundeseigene ZUG gGmbH (Zukunft-Umwelt-Gesellschaft)

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Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, einen Fahrplan für eine klimafreundliche Wärmeversorgung bis zum Jahr2045 zu entwickeln. Dabei gibt es Zwischenziele für die Jahren 2030, 2035 und 2040, an denen geprüft wird, wie weit die Stadt schon gekommen sind.

Die Planung erfolgte in mehreren Schritten – und wird nun weiter vertieft:

1. Wo sind Wärmenetze sinnvoll?

Zunächst wurde untersucht, welche Stadtgebiete sich besonders gut für den Anschluss an ein Wärmenetz eignen und wo eher andere Lösungen sinnvoll erscheinen. Diese sogenannte Eignungsprüfung hilft dabei, frühzeitig sinnvolle Versorgungsansätze zu erkennen.   

2. Wie ist die Wärmeversorgung heute?

Im nächsten Schritt wurde der aktuelle Stand in Aschaffenburg erfasst. In der Bestandsanalyse wurden unter anderem die bestehende Gebäudestruktur, die aktuellen Energieverbräuche und die vorhandenen Heizsysteme untersucht.

3. Welche Möglichkeiten haben wir?

In der Potenzialanalyse wurde geschaut, wie viel Einsparung durch Gebäudesanierung möglich ist – und welche erneuerbaren Wärmequellen in Aschaffenburg zur Verfügung

stehen. Dazu zählen zum Beispiel Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Erdwärme (Geothermie), Wärme aus Flusswasser oder Abwasser, Biomasse oder industrielle Abwärme.

4. Wie sieht die Wärmeversorgung der Zukunft aus?

Aus all diesen Erkenntnissen wird ein Zielbild für das Jahr 2045 entwickelt. Es beschreibt, wie die Stadt Aschaffenburg in Zukunft mit Wärme versorgt werden soll – also wo Wärme-

netze sinnvoll sind, wo individuelle Lösungen besser passen und wie die verschiedenen Stadtteile eingebunden werden. Auch für die Jahre 2030, 2035 und 2040 wird festgelegt, welche Entwicklungen bis dahin erreicht sein sollten.       

5. Und wie setzen wir das um?

Die nun vorliegende erste Version des „Kommunalen Wärmeplan für Aschaffenburg 2026“ weist nun zwei Bereiche im Stadtgebiet aus.          
a) der überwiegende Anteil des Stadtgebietes sind Flächen, bei denen ein kommunales Wärmenetz als unwahrscheinlich eingestuft wird. Hier müssen sich die Hausbesitzer darum selbst um eine dezentrale und trotzdem klimaneutrale Wärmeversorgung kümmern. Die Stadt Aschaffenburg bietet dazu Beratungen, durch das Sachgebiet Klima und Nachhaltigkeit sowie den Verbraucherservice Bayern oder Kampagnen an – siehe dazu u.a. www.heimvooorteil.de. Dies ist eine Regional-Kampagne zusammen mit den beiden Landkreisen der Region, den Innungen, Energieberatern und Stadtwerken. Hier gibt es auch eine Förderberatung.       
b) für einen kleineren Bereich des Stadtgebietes (v.a. Innenstadt, Kernbereich Damm und Hefner-Alteneck) empfiehlt nun diese erste Version des KWP (2026) eine weitere vertiefte Realisierungsuntersuchung für Wärmenetze. Gesucht werden konkrete Lösungen, bei denen klimaneutrale Wärmenetze mit günstigen Kosten realisierbar sind, damit deren Wärmepreise mit dezentralen Lösungen (v.a. Wärmepumpen) konkurrieren können. Die AVG hat diese vertieften Untersuchungen bereits eingeleitet. Dazu gehört dann auch die konkrete Standortsuche für klimaneutrale Wärmezentralen und deren Leitungswege.


Den Endbericht können Sie hier herunterladen:

Wärmeplan 2026 Stadt Aschaffenburg Endbericht

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