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Von Dresden nach Davos: 30 Jahre Kirchner-Graphik

Ab dem 23. September zeigt das KirchnerHAUS Aschaffenburg 53 Werke aus Ernst Ludwig Kirchners druckgraphischem Werk.
Das druckgraphische Werk Ernst Ludwig Kirchners ist an Qualität und Umfang einzigartig und nur mit der Graphik des Oeuvres von Picasso vergleichbar. Es umfasst mehr als 2.000 Arbeiten und nahezu jede davon kann man als ein Unikat bezeichnen, denn Kirchner druckte seine sämtlichen graphischen Blätter selbst: In extrem kleinen Auflagen von ganz wenigen Exemplaren, die sich zudem noch meist in ihren vom Künstler bearbeiteten Zuständen unterscheiden. Hieraus zeigt die Ausstellung im KirchnerHAUS einen kleinen, qualitätsvollen Ausschnitt von 53 Werken. Sie alle gehören zur exzellenten Privat-Sammlung eines vom druckgraphischen Werk Ernst Ludwig Kirchners begeisterten Kunstliebhabers.
Sie umfasst in ihrer Breite den gesamten Zeitraum von den frühen Holzschnitten, Lithographien und Radierungen der Dresdner Jahre bis zu den ganz späten, in der Berglandschaft um Davos entstandenen Blättern. Dazwischen liegen die Jahre 1912-1914, in denen Kirchner mit seiner Lebensgefährtin Erna Schilling und mit Künstlerfreunden unvergessliche Sommerwochen auf Fehmarn verbrachte, aber auch die Monate im Sanatorium Dr. Kohnstamm in Königstein im Taunus, wo der im Ersten Weltkrieg schwer erkrankte Kirchner als Patient weilte und dennoch eindringliche Kunstwerke auf Papier hervorbrachte. Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt jedoch auf den Schweizer Jahren des Künstlers. Kirchner war 1917 zur Genesung auf die hochgelegene Stafelalp gebracht worden und lebte danach von 1918 bis 1938 ausschließlich in der Umgebung von Davos. Hier entfaltete er in den druckgraphischen Techniken nochmals ein eindrucksvolles Spätwerk, das sich vom Stil der Brücke-Jahre gelöst und – etwa um 1930 – zu einer mehr und mehr abstrahierenden Formgebung gefunden hatte. Vor allem die Holzschnittkunst führte Kirchner mit einem technisch virtuosen, ausdrucksvollen Stil zu ganz neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Dessen war er sich bewusst, und er formulierte es in Texten, in denen er unter dem Pseudonym „L. de Marsalle“ sein zeichnerisches und druckgraphisches Werk selbst deutete und entsprechend wertschätzte. Diesem Teil seiner Biographie widmet der ausstellungsbegleitende Katalog einen Beitrag von einem der profundesten Kenner seines Werks, Dr. Wolfgang Henze.
Der von E.L. Kirchner alias Louis de Marsalle verfasste und reich bebilderte Aufsatz „Über Kirchners Graphik“ im „Genius“ von 1921 wird im Katalog erstmals als Faksimile publiziert; ebenso ein bislang unbekannter Kirchner-Brief aus dem Jahr 1916.
Katalog:
Es erscheint ein 80-seitiger Katalog mit Abbildungen sämtlicher Werke der Ausstellung und Textbeiträgen von Dr. Wolfgang Henze und Dr. Brigitte Schad zum Preis von 15.00€.
Öffentliche Führungen: Anne Hundhausen - Jeweils sonntags um 14.30 Uhr zu folgenden Terminen: 24. September, 08., 22., 29. Oktober, 12. und 19. November, sowie 10. Dezember 4.50 € + Eintritt. Für Mitglieder Eintritt und Führungsgebühr frei.
Experten-Führungen: Dr. Dr. Bernd Wengler 5. und 26. November sowie 3. Dezember, jeweis um 14.30 Uhr 4.50 € + Eintritt. Für Mitglieder Eintritt und Führungsgebühr frei.

Veranstaltungsdaten
  • Veranstaltung:
    Von Dresden nach Davos: 30 Jahre Kirchner-Graphik
    Kategorie:
    Ausstellungen/Museen – Ausstellungen/Museen
    Uhrzeit:
    14:00-17:00 Uhr
    Infos:
    www.kirchnerhaus-aschaffenburg.de