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"Kirchners Badende – Einheit von Mensch und Natur"

Kirchners Badende. Einheit von Mensch und Natur „Die Bilder der Badenden gehören zum Bedeutendsten, das der deutsche Expressio-nismus geschaffen hat. Neben der Großstadt-Welt ist der Akt in der Landschaft das zweite Hauptthema der Epoche, dem sich vor allem die Künstler der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergemeinschaft >Brücke< … gewidmet haben.“ J. Hülseweg-Johnen Der sich in der freien Natur bewegende und in Einheit mit ihr fühlende nackte Mensch besaß für Ernst Ludwig Kirchner eine besondere Faszination. Stets war er auf der Suche danach, dieses Thema immer wieder neu zu erfinden und in Zeichnungen, Gemälden, druckgrafi-schen Arbeiten sowie Skulpturen umzusetzen. Dabei entstanden Werke, die „zum Bedeu-tendsten [gehören], dass der deutsche Expressionismus geschaffen hat. Neben der Groß-stadt-Welt ist der Akt in der Landschaft das zweite Hauptthema der Epoche, dem sich vor al-lem die Künstler der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergemeinschaft ›Brücke‹ … gewidmet haben.“ Von den jungen revolutionären Brücke-Künstlern, die sich mit ihrem selbst gegebenen Pro-gramm „Arm- und Lebensfreiheit verschaffen“ wollten „gegenüber den wohlangesessenen älteren Kräften“ ist es der 1880 in Aschaffenburg geborene Ernst Ludwig Kirchner, der am entschlossensten alle Hürden wilhelminischer Prüderie über Bord wirft und sich mit seinen Künstlerfreunden und den jungen weiblichen Modellen erst an die Moritzburger Seen bei Dresden und dann drei Sommer lang auf die Ostseeinsel Fehmarn zurückzieht, um „nackte Menschen in freier Natur“ zu zeichnen, zu malen und in Holz zu schneiden. In diesen Bade-szenen hat Kirchner seinen Stil, Form, Farbe, Linie und Gebärde, immer wieder erprobt und neu erfunden. Mit den Bildern der Badenden gelingen ihm die größten und differenziertesten Kompositionen. 1914 wird Ernst Ludwig Kirchner während seines Sommeraufenthaltes auf Fehmarn vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs überrascht, muss „Hals über Kopf“ zurück nach Berlin und wird 1915 zur Artillerie nach Halle eingezogen. Weil er den Militärdienst nicht verkraftet, kommt er in das Sanatorium Dr. Kohnstamm in Königstein im Taunus. 1916, noch als Patient malt er im Brunnenturm des Sanatoriums - in Erinnerung an die glücklichen Sommer auf Fehmarn - einen monumentalen Gemäldezyklus mit dem Thema der Badenden. Diese Ge-mälde, die zu den eindrucksvollsten Werken expressionistischer Wandgemälde zählen, wer-den in nationalsozialistischer Zeit größtenteils zerstört. Durch den Ersten Weltkrieg generiert die idealisierte Vorstellung der Einheit von Mensch und Natur zur Utopie. In dem Motiv der Badenden sublimiert der Künstler seine Erinnerungen. 1917/18 zieht sich Kirchner nach mehreren Erholungsaufenthalten endgültig in die Schweiz zurück. An den Bergbächen von Davos greift er das Thema der Badenden erneut auf. Seine Partnerin Erna Schilling, Besucherinnen, Künstlerfreunde und deren Familien stehen ihm als fröhlich badende Nackte Modell. Badeszenen durchziehen Kirchners Werk wie ein roter Faden. Mit Gemälden, zahlreichen Aquarellen, Zeichnungen und druckgraphischer Arbeiten präsentiert das Museum im Ge-burtshaus des Künstlers, das KirchnerHAUS Museum Aschaffenburg, darum dieses zentrale Thema im Werk Ernst Ludwig Kirchners – von seinen künstlerischen Anfängen, den Bade-KirchnerHAUS Museum, Ludwigstraße 19, 63739 Aschaffenburg, Tel.: +49 (0)6021 58 09 250 info@kirchnerhaus.de | www.kirchnerhaus.de szenen in den Ateliers, über die Badenden an den Moritzburger Teichen, auf der Ostseeinsel Fehmarn und, nach dem Ersten Weltkrieg, in Davos. Erstmals werden die Reproduktionen der verlorenen Wandgemälde aus dem Sanatorium Dr. Kohnstamm in Königstein farbig und in Originalgröße in einem „Kirchner-Kubus“ am Hbf. Aschaffenburg gezeigt. Das temporäre Bauwerk wurde von der TH Aschaffenburg, im Stu-diengang Multimediale Kommunikation und Dokumentation, digital rekonstruiert und in enger Zusammenarbeit mit der Adam Hörnig Baugesellschaft umgesetzt. Förderer und Unterstützer*innen des Kunstprojekts (Ausstellung und „Kirchner-Kubus“) sind neben den zahlreichen Leihgebern u.a. die RNK-Stiftung, die ART MENTOR Foundation Lucerne, die Kulturfonds Bayern – Kunst, der Bezirk Unterfranken | Unterfränkische Kultur-stiftung und die Adam Hörnig Baugesellschaft mbH & Co.KG. E.L. Kirchner, Mit Schilf werfende Badende, 1909, Farbholzschnitt, Privatsammlung Deutschland-Belgien Weitere Informationen: ÖFFNUNGSZEITEN Dienstag bis Freitag 14:00 – 17:00 Uhr Samstag bis Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr 24. / 25. / 31.12.2021 geschlossen Zur Ausstellung erscheint ein Ausstellungskatalog inklusive QR-Code, mit dem Kirchners Wandgemälde im Brunnenturm des Königsteiner Sanatoriums digital abgerufen werden kann! EINTRITT wird erhoben Freier Eintritt für Mitglieder des KirchnerHAUS Aschaffenburg e.V. Der Kirchner-Kubus ist frei zugänglich! FÜHRUNGEN Öffentliche Führungen: Jeden Sonntag, 14:00 Uhr Familienführungen: 30. Okt./20. Nov./11. Dez. 2021 15. Januar 2022 jeweils 15:00 Uhr Gruppenführungen: u.a. für Schulklassen, Sonderführungen mit der Kuratorin auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten auf Anfrage KirchnerHAUS Museum, Ludwigstraße 19, 63739 Aschaffenburg, Tel.: +49 (0)6021 58 09 250 info@kirchnerhaus.de | www.kirchnerhaus.de

Veranstaltungsdaten
  • Veranstaltung:
    "Kirchners Badende – Einheit von Mensch und Natur"
    Kategorie:
    Ausstellungen – Ausstellungen
    Uhrzeit:
    11:00-17:00 Uhr
    Karten:
    Museumskasse
    Infos:
    www.kirchnerhaus.de