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"Lisbeths letzte Reise"

 Einer will sterben, die andere nicht. Lisbeth und Heinrich Carlé konnten unterschiedlicher nicht sein. Während er auf seinen schnellen Tod drängt, klammert sie sich an das Leben. Acht Jahre währt ihr Martyrium. Auf die Banalität des Sterbens und die Tatsache, dass sie am Ende ihres Lebens gar nichts mehr im Griff hat, reagiert sie verletzt. Wie schon den Verfall Heinrichs dokumentiert ihr Sohn nun auch ihre langsame Auflösung. Erst schwindet ihre Kraft, dann die Farbe ihres Haars, und schließlich frisst sie der Krebs von innen auf. Im Gegensatz zu ihrem Mann aber darf Lisbeth nicht daheim sterben. Jahrelang wechselt sie vom Heim ins Krankenhaus und wieder zurück ins Heim. „Alle warten nur auf den Tod“, sagt sie und wünscht sich selbst einen „kurzen Prozess“. Einerseits. Andererseits lässt die Katholikin, für die das Leben heilig ist, lange nicht los. Bis sie im Alter von 94 Jahren stirbt.
Das Totenbild seiner Mutter spart Prof. Thomas Carlé im Film aus. Stattdessen zeigt er das wogende Feld vom Anfang, Sinnbild eines bewegten Lebens.
Hospizgruppe Aschaffenburg e. V.
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63739 Aschaffenburg
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