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Leitbild der Digitalisierung der Stadt Aschaffenburg

Die Stadt Aschaffenburg möchte den Digitalisierungprozess aktiv gestalten. Hierfür wurde ein "Leitbild der Digitalisierung" formuliert. Dieses Leitbild soll die gemeinsame Haltung seitens städtischer Politik und Verwaltung zur digitalen Transformation aufzeigen. Es wurde am 27. Mai 2019 im Stadtrat einstimmig verabschiedet.

Das Leitbild der Digitalisierung zum Download

 

Präambel

Der Prozess der Digitalisierung schreitet rasch und in steigendem Tempo voran und vollzieht sich in allen gesellschaftlichen, privaten und wirtschaftlichen Bereichen und Lebenswelten unserer Stadt sowie deren Umland. Im Mittelpunkt aller Entscheidungen im digitalen Strukturwandel stehen die Menschen. Die digitale Transformation muss daher als Kernanliegen haben, die zukünftige Lebensqualität der Bürger/innen beizubehalten und zu verbessern. Die Prozesse im Rahmen der Digitalisierung müssen über geographische und politische Grenzen hinaus aufeinander abgestimmt werden. Die Chance auf Gestaltung dieser Prozesse muss allen Bürger/innen offenstehen. Das Potential derer, die sich für die Stadtgesellschaft einsetzen wollen, soll gefördert und weiterentwickelt werden. Digitalisierungsvorhaben müssen zu den Bedürfnissen der Menschen, zu den Bedürfnissen von Vereinen, Verbänden, Verwaltungen und denen von großen, mittleren und kleinen Unternehmen passen. Sie sollen die Identität der Stadt und ihres Umlandes nachhaltig aufgreifen. Gesellschaftliche Teilhabe und Heimat sind Werte, die im digitalen Strukturwandel bewahrt werden müssen. Die Wirtschaftsstruktur der Region Bayerischer Untermain mit mehrheitlich kleinen und mittleren Handwerks- und Industriebetrieben und einem lebendigen Handel ist dabei eine wichtige Grundlage des Zusammenlebens.

Die Stadt hat den klaren Anspruch, den Prozess der Digitalisierung aktiv zu gestalten. Damit personenbezogene Daten unserer Bürger/innen kompetent, geschützt sowie sicher und vielfältig genutzt werden können und um die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen zu erhalten, stehen wir ein für die technologische Souveränität unserer Stadt. Dazu gehört, dass digitale Schlüsseltechnologien in unserer Stadt und der Region verstanden, analysiert und gezielt genutzt werden. Die Autonomie und Kontrolle der Informations- und Kommunikationstechnologien, einschließlich der Dienstinfrastrukturen, Websites, Anwendungen und Daten, muss in Übereinstimmung mit der aktuellen Rechtslage durch Rahmenbedingungen gestaltet werden, wozu, falls übergeordnete Strukturen nicht ausreichen, auf regionaler Ebene Vorgaben zu treffen sind.

Die Akteure/innen der Region aus Politik, Wirtschaft, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen, Wissenschaft und Verwaltung sind sich der Bedeutung des digitalen Strukturwandels bewusst. Als Region der Kooperation suchen sie den Schulterschluss, um mit geeigneten Maßnahmen den Prozess der Digitalisierung aktiv zu gestalten und dadurch die Wirtschafts- und Innovationskraft am Bayerischen Untermain zu sichern sowie die Lebensqualität zum Wohle der Menschen auszubauen.

Vom Reden zum Handeln – dies sind unsere Aktionsfelder

  • Digitale Vernetzung: Die Region ist stark, wenn sie gemeinsam anpackt und pragmatisch handelt. Es ist Zeit für eine Bündelung der zentralen Akteure/innen der Stadt Aschaffenburg sowie der Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg.
  • Digitale Innovation und Wissenstransfer: Unternehmen lernen viel voneinander und entwickeln im Dialog mit Kunden, aber auch mit Lieferanten und Wettbewerbern Ideen für innovative Prozesse, Produkte und Dienstleistungen. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung wird eine größere Mobilisierung in den Firmen und in den Verwaltungen der Gemeinden, Landkreise und Städte sowie eine neue Qualität von Dialog benötigt. Wir gestalten ein kreatives Milieu mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung“. Das digitale Gründerzentrum „Alte Schlosserei“ in Aschaffenburg ist gemeinsam mit der Technischen Hochschule Aschaffenburg mit der Forschungseinrichtung ZeWiS sowie dem Zentrum für Technologie, Existenzgründung und Cooperation (ZENTEC) ein wichtiger Baustein in diesem Prozess.
  • Digitale Transparenz und Offenheit: Zu den digitalen Rechten der Bürger/innen gehören Privatsphäre, Sicherheit, Informationsselbstbestimmung und Neutralität. Die Stadt setzt sich für die digitalen Rechte aller Bewohner/innen ein. Den Bürger/innen bleibt die Entscheidung, was mit ihrer digitalen Identität geschieht, wie sie ihre digitalen Daten nutzen und für welche Zwecke. Die digitale Demokratie ermöglicht eine stärkere Beteiligung der Bürger/innen an der Gestaltung und Verwaltung städtischer Dienstleistungen.
  • Digitale Bildung, Qualifizierung sowie Ausbildung von Fachkräften und Kultur: Die Anforderungen an die Arbeitnehmer/innen wachsen und erfordern überfachliche Fähigkeiten. Menschen und Betriebe der Region benötigen bedarfsgerechte Informations- und Weiterbildungsangebote, Anlaufstellen und eine angepasste Fachkräftestrategie. Die Digitalisierung der Schulen und die Förderung des digitalen Angebots von Kultureinrichtungen ist wesentliche Grundlage der digitalen Gesellschaft.
  • Digitale Mobilität: Der Verkehr der Zukunft muss umweltgerecht und digital nach individuellen Bedürfnissen gesteuert werden, um attraktive und erreichbare Lebensräume, vor allem unter Stärkung des ÖPNV, zu schaffen.
  • Digitale Infrastruktur: Digitale Infrastruktur muss nachhaltig ausgebaut und den Bedürfnissen der technischen Entwicklung ständig angepasst werden. Dies ist eine kommunale Aufgabe, die nicht alleine Dritten überlassen werden darf.
  • Digitale Wirtschaft, Unternehmen, Gewerbe und Handel: Die Region besitzt eine starke mittelständische Wirtschaft mit einer hohen Wertschöpfungstiefe in der Metropolregion Frankfurt Rhein-Main. Die Digitalisierung verlangt von der städtischen Wirtschaft ein komplettes und komplexes Umdenken. Hierfür müssen städtische Strukturen und Planungen dem schnellen Wandel agil und nachhaltig angepasst werden, damit die Stadt eine verantwortungsvolle Förderin und Partnerin für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung sein kann. Wissen - gesellschaftlich, unternehmerisch und technisch - steht hierbei im Mittelpunkt und ist der Kern smarter Digitalisierungskonzepte, die in einem Netzwerk für wirtschaftliche Digitalisierung vermittelt und gefördert werden.
  • Digitale Verwaltung: Offene Daten und offene Standards, Formate und Protokolle bieten Verwaltung und Bürgerschaft Werkzeuge, die einen diskriminierungsfreien Zugang zu digitalen Diensten und deren Bereitstellung ermöglichen. Dies ist nicht nur ein technologisches Paradigma, sondern eine Kultur, die Einzelpersonen und Gemeinschaften hilft, ihre digitalen Rechte zu schützen sowie Innovationen und gemeinsam Ziele zu erreichen, die für die Gesellschaft von Vorteil sind.

Unsere Ziele

Städtische und regionale Digitalpolitik gibt dem Schutz der digitalen Rechte der Bürger/innen Vorrang, spiegelt ihre Wünsche wider und basiert auf ihrer Beteiligung.

Kommunale Informationstechnik setzt die digitalen Rechte der Bürger/innen um. Sie dient unterstützend im Hinblick auf Datenschutz, Sicherheit, Rechenschaftspflicht und Neutralität. So können die Bürger/innen entscheiden, wofür und von wem ihre digitale Identität genutzt wird.

Alle kommunalen digitalen Dienste werden so umgesetzt und weiterentwickelt, dass sie ohne Hürden zugänglich sind. Die digitale Infrastruktur soll hierbei unter Aufsicht der Stadt bleiben und die gesamte Hardware steht unter der Kontrolle der Stadt. Die Stadt Aschaffenburg veröffentlicht die Komponenten ihrer Dienstinfrastrukturen und teilt sie mit anderen Beteiligten in der Region Bayerischer Untermain, um eine breitere Beteiligung an der Verbesserung dieser gemeinsamen Komponenten einzeln oder gemeinsam zu ermöglichen. Die offene Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von öffentlichen Daten steht im Interesse der Allgemeinheit.

Die Stadt Aschaffenburg fördert ein lokales System sowie den sog. „digitalen Erlebnisraum“, also die wachsende Verschmelzung von digitalen und analogen Prozessen und profitiert davon. Die Gesellschaft und das Leben in der Stadt und in der Region sind eng mit dem Begriff „Heimat“ verbunden. Digitalisierung und damit einhergehende Prozesse sollen diese städtische und regionale Identität verstärken und das Zusammenleben der Bürger/innen attraktiv gestalten. Potentiale und Prozesse der Digitalisierung müssen identifiziert und angestoßen werden, um Effizienz und Qualität von Serviceleistungen, Produktionsprozessen und allgemeinen Lebensumständen zu erhöhen und dadurch die heimischen sozialen Strukturen zu stärken.