„Das Kommz ist eine Lebenseinstellung“
Gut besuchte Eröffnung der Ausstellung „Kosmos Kommz – fünf Jahrzehnte Utopie?“ am 8. Juni im Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg
Mehr als 200 begeisterte Gäste haben am Montagabend, 8. Juni, die Eröffnung der Ausstellung „Kosmos Kommz – fünf Jahrzehnte Utopie?“ im Stadt- und Stiftsarchiv miterlebt. Oberbürgermeister Markus Schlemmer begrüßte die zahlreichen Gäste und hob in seiner Rede die jahrzehntelange Bedeutung des Kommz für die Stadtgesellschaft und –kultur hervor. Kommz sei als Musikfestival „ein Ort sozialer Begegnungen, der Musik und des Austausches“, „ein Raum für bürgerschaftliches Engagement“. Die Ausstellung dokumentiere und würdige ein Stück Stadtgeschichte, das mehrere Generationen zusammenbringe. Aus diesem Grund erhalte das Kommz den Kulturpreis der Stadt Aschaffenburg, der am 3. Juli verliehen werde.
Dr. Joachim Kemper, Leiter des Stadt- und Stiftsarchivs, wies auf die Rolle des Festivals für die Stadtgeschichte und Stadtgesellschaft hin. Das Kommz sei über die Jahre zu einer kulturellen Instanz geworden. „Für viele Generationen war es ein Erfahrungsraum – ein Ort, an dem Musik, politische Diskussion, Selbstorganisation und kulturelle Experimente aufeinandertrafen. […] Das Kommz hat Handlungsspielräume geschaffen, für kreative Idee, rege Beteiligung, sozialen Protest und neue Lebensentwürfe“. Als kommunales Archiv komme dem Stadt- und Stiftsarchiv die Rolle zu, eben jene Zeugnisse zu sammeln, zu bewahren und zugänglich zu machen, die den gesellschaftlichen Wandel, die Kulturpraxis und die facettenreiche Identität einer Stadt dokumentieren – nicht nur die der Vergangenheit, sondern auch die der Gegenwart.
Das Archiv, so Joachim Kemper weiter, habe dementsprechend bereits Dokumente des Festivals in Form unter anderem von Plakaten, Flyern, Eintrittskarten und Fotos in seinen Bestand aufgenommen. Über die Mitmachplattform www.heimathub.de und einen Sammlungsaufruf des Archivs seien ebenfalls Zeitdokumente eingegangen. Alle seien herzlich eingeladen, diese Sammlung wachsen zu lassen.
Kurator Christian Hahn vom Büro für Erinnerungskultur erläuterte anschließend das Ausstellungskonzept, das Zusammenwirken mit der Kommz Gruppe und die Ziele der Ausstellung. Als er die Kommzler und Kommzlerinnen im überfüllten Ausstellungsraum mit zeitgenössischen Pressezitaten begrüßte, brach Jubel aus. Hahn betonte, dass die Ausstellung sich bewusst an viele Menschen richte, an diejenigen, die das Festival schon lange kennen und sich vielleicht in der Ausstellung wiederentdecken, und an jene, die bisher vielleicht nur davon gehört haben und sich ein genaueres Bild machen möchten. Das Mitmachen sei eine Besonderheit des Kommz. Das bestätigten auch die „archivischen Spuren“ der Gäste auf den Kommz-Tischen im Ausstellungsraum. Viele von ihnen ließen vergangene Emotionen und Ereignisse Revue passieren.
Die musikalische Umrahmung des Abends machte Morgika, eine junge ukrainische Singer-Songwriterin, die das Kommz-Festival bereits besucht und liebgewonnen hat. Mit sanften Klängen aus Folk- und Blugrass begleitete sie die anregenden Gespräche der Gäste im Ausstellungsraum und im Hof bis zum späten Abend. Für den kulinarischen Genuss sorgte das Team des Stadt- und Stiftsarchivs.
Bis 13. September können die Besucherinnen und Besucher im Schönborner Hof, Wermbachstraße 15, in den „Kosmos Kommz“ eintauchen und eine gelebte „Utopie“ kennenlernen.
Öffnungszeiten
Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Freitag, 11 bis 16 Uhr, und an den Wochenenden 13. und 14. Juni, 27. und 28. Juni, 4. und 5. Juli, 11. und 12. Juli, 8. und 9. August, 22. und 23. August sowie 12. und 13. September, von 11 bis 16 Uhr.
Außerdem ist die Ausstellung während der Abendveranstaltungen am 3. und 4. Juli sowie in der Museumsnacht am 11. Juli geöffnet.
Führungen auf Anfrage an stadtarchiv@aschaffenburg.de.
Weitere Termine:
Musikbühne und Verleihung des Kulturpreises der Stadt an die Kommz-Gruppe am Freitag, 3. Juli, um 17.30 Uhr im Schönborner Hof, Wermbachstraße 15
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11 bis 16 Uhr.
Weitere Infos zum Kommz bietet auch der Podcast des Main-Echos "Das Kommz hat mein ganzes Leben geprägt": Das Aschaffenburger Festival wird 50
https://www.main-echo.de/mediathek/podcasts/das-kommz-hat-mein-ganzes-leben-gepraegt-das-aschaffenburger-festival-wird-50-sts-32589
https://stadtarchiv-aschaffenburg.de/kosmos-kommz-ausstellung