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08.05.2020:
 Online Geigenunterricht

Geigenunterricht in Zeiten von Corona

„Ein klein wenig musischer Alltag in schweren Zeiten“

Mit großem Engagement haben die Lehrkräfte der städtischen Musikschule Aschaffenburg in den vergangenen Wochen den Musikunterricht für ihre Schülerinnen und Schüler aufrechterhalten. Das war nicht einfach, aber erfolgreich, so das Fazit des Fachbereichs Streichinstrumente.
Ob Online-Unterricht über Videoplattformen, Notenlernen per Gruppenchat oder auch Austausch per Telefon – die Lehrerinnen und Lehrer haben sich viel einfallen lassen, damit ihre Schützlinge am Ball bleiben.

Mit Hürden hatten zu Beginn allerdings alle zu kämpfen. „Es war ein sehr hohes Maß an Kommunikation notwendig“, erzählt Martin Baarlink, Leiter des Fachbereichs Streichinstrumente, der selbst Violine und Viola unterrichtet. „Mit sämtlichen Eltern musste besprochen werden, auf welchem Wege wir den Unterricht fortführen können.“
Wackelnde Internetverbindungen, schlechte Tonqualität und die manchmal räumliche Enge in den eigenen vier Wänden strengen an und machen es Lehrkräften und Schülern nicht immer leicht. Trotzdem: Pünktlich sitzen die Schülerinnen und Schüler an ihren Empfangsgeräten und warten auf das „startklar?“. Auch bei Gisela Schneider, Violine, Andreas Lippert, Violoncello, und Geigenlehrerin Cordula Wildenhain. Sie unterrichtet seit 16. März online zu den üblichen Stundenplanzeiten, nimmt für ihre Schüler Sprachmemos mit ihrer Geige auf oder schickt die Lösungen von Aufgaben aus dem Theoriearbeitsbuch zum Abgleichen. Zwar sei klanglich nicht alles optimal, sagt sie, aber auch das Arbeiten an Lagenwechsel, Bogeneinteilung, Technik, Rhythmus und Intonation sei möglich. „Das funktioniert super.“ Trotz der Einschränkungen sieht sie sogar Vorteile zum Unterricht im Haus: „Wir haben viel mehr Zeit zum Üben, weil das Instrument schon ausgepackt und gestimmt ist.“
Auch Carmen Brendel, Lehrerin für Kontrabass, findet Pluspunkte beim Skype-Unterricht in schwierigen Zeiten: die Freude, trotz der Schließungen Kontakt zu haben, die wachsende Eigenverantwortung der Schüler und die viele Zeit zum Üben. Ihr Fazit: „Es soll kein Dauerzustand bleiben, aber es hat manche Entwicklung gestartet.“
Stolz sind die Lehrkräfte auch auf ihre Schülerinnen und Schüler. „Sie machen super mit“, erzählt Barbara Pöggeler-Möller (Violine), „und alle haben Fortschritte gemacht“.
Das wissen auch die Eltern zu schätzen. „Für den außerordentlichen Einsatz“ der Lehrkräfte hat sich eine Mutter bei Schulleiter Martin Oberhofer bedankt, und eine andere Mutter schreibt: „Nach der ersten Onlinestunde war ich schwer beeindruckt, dankbar und berührt, in dieser schweren Zeit ein klein wenig ‚musischen‘ Alltag direkt aus der Musikschule in mein Wohnzimmer geliefert zu bekommen“. Tochter Clara-Marie allerdings vermisst den direkten Kontakt. Aber: „Ich find’s toll, dass meine Lehrerin das alles für mich gemacht hat.“