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24.11.2020:

„Noch nicht genug erreicht“

Beim zweiten Arbeitstreffen des Bündnisses „Städte Sichere Häfen“ haben sich die Mitgliedstädte als humanitäre Wertegemeinschaft zur Hilfe für Geflüchtete bekannt und ihre Forderung an Land und Bund, zu helfen, erneuert. Das Treffen fand am 19. November auf Einladung des Marburger Oberbürgermeisters Dr. Thomas Spies statt. An dem Online-Treffen nahm auch die Leiterin des Aschaffenburg Amts für Soziale Leistungen, Rosa Thul, teil.
Die Mitgliedsstädte waren sich einig, dass noch nicht genug erreicht worden sei. Der Brand des Flüchtlingslagers in Moria habe zwar eine große Berichterstattung und internationale Anteilnahme ausgelöst, die Lebensumstände der geflüchteten Menschen habe sich aber nicht verbessert. Der bevorstehende Winter sowie die Gefahren einer Pandemie verschärfe die bereits prekären Verhältnisse der geflüchteten Menschen zusätzlich. Die Mitgliedstädte bieten nach wie vor ihre Unterstützung an: Geflüchtete können untergebracht und versorgt werden. Kinder können beschult und junge Erwachsene in Ausbildung und Studium gebracht werden. Integrationsangebote für Erwachsene stehen parat. Um diese Angebote zu bündeln und zu adressieren, haben sich die Städte zu Strukturen, Informationsweitergaben und gemeinsamem Handeln ausgetauscht.
Mehr als 200 Städte in Deutschland, darunter Aschaffenburg, haben sich bereits zum „sicheren Hafen“ erklärt und damit ihre Solidarität mit Geflüchteten in prekären Lagen Ausdruck verliehen. Viele davon haben auch die Potsdamer Erklärung als Grundlage für den Beitritt zum Bündnis unterzeichnet.
Das Bündnis hatte in den vergangenen Monaten wiederholt einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Aufgrund eines Initiativschreibens aus diesem Kreis hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt im Oktober eine Videokonferenz mit Stadtoberhäuptern zur Flüchtlingsaufnahme abgehalten.
Begleitet wurde das Treffen von der Seebrücke, deren Vertreter Sascha Schießl über aktuelle Entwicklungen auf europäischer Ebene berichtete. Daneben waren  Vertreter*innen des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat zugeschaltet.
„Gemeinsam für die Menschen“ - unter dieser Prämisse werden die Ideen koordiniert weiterverfolgt. Das Bündnis wird dazu sowohl auf Landes- wie auch auf Bundesebene aktiv bleiben.

Hintergrund
Seit Mai 2019 ist Aschaffenburg ein „sicherer Hafen“ für Geflüchtete. Im Juli ist die Stadt der „Potsdamer Erklärung“ beigetreten und hat ihre Bereitschaft erklärt, Menschen aus griechischen Flüchtlingslagern zusätzlich aufzunehmen. Am 24. Oktober ist eine Spendenaktion für Flüchtlinge in Griechenland gestartet.
Spenden können auf das Konto der Stadt Aschaffenburg bei der Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau, IBAN: DE 07 7955 0000 0000 0107 51, BIC: BYLADEM1ASA, eingezahlt werden.