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29.03.2021:
 Irmes Eberth im Herbst 2020

Irmes Eberth im Herbst 2020. Foto: privat

Irmes Eberth zum 95. Geburtstag

Die große Mundartdichterin Irmes Eberth feiert ihren 95. Geburtstag. Es ist ruhig um die erste Bürgermedaillenträgerin der Stadt Aschaffenburg geworden, denn das Alter macht ihr inzwischen sehr zu schaffen.

Vieles hat Irmes Eberth in ihrem langen Leben gesehen und in ihren Büchern und ihrer Musik verarbeitet. Geboren am 29. März 1926 in Aschaffenburg, hatte sie sich der Kunst von klein auf verschrieben. Wenn der Zweite Weltkrieg nicht gewesen wäre, hätte sie Musik studiert. Stattdessen wurde sie mit 21 Jahren Lehrerin und unterrichtete - unterbrochen durch die Elternzeit für ihre drei Kinder - zunächst als Volksschullehrerin in Großwallstadt, dann als Musikpädagogin am Dalberg-Gymnasium. 1979 verzichtete sie endgültig auf ihren Beruf, um ihren schwerkranken Mann zu pflegen.

Damit begann die zweite Karriere für Irmes Eberth. Zunächst als Flucht in eine andere Welt und nur für die eigene Familie gedacht verarbeitete sie in ihren Gedichten und Geschichten nicht nur das Aschaffenburger Leben, sondern auch die Zeitläufte. Die Musik hat sie dabei nicht vergessen. Legendär sind ihre spontanen Auftritte am Klavier, als Rednerin ist sie bekannt und beliebt.

Den Zeitungslesern in Aschaffenburg war sie bis 2005 als „Meiers Kätt“ ein Begriff. Die Mundart-Kolumne nahm, mal herzlich, mal spitzzüngig, die Heimatstadt aufs Korn.

Die Ehrungen dafür ließen nicht lange auf sich warten. 1988 erhielt sie den „Frankenwürfel“ des Bezirks Unterfranken, eine Auszeichnung für Personen, in denen „das Prägende des fränkischen Charakters besonders deutlich zum Ausdruck kommt.“ Gemeint ist damit laut Ausschreibung „das Wendige, das Witzige und das Widersprüchliche“. Die Bürgermedaille der Stadt folgte im April 2002. Im Jahr 2006 erhielt sie dann den Kulturpreis des Bezirks Unterfranken, und schließlich, 2015, die bayerische Verfassungsmedaille.

Ihr wacher Geist, der aufmerksame Blick und nicht zuletzt die herzlich zugewandte Art, mit der sie anderen begegnet, das sind die Attribute, die Irmes Eberth immer wieder zugeschrieben werden. Sie hat das kulturelle Leben ihrer Heimatregion immer wieder neu bereichert und geprägt. Und wenn sie ihren 95. Geburtstag nicht im Rampenlicht, sondern zu Hause im Kreis ihrer Familie feiert, so entspricht das ganz ihrem Naturell. Die Stadt Aschaffenburg gratuliert ihr umso herzlicher aus der Ferne und wünscht vor allem Gesundheit.