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21.06.2021:

Bodenrichtwerte zum Stichtag 31.12.2020 neu festgesetzt

Alle zwei Jahre werden die Bodenrichtwerte vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der kreisfreien Stadt Aschaffenburg ermittelt und festgesetzt. Nun sind die neuen Bodenrichtwerte mit Stichtag 31.12. 2020 da.

 

Die Bodenrichtwerte erfüllen vor allem im Alltag von Grundstückskäufern und -verkäufern, Sachverständigen und Behörden eine wichtige Funktion. Sie stellen den durchschnittlichen Bodenwert für mehrere gleichartige Grundstücke dar. Die Grundstücke werden dabei behandelt, als wenn sie unbebaut sind, das heißt, darauf stehende Bauten bleiben unberücksichtigt. Die Bodenrichtwerte bieten somit der Öffentlichkeit einen Einblick in die Preisverhältnisse des Aschaffenburger Grundstücksmarkts und dienen als Grundlage für die Wertermittlung von Immobilien. Sie zu ermitteln und somit Markttransparenz zu schaffen ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Gutachterausschüsse.

 

Um die neuen Bodenrichtwerte zu bestimmen, haben die Mitglieder des Gutachterauschusses die Daten von den Kaufverträgen aus den Jahren 2019 und 2020 ausgewertet und die Ergebnisse in die neue Richtwertkarte eingearbeitet. Das gesamte Stadtgebiet ist dazu in 439 Zonen eingeteilt. Bei Gemeinbedarfsflächen, wie zum Beispiel Friedhöfen oder Schulen, werden keine Bodenrichtwerte ausgewiesen, da diese Grundstücke in der Regel nicht am Markt teilnehmen. Für Flächen der Land- und Forstwirtschaft liegen nur eine geringe Anzahl von Kaufpreisen vor. Deshalb ist eine parzellenscharfe Bildung von Bodenrichtwertzonen hier nicht aussagekräftig. In der Erläuterung zur Bodenrichtwertkarte sind jedoch die ermittelten Durchschnittspreise für die Jahre 2019 und 2020 auf Gemarkungsebene aufgelistet.

 

Vergleicht man die neu ermittelten Bodenrichtwerte zum 31.12.2020 mit den alten Werten zum 31.12.2018 zeigt sich, dass nahezu alle Richtwerte, teils sogar deutlich, gestiegen sind.

 

Die Ursache ist zum einen die sehr hohe Nachfrage nach Bauland durch historisch niedrige Zinssätze für Immobiliendarlehen, die zusätzlich noch verstärkt wird durch die wirtschaftlichen Unsicherheiten aufgrund der Corona-Pandemie. Es wird hier oft von einer „Flucht“ in Sachwerte oder „Betongold“ gesprochen. Zum anderen ist die große Attraktivität des verkehrsgünstig gelegenen Wirtschaftsstandortes Aschaffenburg als Teil der Metropolregion Rhein-Main ein weiterer Grund. Diese Faktoren treffen auf ein begrenztes Angebot, deshalb steigen die Bodenpreise weiterhin an.

 

Für unbebaute, erschlossene Grundstücke sind die Werte über das gesamte Stadtgebiet im Schnitt um mehr als 18 Prozent gestiegen. Betrachtet man die einzelnen Gebietstypen oder Nutzungsarten, finden sich jedoch Unterschiede. In den Wohngebieten mit über 22 Prozent und den Mischgebieten mit 21 Prozent fallen die Preissteigerungen höher aus als bei den Gewerbegebieten mit knapp unter 15 Prozent und den Kerngebieten mit unter 11 Prozent. Bei einer weiteren Untergliederung der Wohngebiete nach einzelnen Gemarkungen ergeben sich ebenfalls unterschiedlich hohe Steigerungsraten. Besonders hoch sind sie in Damm mit fast 27 Prozent und in Schweinheim mit 24 Prozent. In Leider, Obernau sowie der Gemarkung Aschaffenburg liegen die Werte bei über 21 Prozent. Lediglich in Gailbach liegen sie mit rund 17 Prozent unter dem Schnitt.

 

Auskünfte zu Bodenrichtwerten gibt die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Sie ist erreichbar per E-Mail an gutachterausschuss@aschaffenburg.de mit der Angabe von Straße und Hausnummer des Grundstücks, der Flurstücknummer sowie der Rechnungsadresse.