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31.10.2022:
 Expertinnen und Experten diskutierten Möglichkeiten eines gemeinwohlorientierten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz.

Expertinnen und Experten diskutierten Möglichkeiten eines gemeinwohlorientierten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz. (v.l.n.r.: Axel Watzke (Moderator); Dr. Theresa Züger (Bundesministerium für Bildung und Forschung; online zugeschaltet); Florian Christ (Stiftung Mercator); Prof. Dr. Galia Weidl (TH Aschaffenburg). (Foto: Stadt Aschaffenburg)

Auftakt der “Digitalen Manufaktur“

Die Entwicklung der Stadt mitgestalten, sich an einem digitalen und nachhaltigen Aschaffenburg beteiligen – dafür steht das Zukunftsprojekt der Digitalen Manufaktur (kurz: dima). Unter der Überschrift „Die dima und Du“ stellte die Stadt ihr Konzept des digitalen Zukunftsassistenten am Freitag der Stadtgesellschaft im Aschaffenburger Jugend- und Kulturzentrum (JUKUZ) vor. Rund 60 engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung zur Veranstaltung gefolgt.

 

Gleich zum Auftakt wurde deutlich, dass es um die Zukunft und die Ideen der Aschaffenburger Stadtgesellschaft geht: „Heute ist ein großer Tag für Bürgerbeteiligung, Partizipation und Bürgerengagement“, so Bürgermeister und Digitalreferent der Stadt Aschaffenburg, Eric Leiderer, in seiner Rede zu Beginn der Veranstaltung. Bürgerbeteiligung solle einen breiteren Raum einnehmen und möglichst niedrigschwellig allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich gemacht werden: Analog vor Ort und digital im Netz, mit Begleitung von künstlicher Intelligenz. Leiderer verwies auf das Potential, aber auch auf die Risiken einer „Künstlichen Intelligenz“. Deshalb liegt bei der Entwicklung mit der TH Aschaffenburg ein Schwerpunkt auf den Themen Datenschutz, Sicherheit der Daten und einer gemeinwohlorientierten Programmierung.

 

Herzstück des Projekts wird eine digitale Beteiligungsplattform mit integrierter Künstlicher Intelligenz. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung informierten Expertinnen und Experten die Teilnehmenden in drei parallel laufenden Gruppen über die Kernelemente der Plattform. Dr. Theresa Züger vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Florian Christ von der Stiftung Mercator und Prof. Dr. Galia Weidl von der TH Aschaffenburg sprachen in einer Podiumsdiskussion über Möglichkeiten eines verantwortungsvollen und gemeinwohlorientierten Einsatzes von Künstlicher Intelligenz. In einer weiteren Session führten Expertinnen der TH Aschaffenburg mit Bürgerinnen und Bürgern einen Design Thinking-Workshop durch. Diese kreative Methode zur Problemlösung ist ein Kernelement, um von einem Problem oder einer Idee zu einer guten Lösung für die Stadt zu kommen. So sollen die Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Stadtgestaltung beteiligt werden. In einer dritten Session konnten sich Bürgerinnen und Bürger im Detail über die digitale Manufaktur informieren und gaben Rückmeldungen, was ihnen bei der Entwicklung des Projekts wichtig ist.

 

Verkehr und Mobilität im Fokus

Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Aschaffenburg entwickelt die Stadt Aschaffenburg bis 2024 den ersten Prototypen mit dem Schwerpunktthema Verkehr und Mobilität. Hierfür wird die Künstliche Intelligenz kontinuierlich mit „historischen“ Daten, etwa aus vergangenen Beteiligungsprojekten, gefüttert. Zudem läuft seit einigen Monaten eine Online-Befragung, um neue Ideen der Bürgerinnen und Bürger zur Mobilität in Aschaffenburg abzufragen. Darüber hinaus werden künftig in Workshops mit der Stadtgesellschaft kontinuierlich relevante Daten und Ideen erhoben.

Mit dem Start der Digitalen Manufaktur geht die Stadt Aschaffenburg ihren Weg zu einer „Dialog City“ konsequent weiter. Das Projekt steht damit in einer Reihe mit anderen Projekten der Stadt, wie dem gleichnamigen EU-Projekt „Dialog City“, dem Digitalladen im Roßmarkt 11, den Projekten HeimatHub am bayerischen Untermain oder Aschaffenburg 2.0.

 

Modellcharakter für andere Städte

Die „dima“ ist in Deutschland ein bislang einmaliges Projekt. Für die Umsetzung der Idee hat die Stadt Aschaffenburg im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Kommunal? Digital!“ des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales einen von zehn Förderpreisen, dotiert mit einer halben Million Euro, erhalten. Einen Teil der Fördermittel hat die Stadt Aschaffenburg kürzlich an die Technische Hochschule Aschaffenburg weitergeleitet. Sie wird für die dima insbesondere an der Künstlichen Intelligenz arbeiten und den Design-Thinking-Prozess ganz oder teilweise digitalisieren. Um die dima weiter mit Daten zu befüllen und „zu trainieren“, wird auch mit anderen Städten und Kommunen zusammengearbeitet. Weitere Vernetzungen bayern- und deutschlandweit sind denkbar.

 

Die Vision hinter der dima

Die dima-Plattform soll künftig, ausgehend von Ideen der Bürgerinnen und Bürgern, bei der Bewertung von Machbarkeit und Ressourcen helfen, Netzwerke und mögliche Partner aufzeigen, Fördermöglichkeiten nennen und nach Möglichkeit ein Umsetzungskonzept erstellen. Am Ende der Projektentwicklung steht im Idealfall eine durch Künstliche Intelligenz optimierte individuelle "Projektmappe", die möglichen Partnern zur Realisierung übermittelt werden kann. Bis zur Fertigstellung des ersten Prototyps 2024 steht das Thema „Verkehr und Mobilität“ im Fokus. Später soll die thematische Ausrichtung komplett offen gestaltet sein: Soziale, ökologische und kulturelle Ideen oder Verbesserungsvorschläge zur Wirtschafts- und Verkehrsentwicklung sind dann ebenso gefragt wie Ansätze, die die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern. Auch innovative Konzepte für Start-ups können hier angestoßen und später im Digitalen Gründerzentrum weiterverfolgt werden. Analoge Anlaufstelle ist der Digitalladen der Stadt Aschaffenburg im Roßmarkt 11. Weitere Veranstaltungen und die Ausweitung des Beteiligungsprozesses sind in Planung.

Hintergründe und Ziele des Projekts „Digitale Manufaktur“

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