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Projekte

Die Bestände des Stadt- und Stiftsarchivs enthalten vielschichtige Informationen über besondere Ereignisse oder Jubiläen und ganz alltägliche Lebenssituationen. Um Vergangenes lebendig zu machen, werden zu besonderen Anlässen ausgewählte Quellen zusammengestellt  und präsentiert. Außerdem unterstützt das Archiv aktuelle Forschungsvorhaben und Schulprojekte.

Schlaglichter - Aschaffenburg im Ersten Weltkrieg
  • Hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs werden seit August 2014 im Stadt- und Stiftsarchiv ausgewählte Dokumente und Objekte gezeigt, die die Auswirkungen auf das Leben der Bevölkerung Aschaffenburgs und den zunehmend von der Mangelwirtschaft geprägten Alltag deutlich machen.

    Monatliche Schlaglichter rücken die unterschiedlichen Aspekte in den Blickpunkt und stellen immer wieder den lokalen Bezug her, der sich beispielsweise in der Einrichtung der zahlreichen Lazarette oder anhand persönlicher Schicksale zeigt.

    Die Präsentation wechselt jeweils zum 1. Samstag im Monat und ist während der Öffnungszeiten des Stadt- und Stiftsarchivs im 1. Stock zugänglich.

    Fragen und Anregungen nehmen wir gerne entgegen, bitte wenden Sie sich an:

    Stadt- und Stiftsarchiv
    Stephanie Goethals
    Wermbachstr. 15
    63739 Aschaffenburg

    Telefon:
    +49 6021 45 61 05 12
    Telefax:
    +49 6021 2 95 40
    Email:
  • Fotografie des Kaufhauses

    Fotografie des Kaufhauses "Geschwister Mayer" am Scharfen Eck, um 1910 (SSAA, Fotosammlung)

    Schlaglicht Mai 1918

    Leinennähzwirn nur noch auf Bezugsschein!

    Die kriegsbedingte Mangelwirtschaft erfasste im vierten Kriegsjahr auch die allerletzten Lebensbereiche, neben Wohnraum mangelte es zunehmend auch an Bekleidung und Kurzwaren: Anfang Mai 1918 gab der Aschaffenburger Stadtmagistrat bekannt, dass an kinderreiche Familien Leinennähzwirn abgegeben werden könne. Für Baumwollfaden galt die Einschränkung, dass „Familien von 5 und mehr Köpfen, die ihren Baumwollnähfaden bis 17. Mai nicht abgeholt haben“ bei der Verteilung nicht berücksichtigt werden könnten.

    Die bereits 1916 in Berlin eingerichtete Reichsbekleidungsstelle regelte die Verteilung der knappen Vorräte, die vor Ort durch die Kommunalverbände durchgeführt werden musste. Es wurden Bedarfsmengen ermittelt, Bezugsscheine und Kundenlisten erstellt, um zum Beispiel „nur solche Verbraucher zu berücksichtigen, die nach ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage und durch besonders starke Inanspruchnahme ihrer Kleidung (z.B. durch schwere Arbeit) Leinennähzwirn zur Instandhaltung der Kleidung besonders nötig haben.

    Den Personen, die zum Bezuge eines Wickels Leinennähzwirn berechtigt sind, wird vom Magistrat ein mit roter Tinte geschriebener Bezugschein ausgestellt. Mit diesem Bezugschein begeben sich die betreffenden Personen in das Geschäft, wo sie den Faden kaufen wollten, und lassen sich dort in eine aufliegende Kundenliste eintragen. (…) Der Eintrag von Kunden die keinen vorschriftsmäßigen Bezugschein besitzen, ist verboten!“ schrieb die Verwaltung in einem Schreiben an die zum Verkauf zugelassenen Aschaffenburger Geschäfte, zu denen auch das „Kaufhaus Geschwister Mayer“ am Scharfen Eck, „Sailer & Dilsheimer“ am Herstallturm und in der Herstallstraße das „Kaufhaus Löwenthal“ gehörten.