Tipps zum Umgang mit Hitze

Hitze kann gesundheitlich stark belasten. Mit folgenden Tipps und einfachen Verhaltenshinweisen für Ihren Alltag können Sie die heißen Tage gut überstehen.

Hitze und Gesundheit: Informationen in Leichter Sprache

Hitze: Tipps für Ihre Gesundheit

Bild vergrößern: Sonne am Himmel
(c) Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V., Illustrator Stefan Albers

Im Sommer wird es oft sehr heiß.
Hitze kann für viele Menschen gefährlich sein, besonders für:

  • ältere Menschen
  • Babys und kleine Kinder
  • Schwangere
  • Menschen mit Krankheiten,
    zum Beispiel an Herz, Niere oder Lunge
  • Menschen, die bestimmte Medikamente nehmen

Wie können Sie sich gut gegen Hitze schützen?

Tipps für zuhause

  • Kühlen Sie sich ab:
    Legen Sie zum Beispiel feuchte Tücher auf:

o Arme und Beine
o Gesicht und Nacken

  • Duschen Sie lauwarm:
    Nicht zu heiß und nicht zu kalt.
    Sie können auch ein lauwarmes Fußbad machen.
  • Benutzen Sie leichte Bettwäsche. Und tragen Sie leichte Kleidung beim Schlafen.
  • Trinken Sie viel, zum Beispiel:

o Mineralwasser
o Saftschorle
o Kräutertee

  • Trinken Sie davon nur wenig oder gar nichts:

o Alkohol
o Kaffee
o Cola

  •  Essen Sie Lebensmittel mit viel Wasser, zum Beispiel Obst und Gemüse.
  • Essen Sie Lebensmittel mit viel Salz,
    zum Beispiel Brühe und Salzstangen.
  • Halten Sie Ihre Wohnung kühl:
    Lüften Sie am besten nur morgens und abends. Lassen Sie am Tag die Rollos unten.

Tipps für unterwegs

  • Tragen Sie luftige und helle Kleidung.
  • Tragen Sie eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung,
    zum Beispiel einen Sonnenhut.
  • Benutzen Sie Sonnencreme mit hohem Schutz,
    zum Beispiel: Lichtschutz-Faktor 50.
  • Machen Sie Pausen im Schatten.
  • Verbringen Sie wenig Zeit in der Sonne.
    Besonders nachmittags ist die Sonne sehr stark.
  • Trinken Sie auch unterwegs viel Wasser.

Hitze: Wie erkennen Sie Probleme?

Hitze kann sehr gefährlich sein.
Menschen können wegen Hitze sterben.
Darum: Achten Sie rechtzeitig auf Ihren Körper.
Vielleicht merken Sie:

  • Sie bekommen einen Ausschlag auf der Haut?
  • Sie haben geschwollene Unterschenkel oder Knöchel?
  • Ihnen ist schwindelig oder Ihnen wird schwarz vor Augen?
  • Sie haben Krämpfe?
  • Sie haben starke Kopfschmerzen?
  • Sie fühlen sich schwach und krank?

Dann sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin. Und bitten Sie andere Menschen um Hilfe.

Woran erkennen Sie einen Hitzschlag?

  • Ihr Körper ist zu heiß: über 40 Grad Celsius
  • Ihnen ist schwindelig oder Ihnen wird schwarz vor Augen.
  • Sie bekommen Krämpfe.
  • Sie müssen sich übergeben.
  • Sie haben Durchfall.

Das ist keine Grippe!
Rufen Sie sofort den Notdienst: 1 1 2.

Vielleicht hat eine Person in Ihrer Nähe einen Hitzschlag?
Und die Person ist bewusstlos?
So können Sie helfen:

  • Bringen Sie die Person an einen schattigen Ort.
  • Öffnen Sie enge Kleidung von der Person.
    So bekommt die Person besser Luft.
  • Sprühen Sie Wasser auf die Haut von der Person.
  • Kühlen Sie die Person mit Kühlpads.
  • Bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage.



(Stand: März 2023)


Den Original-Text zu diesem Infoblatt finden Sie unter diesem Link:
https://gesundheit-leicht-verstehen.de/uebersicht-gesundheit/sonnenschutz/
Das Infoblatt haben Fachleute geschrieben.
Die Fachleute sind vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin.

Übersetzung und Prüfung
Büro für Leichte Sprache Würzburg, www.leichte-sprache-wuerzburg.de mit Mitarbeitenden der Mainfränkischen Werkstätten



Video: Wie beeinflussen Klimawandel und Hitze unsere Gesundheit?

Tipps zum Umgang mit Hitze: Hitzeknigge

Der Hitzeknigge für Aschaffenburg enthält Tipps für das richtige Verhalten bei hohen Temperaturen. Die Informationen wurden vom Umweltbundesamt im Rahmen der Kampagne "Schattenspender" zusammengestellt und werden durch lokale Informationen der Stadt Aschaffenburg ergänzt.

Video So kommen Sie gut durch die nächste Hitzewelle – Empfehlungen für heiße Tage:


Welche Personengruppen haben ein besonders hohes gesundheitliches Risiko bei Hitze?

Für einige Personengruppen stellt Hitze ein besonders hohes Risiko für die Gesundheit dar, da beispielsweise ihr Durstgefühl vermindert oder ihr Flüssigkeitsbedarf erhöht ist:

  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Ältere Personen (v. a. Alleinlebende)
  • Pflegebedürftige Menschen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen)
  • Menschen mit Übergewicht
  • Menschen mit Demenz
  • Menschen mit akuten Erkrankungen (z. B. fieberhaften Erkrankungen)
  • Personen mit geistigen/körperlichen Beeinträchtigungen
  • Schwangere
  • Menschen, die körperlich schwer arbeiten
  • Menschen, die im Freien arbeiten
  • Menschen, die bestimmte Medikamente/Substanzen einnehmen (z. B. Antidepressiva, Schlafmittel, bestimmte Psychopharmaka, Anti-Parkinson-Medikamente, Beruhigungsmittel sowie Medikamente, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, Drogen und Alkohol)
  • Personen in besonderen Situationen (z. B. in Obdachlosigkeit)

Bist du bei Hitze gefährdet?

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Tipps für Seniorinnen und Senioren

Senioren und Seniorinnen

  • Bei älteren Menschen sind die Wärmeabgabe in Form von Schwitzen und das Durstgefühl gestört oder verlangsamt. Eine eingeschränkte Mobilität oder eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten sind zusätzliche Faktoren, die bei Hitze zu beachten sind.
  • Bei Hitze im Frühsommer und während langanhaltender Hitzeperioden fehlt dem Körper die Zeit zur Anpassung an die hohen Lufttemperaturen (Akklimatisierung). Hier können extreme Belastungen auftreten, die das Risiko einer Gesundheitsgefährdung erhöhen.
  • Ältere Menschen zeigen eine schlechtere Anpassung an extreme Hitze mit gesundheitlichen Folgen, die von Abgeschlagenheit bis hin zu Hitzschlag und Herzversagen reichen können.
  • Passen Sie Ihren Tagesablauf an. Verschieben Sie anstrengende Tätigkeiten und Freizeitbeschäftigung in die kühlere Tageszeit.
  • Fragen Sie Ihren Apotheker oder Hausarzt, wie sich Ihre Medikamente während Hitzeperioden auf Sie auswirken.

Video: Warum fällt es mit zunehmendem Alter schwer bei Hitze „cool“ zu bleiben?

Tipps für Ältere (BZgA)

Gesund & Aktiv älter werden

https://www.gesund-aktiv-aelter-werden.de/gesundheitsthemen/hitze-und-gesundheit/tipps-fuer-sie-und-ihre-angehoerigen/

Tipps für Schwangere

  • Schwangere sind sehr hitzeempfindlich, da ihr Körper mehr Wärme produziert als sonst, weil der Stoffwechsel und die Blutzirkulation erhöht sind. Typische Beschwerden sind Kreislaufprobleme, Müdigkeit und schwere, geschwollene Beine.
  • Trinken Sie an heißen Tagen genug und halten Sie sich in kühlen Innenräumen auf.
  • Legen Sie ab und zu die Beine hoch, um die Gefäße zu entlasten. Planen Sie viele kleine Erholungs- und Erfrischungspausen ein. In der Mittagszeit sollte die Pause nach Möglichkeit ausgiebig sein. Vermeiden Sie zu viel Bewegung an heißen Tagen, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Geeignete Aktivitäten für Schwangere sind z. B. Spazierengehen oder Schwimmen in den kühleren Morgen- und Abendstunden.

Tipps für Säuglinge und Kleinkinder

  • Säuglinge und Kinder sollen sich an heißen Tagen möglichst im Schatten oder in Innenräumen aufhalten und keiner direkten Sonne ausgesetzt werden. Denn die Kinderhaut ist besonders empfindlich und häufiger Sonnenbrand im Kindesalter erhöht später das Hautkrebsrisiko. 
  • Achten Sie auf angemessene Bekleidung mit atmungsaktiven Stoffen (z. B. Baumwolle) und eine Kopfbedeckung. 
  • Benutzen Sie regelmäßig Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Die Creme muss rechtzeitig aufgetragen werden (mindestens 20 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien). 
  • Verlagern Sie die körperlichen Aktivitäten Ihres Kindes außerhalb der heißen Mittagsstunden.
  • Bieten Sie Ihrem Kind regelmäßig kühle (nicht zu kalte) ungesüßte Getränke und leichte, möglichst fettarme Kost an.
  • Zur Abkühlung können Sie Ihr Kind baden. Das Wasser sollte aber nur 1°C bis 2°C kälter sein als die Körpertemperatur.
  • Decken Sie Ihr Kind beim Schlafen nur leicht zu. Wenn es sehr warm ist, reicht eine Windel bzw. Unterhose.
  • Lüften Sie ausreichend, am besten nachts und am frühen Morgen. Schließen Sie Jalousien, Läden und Vorhänge von Fenstern, die von der Sonne bestrahlt werden.
  • Nehmen Sie bei Autofahrten immer genug Getränke für Ihr Kind mit und lassen Sie Ihr Kind nie im Auto allein, auch nicht für kurze Zeit! Es besteht Lebensgefahr!
  • Wenn Ihr Kind draußen unterwegs ist, sollte es eine Sonnenbrille tragen

Video: Warum ist Hitze für Babys und Kleinkinder ein besonderes Risiko?

Video: Tipps bei Hitze für Eltern von Baby und Kleinkindern

Linkliste

Tipps für pflegebedürftige Menschen

  • Pflegebedürftige Menschen können immobil sein, sich nicht selbst versorgen und auch nicht selbst auf Hitzebelastungen reagieren.
  • Sichern Sie die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit über einen Trinkplan/-protokoll oder feste Bereitstellungszeiten während der Mahlzeiten ab. Auch eine regelmäßige Gewichtskontrolle kann ein Defizit sichtbar machen.
  • Kontrollieren Sie bei starker Hitze die Körpertemperatur und den Blutdruck mehrfach am Tag.
  • Halten Sie Rücksprache mit einem Arzt bei der Einnahme von Medikamenten.
  • Sorgen Sie für kühle Zimmer und erfrischen Sie den Körper mit Waschungen und Einreibungen.
  • Vermeiden Sie hohe Raumtemperaturen und einen Wärmestau durch Bekleidung und Bettwäsche

Tipps für Arbeitsplätze im Innenbereich

Der Grenzwert für eine übermäßige Erwärmung sind 26 °C Raumtemperatur (nach den technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.5). Bei Überschreitung sind Maßnahmen zum Sonnenschutz zu treffen (z. B. Jalousien, Schutzverglasung, etc.). Sind 30 °C Raumtemperatur überschritten, müssen Maßnahmen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden (z. B. geplantes Lüften, Arbeitszeitverlagerung, Lockerung der Bekleidungsregeln, Bereitstellung von Trinkwasser oder Getränken). Bei mehr als 35 °C Raumtemperatur ist der Raum nicht als Arbeitsstätte geeignet. Arbeitgebende müssen die Anforderungen der Verordnung erfüllen und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten gewährleisten.

Tipps für Arbeit und Freizeit im Außenbereich

Die Arbeit im Freien ist während starker Hitze anstrengender als unter normalen Bedingungen. Die Leistung und die Konzentration sind herabgesetzt, das Herz-Kreislauf-System ist belastet und das Unfallrisiko steigt. Verschieben Sie schwere Arbeit auf den Morgen und leichtere auf den Nachmittag. Machen Sie Ihre Pausen im Schatten.

Trinken Sie unbedingt mehr als an normalen Sommertagen. Der Einwirkung starker Sonneneinstrahlung ist durch Bekleidung und Sonnencreme vorzubeugen. Beachten Sie dabei Ihren Hauttyp.

Tragen Sie leichte, luftige Kleidung, die möglichst den ganzen Körper bedeckt. Für den Sonnenschutz ist die Webdichte der Textilien entscheidend. Je lichtundurchlässiger, desto weniger UV-Strahlung dringt hindurch. Nutzen Sie eine leichte, rutschfeste Kopfbedeckung.

Informieren Sie Mitarbeitende über die Wetterlage und achten Sie auf Warnzeichen für eine Hitzebelastung.

Tipps für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen

Hier lauern Gefahren

Schnelle Temperaturwechsel belasten den Organismus!

Grundsätzlich kann sich der Organismus an Hitze anpassen. Dieser Anpassungsprozess verläuft jedoch insbesondere bei den genannten Risikogruppen verhältnismäßig langsam und eingeschränkt. Das Gesundheitsrisiko steigt, wenn sich der Organismus bei den ersten hohen Temperaturen im Mai und Juni noch nicht auf hohe Temperaturen eingestellt hat. Ebenfalls belastend sind länger anhaltende Hitzeperioden im Sommer mit hoher Luftfeuchtigkeit, schwachem Wind und hoher Sonneneinstrahlung, insbesondere wenn die Nachttemperaturen nicht unter 20 Grad Celsius sinken.


Belastung durch bodennahes Ozon kann zu zusätzlichen Beschwerden führen

Fällt Ihnen das Atmen im Sommer schwerer? Sommerliche Luftbelastung und insbesondere erhöhte Ozonwerte können hierfür der Grund sein. Durch Umwelteinträge, insbesondere durch Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC), kann Ozon auch bodennah, also in unserer Atemluft, gebildet werden. Auch wenn die Ozonwerte Anfang der 1990er Jahre stark gesenkt werden konnten, weisen sie wieder eine leicht steigende Tendenz auf, das Problem bleibt akut. Ca. 10–15 Prozent aller Menschen reagieren mit Symptomen auf erhöhte Ozonwerte, hierzu zählen Reizungen der Augen und der Schleimhäute. Darüber hinaus sind z. B. nach sportlichen Aktivitäten auch Reizungen der unteren Atemwege und daraus resultierende Entzündungen möglich. Die Belastung durch sehr hohe Ozonkonzentrationen fällt in vorstädtischen und ländlichen Regionen höher aus als in der Stadt selbst. Denn in der Stadt sind ausreichend andere Luftschadstoffe, wie zum Beispiel die Stickoxide des Verkehrs, vorhanden, die das photochemisch gebildete Ozon wieder neutralisieren. Entfernt von den eigentlichen Quellen bildet sich mehr Ozon in den ländlicheren Gebieten, die weniger stark von Autoabgasen belastet sind.


Gefahren für Augen und Haut durch UV Belastung

Die Sonne bestrahlt uns nicht nur mit sichtbarem Licht und Wärme, sondern auch mit ultravioletter Strahlung (UV-Strahlen), die für Menschen weder sichtbar noch fühlbar ist. UV-Strahlung ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung. Sie ist krebserregend und Ursache sofortiger und langfristiger Wirkungen an Haut und Augen.

Die erste sichtbare Folge von UV-Strahlung ist die Bräunung, diese ist in jedem Falle bereits eine Schädigung des Hautgewebes. Sonnenbrand, Sonnenallergien oder andere sogenannte fototoxische Reaktionen können hinzukommen.

An den Augen kann direkte UV-Strahlung zu schmerzhaften Binde- und, Hornhautentzündungen führen. Weniger bekannt, aber ebenfalls gefährlich sind die Auswirkungen auf das Immunsystem. Dieses wird geschwächt, da die Immunantwort, also die Reaktion des Körpers auf fremde Organismen oder Substanzen, durch UV-Strahlung unterdrückt wird.

Der einzige Schutz gegen UV-Strahlung ist die Änderung des individuellen Verhaltens durch Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung (z. B. durch Kleidung) sowie durch den Einsatz von UV-Strahlen hemmenden Sonnencremes und Sonnenbrillen.