Rasenpflege ohne Tierleid

Mähroboter nachts ausschalten – sichere Nächte für Igel und andere Wildtiere:

Wenn der Garten zur Ruhe kommt, wird er für viele Wildtiere erst richtig lebendig. Igel, Amphibien und zahlreiche Insekten sind vor allem in der Dämmerung und nachts auf Nahrungssuche unterwegs.

Werden in dieser Zeit automatische Mähroboter betrieben, kann das für viele Tiere – insbesondere für Igel - gefährlich werden.

Warum sind Igel besonders gefährdet?

Der Igel verfügt über eine Schutzstrategie, die in der Natur meist gut funktioniert: Bei Gefahr versucht er nicht zu fliehen, sondern rollt sich zusammen. Gegen natürliche Feinde wie Füchse oder Hunde kann dies wirksam sein - gegenüber rotierenden Messern eines Mähroboters bietet diese Strategie jedoch keinen Schutz.

Viele Mähroboter erkennen Igel nicht oder erst sehr spät als Hindernis. Dabei kann es zu schweren Schnittverletzungen kommen, die für die Tiere tödlich enden können. Immer häufiger werden verletzte Igel aufgefunden, die vermutlich mit Mährobotern in Kontakt gekommen sind.

Zwar verfügen einige Mähroboter über Schutzfunktionen wie schwenkbare Klingen, Gleitplatten oder Vorderradantrieb. Diese können das Risiko zwar verringern, bieten jedoch keine Garantie dafür, dass Igel nicht verletzt werden.

Das Ziel: Rasenpflege ohne Tierleid

Die gute Nachricht ist: Igel zu schützen ist einfach und lässt sich ohne großen Aufwand umsetzen. Es geht nicht darum, vollständig auf Mähroboter zu verzichten, sondern sie möglichst tierfreundlich zu betreiben.

Die wichtigste Regel: Mähroboter sollten ausschließlich tagsüber betrieben werden - also nicht in der Dämmerung, nachts, oder früh morgens im Dunkeln. Viele Geräte lassen sich zeitgenau programmieren und können so auf eine Nutzung während der Tagesstunden eingestellt werden.

Drei zusätzliche Maßnahmen für einen tierfreundlichen Garten

  1. Vor dem Start kurz nachsehen
    Ein kurzer Blick in Hecken, unter Sträucher, in Laubhaufen oder entlang von Gartenrändern kann bereits helfen, Tiere zu entdecken. Besonders häufig halten sich Igel an ruhigen, schattigen und geschützten Stellen auf.
  2. Rückzugsorte schützen
    Bereiche, in denen sich Tiere gern aufhalten, können als „No-Go-Zonen“ festgelegt oder von der Mahd ausgenommen werden. Dazu gehören zum Beispiel Heckenränder, Wildblumeninseln, Bodendeckerflächen, Laubhaufen oder Holzstapel. Ein vollständig „aufgeräumter“ Garten bietet vielen Wildtieren nur wenig Lebensraum – kleine, naturnahe Bereiche können hier einen wichtigen Beitrag leisten.
  3. Seltener mähen – kleine Inseln stehen lassen
    Ein sehr kurz gehaltener Rasen bietet vielen Tierarten nur wenig Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Kleine Bereiche mit höherem Gras oder Wildblumen sind nicht nur igelfreundlich, sondern auch wertvoll für Insekten und Vögel.