Aktuelle Trockenheit: Wasserentnahme aus Gewässern weiterhin verboten
Wegen der anhaltenden Trockenheit ist die Wasserentnahme aus allen oberirdischen Gewässern im Stadtgebiet, mit Ausnahme des Mains, weiterhin untersagt. Die Stadt Aschaffenburg hat am heutigen Montag, 31. August, eine Allgemeinverfügung bekanntgemacht. Das Verbot gilt für den Gemein-, Eigentümer- und Anliegergebrauch. Damit ist auch weiterhin jede Wasserentnahme, auch die Entnahme von geringen Mengen, aus oberirdischen Fließgewässern verboten, sofern diese nicht durch die Stadt Aschaffenburg ausdrücklich, etwa mit einem Bescheid, zugelassen wurde. Die Untersagung gilt auch für das Schöpfen mit Handgefäßen wie Eimern oder Gießkannen. Der Main ist wegen seines derzeit vergleichsweise höheren Wasserstands von der Regelung ausgenommen. Die Allgemeinverfügung ist gültig bis 30.September 2026. Eine Verlängerung ist bei weiterer Fortdauer der derzeitigen Wetterlage möglich. Eine Zuwiderhandlung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.
Hintergrund
Die lange Trockenheit und auch die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben inzwischen deutliche, negative Auswirkungen auf das Grundwasser sowie auf den ökologischen Zustand in den Bächen und Flüssen im Aschaffenburger Stadtgebiet und in der gesamten Region. Besonders betroffen von der aktuellen Niedrigwassersituation sind die kleineren Gewässer (Gewässer II. und III. Ordnung).
Sowohl der Winter 2025/2026 als auch das Frühjahr 2026 waren deutlich zu trocken und zu warm, wodurch es bereits bei Beginn der heißen und trockenen Sommerperiode zu wenig Niederschlag fiel. An den Niederschlags-Messstellen in der Region sind in den vergangenen 90 Tagen nur rund 30 bis 45 Prozent der mittleren Niederschlagssummen aus dem Vergleichszeitraum 1961 bis 1990 zu verzeichnen. Die Niederschlagssummen liegen dabei im Bereich oder teilweise sogar deutlich unterhalb der Niederschlagssummen der extremen Trockenjahre 1976 und 2003. Diese Verhältnisse spiegeln sich auch im Grundwasser und in den oberirdischen Gewässern wider.
Sämtliche kleinere und mittlere Oberflächengewässer in Stadt und Landkreis Aschaffenburg führen laut Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg inzwischen Niedrigwasser. Die Abflusssituation hat sich im Vergleich zur Vorwoche verschärft. Einzelne Gewässerabschnitte sind trockengefallen. Inzwischen leidet durch die niedrigen und sehr niedrigen Abflüsse verbunden mit hohen Wassertemperaturen oder geringen Sauerstoffkonzentrationen vor allem in kleineren Gewässern die Gewässerökologie. Hiervon betroffen sind Fische, kleinere Lebewesen und Pflanzen. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht, da in den nächsten Wochen kaum Niederschläge prognostiziert werden. Durch Starkniederschlagsereignisse werden allenfalls kurzzeitige und lokale Abflusserhöhungen erwartet.
Die Allgemeinverfügung ist unter www.aschaffenburg.de/Amtliche einsehbar.
An den Niederschlags-Messstellen in der Region sind in den vergangenen 90 Tagen im Durchschnitt lediglich ca. 35 % (im Juli: 30—45 %) der mittleren Niederschlagssumme im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 registriert. Die Niederschlagssummen liegen dabei weiterhin im Bereich oder teilweise sogar deutlich unterhalb der Niederschlagssummen der extremen Trockenjahre 1976 und 2003. Ein Großteil dieser Niederschläge fiel dabei erst innerhalb der vergangenen Woche und ist für eine nachhaltige Entspannung nicht ausreichend. Zuvor waren über drei Wochen lang keine Niederschläge zu verzeichnen. Diese Verhältnisse spiegeln sich weiterhin auch im Grundwasser und in den oberirdischen Gewässern wider. 94 % (im Juli: 100 %) der Pegel an den Oberflächengewässern in der Region verzeichnen aktuell Niedrigwasser, an 80 % (im Juli: zwei Drittel) der Pegel wird der mittlere Niedrigwasserabfluss – teilweise sogar deutlich – unterschritten. In den vergangenen Wochen wurden an den regionalen Pegeln laut Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg neue Niedrigstwerte erreicht. Das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg bewertet die Niedrigwassersituation weiterhin als höchst angespannt. Eine nachhaltige Entspannung der Lage ist derzeit noch nicht in Sicht, da auch in den nächsten Wochen kaum abflusswirksame Niederschläge prognostiziert werden. Durch vereinzelte Niederschlagsereignisse werden weiterhin allenfalls kurzzeitige und lokale Abflusserhöhungen erwartet. Es ist zu erwarten, dass die angespannte Niedrigwassersituation an den Oberflächengewässern vorerst flächendeckend weiter anhalten wird. Ergänzende Informationen zur aktuellen Niedrigwassersituation sind im Niedrigwasser-Lagebericht des LfU verfügbar: https://www.nid.bayern.de/grundwasser bzw. https://www.nid.bayern.de/abfluss.