Invasive Bäume im Garten: erkennen und richtig handeln

Nicht jeder Baum, der ursprünglich aus einem anderen Teil der Welt stammt, ist problematisch. Manche Arten breiten sich jedoch so stark aus, dass sie heimische Pflanzen verdrängen und wertvolle Lebensräume verändern können. Zu den sogenannten invasiven Arten gehören der Götterbaum und die Spätblühende Traubenkirsche. Beide Arten kommen auch in Aschaffenburg vor.

Private Gärten können Ausgangspunkte ihrer weiteren Ausbreitung sein. Samen gelangen mit dem Wind oder durch Vögel über Grundstücksgrenzen hinweg in Grünanlagen, an Straßenränder und in Wälder. Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer können dabei helfen, eine weitere Ausbreitung frühzeitig zu verhindern.

Wer einen möglicherweise invasiven Baum im Garten entdeckt, sollte zunächst prüfen lassen, um welche Art es sich handelt. Größere Bäume sollten nicht ohne fachliche Beratung gefällt oder stark zurückgeschnitten werden. Gartenabfälle, Samenstände und Wurzelteile dürfen nicht im Wald, an Wegrändern oder auf anderen Flächen in der freien Natur abgelagert werden. Nach einer Entfernung sollte die betreffende Stelle über mehrere Jahre auf neue Triebe kontrolliert werden. Wer neu pflanzt, sollte auf invasive Baumarten verzichten und stattdessen geeignete, möglichst heimische Gehölze auswählen.

Warum sind invasive Baumarten problematisch?

Invasive Baumarten sind ursprünglich bei uns nicht heimisch. Sie können sich selbstständig ausbreiten und dabei die Vielfalt heimischer Pflanzen und Tiere beeinträchtigen. Einige dieser Arten wachsen besonders schnell, bilden dichte Bestände und nehmen anderen Pflanzen Licht und Platz. Sind sie erst einmal weit verbreitet, ist ihre Eindämmung häufig schwierig und erfordert wiederholte Maßnahmen.

Der Götterbaum: Aus einem Baum können viele werden

Der Götterbaum stammt ursprünglich aus Ostasien. Er wächst schnell und kommt gut mit Hitze, Trockenheit und schwierigen Standortbedingungen zurecht. Seine geflügelten Samen werden vom Wind verbreitet. Zusätzlich bildet der Baum unterirdische Wurzelausläufer. Ein Götterbaum sollte nicht einfach abgesägt werden. Nach dem Fällen oder einer starken Verletzung können aus dem Baumstumpf und den Wurzeln zahlreiche neue Triebe wachsen. Aus einem Baum werden dann unter Umständen viele. Vor der Entfernung eines größeren Exemplars sollte deshalb fachlicher Rat eingeholt werden.

Typische Erkennungsmerkmale sind:

  • sehr große Blätter, die aus vielen einzelnen Blättchen bestehen
  • überwiegend glatte Ränder der einzelnen Blättchen
  • kleine Zähnchen mit Drüsen am unteren Ende der Blättchen
  • ein unangenehmer Geruch beim Zerreiben der Blätter
  • auffällige Büschel geflügelter Früchte an weiblichen Bäumen

Der Götterbaum kann mit Walnuss und Essigbaum verwechselt werden. Vor einer Entfernung sollte deshalb immer geklärt werden, um welche Art es sich tatsächlich handelt.

Die Spätblühende Traubenkirsche: Vögel verbreiten ihre Samen

Die Spätblühende Traubenkirsche stammt ursprünglich aus Nordamerika. Vögel und andere Tiere fressen ihre dunkelroten bis schwarzen Früchte und verbreiten dabei die Samen. So gelangt die Art aus Gärten und Anpflanzungen auch in Wälder und andere Gehölzbestände. Dort kann sie dichtes Gestrüpp bilden, heimische Pflanzen beschatten und das Nachwachsen heimischer Bäume behindern. Wird sie nur abgeschnitten, kann sie erneut aus dem Baumstumpf und den Wurzeln austreiben.

Typische Erkennungsmerkmale sind:

  • längliche, am Rand fein gesägte Blätter
  • eine meist glänzende Blattoberseite
  • weiße Blüten, die in länglichen Trauben angeordnet sind
  • dunkelrote bis schwarze Früchte
  • feine rostfarbene Härchen entlang der Mittelader auf der Blattunterseite.

Achtung: Die Spätblühende Traubenkirsche kann mit der bei uns heimischen Gewöhnlichen Traubenkirsche verwechselt werden. Deshalb sollte auch hier vor einer Entfernung eine sichere Bestimmung erfolgen.

Mehr Infos unter www.aschaffenburg.de/Invasive-Arten.

Diese Meldung in Leichter Sprache