Denkmalschutz

Fachwerkhaus in Aschaffenburg Bild: © Caroline Förster, Stadt Aschaffenburg

Denkmäler in Aschaffenburg

Das Stadtbild Aschaffenburgs wird geprägt von über 400 eingetragenen Baudenkmalen und vier denkmalgeschützten Ensemblebereichen.

Das Ensemble Oberstadt, auf der Hochfläche über dem Main zwischen Stiftskirche und Schloss Johannisburg, sowie die belebten Geschäftsstraßen rund um Herstallstraße, Sand- und Steingasse gehören zum ältesten Stadtgebiet.

Typische Fachwerkhäuser des 15. – 18. Jahrhunderts, stattliche Bauten und weitläufige Grünanlagen des Klassizismus, sowie Geschäftsbauten, Fabrikantenvillen und Industrieanlagen der Gründerzeit haben sich in der Innenstadt und den Stadtteilen erhalten.

Aschaffenburgs Denkmäler vermitteln ein breites Spektrum von künstlerischen und technischen, aber auch von sozialen und wirtschaftlichen Leistungen früherer Generationen. Sie bereichern das städtische Leben und geben wichtige Bezugspunkte innerhalb des Stadtgefüges.

Die in der Denkmalliste eingetragenen Denkmäler von Aschaffenburg und ganz Bayern können über www.denkmal.bayern.de im Internet abgerufen werden. Auch bei der Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg im Bauordnungsamt kann die Denkmalliste von Aschaffenburg eingesehen werden.

Regelungen des Denkmalschutzgesetzes

Die Regelungen des Denkmalschutzgesetzes haben zum Ziel Denkmale als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und Entwicklung zu schützten und für die Zukunft zu erhalten.

„Denkmäler sind von Menschen geschaffene Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt“ (Art. 1 Abs. 1) Bayerisches Denkmalschutzgesetz).

Das Bayerische Denkmalschutzgesetz unterscheidet:

  • Baudenkmäler: Das sind unter Schutz stehende bauliche Anlagen aller Art wie Häuser, Brunnen, Bildstöcke, Industrieanlagen etc., einschließlich ihrer historischen Ausstattungsstücke. Auch historische Garten- und Parkanlagen können Baudenkmäler sein.
  • Ensembles: Das sind unter Schutz stehende Gruppen von Bauwerken die zusammen ein historisches Orts- Platz- oder Straßenbild darstellen.
  • Bodendenkmäler: Das sind unter Schutz stehende bewegliche oder unbewegliche Überreste menschlicher Besiedelung, vor allem aus Vor- und Frühgeschichtlicher Zeit, die sich im Boden befinden, wie Reste von Bauwerken und Gräbern oder Werkzeugen und Gefäßen.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege trifft die Denkmalfeststellung und trägt die Denkmale „nachrichtlich“ in eine Denkmalliste ein. Die Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg im Bauordnungsamt ist für den Vollzug des Denkmalschutzgesetztes zuständig und Ansprechpartner bei allen Fragen zum Denkmalschutz in Aschaffenburg.

Antrag auf denkmalpflegerische Erlaubnis und/oder Grabungserlaubnis

Infos für Eigentümer

Erhaltung

Nach Art.4 Denkmalschutzgesetz ist ein Eigentümer eines Denkmals dazu verpflichtet, es instand zu halten, sachgemäß zu behandeln und vor Gefährdung zu schützen, soweit ihm das zuzumuten ist. Mangelnde Pflege und Instandhaltung können die historische Bausubstanz gefährden. Unsachgemäßer Umgang, kurzfristige Moden, aber auch ungeeignete Nutzungsvorstellungen können wichtige Elemente und Teile eines Baudenkmals für immer auslöschen.

In keinem Falle jedoch bedeutet Denkmalschutz eine Veränderungssperre bzw. das Einfrieren des gegenwärtigen Zustandes. Zeitgemäße Nutzungsvorstellungen lassen sich in der Regel auch denkmalverträglich realisieren.

Erlaubnis- und Baugenehmigungspflicht

Jede Veränderung an oder in einem Baudenkmal z.B.: Umbauten, Sanierungsarbeiten, Dachneudeckungen, Fenster- und Türerneuerungen sind nach dem Denkmalschutzgesetz erlaubnispflichtig. Wenn es sich um baugenehmigungspflichtige Maßnahmen handelt wie z.B.: Teilabbrüche oder Anbauten, beinhaltet die Baugenehmigung diese Erlaubnis. Generell empfiehlt es sich schon frühzeitig bei der Planung einer Baumaßnahme mit der Denkmalschutzbehörde Kontakt aufzunehmen. In vielen Fällen liegen hier Unterlagen zur Geschichte und Baukonstruktion vor. In manchen Fällen können auch ausführliche Bestandsaufnahmen am Objekt erforderlich sein.

Um Bauschäden zu vermeiden und um das Erscheinungsbild des Denkmals nicht zu beeinträchtigen, ist die Auswahl der richtigen Baumaterialien, ein wichtiger Punkt. Die Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg im Bauordnungsamt hilft denkmalverträgliche Lösungen für Planungswünsche zu finden.

Beratungsterminanfragen richten Sie an die Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg im Bauordnungsamt.

Finanzierungshilfen

Da die Kosten für die Erhaltung eines Denkmals die Leistungskraft des Eigentümers überschreiten können, gibt es indirekte Finanzierungshilfen durch Steuervergünstigungen und direkte Finanzierungshilfen durch Zuschüsse. Jede Art der Finanzierungshilfe wird nur gewährt, wenn die Maßnahme vor ihrer Durchführung mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt wurde (siehe hier auch Erlaubnispflicht und Baugenehmigungspflicht).

Für alle direkten Finanzierungshilfen (Zuschüsse) gilt: Mit dem Baubeginn muss gewartet werden bis der Zuschussmittelgeber nach der Antragstellung dem „vorzeitigen Baubeginn“ schriftlich zugestimmt hat. Als Baubeginn zählt die Vergabe des Auftrages der Bauleistung. Ein vorzeitiger Baubeginn ohne die schriftliche Zustimmung durch den Zuschussmittelgeber ist förderschädlich.

Informationen zu Steuervergünstigungen erhalten sie über www.blfd.bayern.de, die erforderlichen Bescheinigungen stellt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege aus.

Auskunft zu den einzelnen Fördermöglichkeiten erteilt die Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg im Bauordnungsamt.

Antrag auf denkmalpflegerische Erlaubnis und/oder Grabungserlaubnis

Tag des offenen Denkmals

... ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Am Denkmaltag werden in Deutschland immer am zweiten Sonntag im September selten oder nie zugängliche Kulturdenkmale einem breiten Publikum geöffnet.

Das von der Denkmalschutzbehörde koordinierte Veranstaltungsprogramm für Aschaffenburg des Tages des offenen Denkmals wird in jedem Jahr Mitte August auf dieser Seite präsentiert.

Das Bundesweite Programm ist unter https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/ aufzurufen.

Veranstaltungsübersicht zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September in Aschaffenburg

Ein Haus mit Geschichte und Zukunft – Eisen Jacob
(Baustellenführungen)

Sonntag 13.09.26, 11:00/12:00/13:00/14:00 und 15:00 Uhr
Treffpunkt: Am Haupteingang, Sandgasse 31
Führung: Architekt Christian Schwab mit der Bauherrschaft
Dauer: jeweils ca. 30 Minuten
Die Baustelle ist leider nicht barrierefrei

Der „Eisen Jacob“ in der Sandgasse 31 ist eine der prägenden Handelsimmobilien des historischen Aschaffenburger Stadtkerns. Hinter der charakteristischen, abgerundeten Sandsteinfassade verbirgt sich ein Stück Stadtgeschichte. In den vergangenen Jahren weitgehend leerstehend, war das Haus lange Zeit der Öffentlichkeit verschlossen. Zum Tag des offenen Denkmals bietet sich nun die Gelegenheit, das Gebäude zu erkunden, historische Einblicke zu gewinnen und zugleich die Zukunftsvision des Hauses kennenzulernen.

Wichtig: Die Teilnehmerzahl ist auf jeweils 15 Personen begrenzt.
Anmeldung erforderlich von Montag 31.08.26 bis Freitag 11.09.26 unter info@bluehill.de

Veranstalter: Architekturbüro Christian Schwab / BlueHill Estate Group

Bayernhafen Aschaffenburg – Hafeninfrastruktur im Wandel der Zeit
(Themenführung)

Sonntag 13.09.26, 11:00 Uhr
Treffpunkt: Verwaltungsgebäude bayernhafen, Industriestraße 3
Führung: Marius Haberkorn
Dauer: ca. 60 Minuten
Barrierefrei, beginnend mit einem Kurzvortrag in der alten Kranhalle ist ein ca. 350 Meter langer Weg im Hafen zurückzulegen.

Im Zuge der Mainkanalisierung wurde der Hafen Aschaffenburg vor mehr als 100 Jahren insbesondere zur Versorgung der bayerischen Reichsbahn mit Kohle erbaut. Elemente aus der Zeit des Hafenbaus zwischen 1914 und 1921 geben noch heute einen Einblick in die historische Bedeutung des Hafens und zeigen die Entwicklung von Hafeninfrastruktur im Laufe der 100-jährigen Geschichte hin zu einem modernen Logistikstandort.

Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Veranstalter: Bayernhafen GmbH & Co. KG – bayernhafen Aschaffenburg

Grabsteine, Denkmäler für die Ewigkeit?
(Themenführung)

Sonntag 13.09.26, 10:00 Uhr
Treffpunkt: Altstadtfriedhof Haupteingang gegenüber der Gärtnerei, Güterberg 12
Führung: Joachim Lorenz
Dauer: ca. 60 Minuten
Barrierefrei

Grabsteine erinnern an verstorbene Menschen. Es sind Denkmäler, die lange bestehen sollen. Ausgesucht werden sie nach dem Geschmack der Menschen, dem Zeitgeist und den finanziellen Möglichkeiten. Der Rundgang führt über den ab 1809 angelegten Altstadtfriedhof. Anhand von ausgewählten Grabsteinen verschiedener Zeitepochen werden unter anderem die petrografischen Namen der Steine, ihre Herkunft und ihre Beständigkeit erläutert, auch werden Handelsnamen und der Abbau beleuchtet. Die Teilnehmer haben Gelegenheit Fragen zu stellen. Gerne kann eine Lupe mitgebracht werden.

Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Veranstalter: Naturwissenschaftlicher Verein Aschaffenburg e.V.

Archivführung im Schönborner Hof
(Themenführungen)

Sonntag 13.09.26, 11:00 Uhr und 13:00 Uhr
Treffpunkt: Innenhof vor dem Haupteingang des Schönborner Hofs, Wermbachstraße 15
Führung: Mitarbeitende des Archivs
Dauer: ca. 60 Minuten
Das Haus ist leider nicht in allen Bereichen barrierefrei, bei Bedarf bitte vorab anmelden

Das Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg ist eines der ältesten und größten historischen Archive in Unterfranken. Aufgrund seiner Bestände und der historischen Rolle Aschaffenburgs kommt dem Archiv eine auch überregional bedeutende Rolle zu. Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals öffnet das Stadt- und Stiftsarchiv wieder seine Pforten für zwei Führungen. Zwei Archivfachkräfte zeigen und erklären anhand von sechs verschiedenen Stationen die einzelnen Tätigkeitsbereiche des Stadt- und Stiftsarchivs. Ergänzend dazu wird die Geschichte des Schönborner Hofs erläutert.

Wichtig: Die Teilnehmerzahl der Führungen ist auf 20 Personen begrenzt.
Anmeldung erforderlich von Montag 31.08.26 bis Freitag 11.09.26 unter 06021 – 330 2420 oder stadtarchiv@aschaffenburg.de

Veranstalter: Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg

Von Fürsten, Pfaffen und allerlei Handwerksleut
(Familienführung)

Sonntag 13.09.26, 11:00 Uhr
Treffpunkt: Hauptportal Schloss Johannisburg, Schlossplatz 4
Führung: Christina Grün-Wenzel
Dauer: ca. 90 Minuten
Der Weg ist leider nicht in allen Teilen barrierefrei

Eine Zeitreise durch 1000 Jahre Stadtgeschichte. Jeder hatte seinen festen Platz in der mittelalterlichen Gesellschaft. Fürsten, Pfaffen, Metzger und Gerber lebten räumlich getrennt und waren doch aufeinander angewiesen. Die Pfaffen fand man in der Nähe der Kirche, die Fürsten drängten sich um den kurfürstlichen Hof. Die Gerber hielt man sich „aus guten Gründen“ vom Leib. Aus der kleinen mittelalterlichen Burgsiedlung Ascaphisburg wurde in 1000 Jahren eine moderne selbstbewusste Stadt, deren Geschichte anhand von Straßennamen nachgespürt werden kann.

Wichtig: Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.
Anmeldung erforderlich von Montag 31.08.26 bis Freitag 11.09.26 unter der Kursnummer 2638021001, buchbar per E-Mail an fuehrungsnetz@vhs-aschaffenburg.de oder über die Webseite www.fuehrungsnetz-aschaffenburg.de

Veranstalter: Führungsnetz, vhs Aschaffenburg

Das Carillon im Schloss Johannisburg
(Führung hinauf zum Carillon mit kurzer Vorführung)

Sonntag 13.09.26, 11:30/12:00/12:30/13:00/13:30/14:00/14:30/15:00/15:30 Uhr
Treffpunkt: Innenhof Schloss Johannisburg vor dem Ostturm, Schlossplatz 4
Führungen: Ariane Toffel und Georg Wagner
Dauer: jeweils ca. 30 Minuten
Der Turm ist leider nicht barrierefrei.

Die Aschaffenburger Stadtglockenspieler Ariane Toffel und Georg Wagner führen in den Glockenturm zum großen Stockenspieltisch im 8. Stockwerk. Die Funktions- und spezielle Spielweise kann dadurch aus nächster Näher erlebt werden. Das Carillon besteht aus 48 chromatisch gestimmten Glocken, die im Jahr 1969 gegossen wurden. Das Instrument befindet sich in der Turmlaterne, der Spieltisch darunter in der Turmhaube. Die größte Glocke wiegt 271 kg, die Kleinste 10 kg. Das Gesamtgewicht des Instrumentes beträgt 2,175 Tonnen.

Wichtig: Die Teilnehmerzahl pro Führung ist auf 10 Personen begrenzt.
Anmeldung erforderlich von Montag 31.08.26 bis Freitag 11.09.26, 12 Uhr über https://ka.ticketmachine.de/de?organizer_id=2110 oder per QR-Code:

QR-Code Anmeldung Carillon


Hinweis: Zum Abschluss des Tages wird von 17:00 bis ca. 18:00 Uhr die aus den USA stammende Carilloneurin Elizabeth Vitu spielen, die neben ihrer Professur für Carillon- und Glockenspiel am Konservatorium Montserrat Caballé in Perpignan auch Hauptcarilloneurin an
der Kathedrale Saint-Jean-Baptiste in Perpignan ist.

Veranstalter: Kulturamt Stadt Aschaffenburg

Unsere Fasanerie - Entwicklung vom Bürgerwäldchen zum Waldpark
(Themenführung)

Sonntag 13.09.26, 14:00 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz der Fasaneriegaststätte, Bismarckallee 1
Führung: Hans Sommer
Dauer: ca. 120 Minuten
Weitgehend barrierefrei

Nach den Denkmälern auf dem Godelsberg und dem Büchelberg, die 2024 und 2025 vorgestellt wurden, ist dieses Jahr wieder einmal die Fasanerie an der Reihe.
In einem Rundkurs führt der informative Spaziergang an den See und das Andriansplätzchen; von dort über die Sternallee an den Spessartlug und an den Platz des ehemaligen Bergsalons. An den Relikten eines pseudo-historischen Hinkelsteins vorbeilaufend schließt sich der Kreis an der Fasaneriewirtschaft.
Unterwegs wird anhand historischer Planzeichnungen auf die Entwicklung dieses ehemaligen Bürgerwäldchens hin zum heutigen Waldpark eingegangen.

Wichtig: Die Teilnehmerzahl ist auf max. 40 Personen begrenzt.
Anmeldung erforderlich von Montag 31.08.26 bis Freitag 11.09.26 unter sommer.hans99@gmail.com; bitte im Betreff: „Unsere Fasanerie“ angeben

Veranstalter: Hans Sommer

Barock in neuen Formen – Das große Deckenfresco der Muttergottespfarrkirche in Aschaffenburg – extra beleuchtet
(Themenführung)

Sonntag 13.09.26, 15:00 Uhr und 16:30 Uhr
Treffpunkt: Muttergottespfarrkirche Hauptportal, Schlossgasse 13
Führung: Bruno Geißel
Dauer: ca. 90 Minuten
Leider nicht in allen Bereichen barrierefrei

Das barocke Deckengemälde von Johann Konrad Bechtold aus dem Jahr 1770 in der Muttergottespfarrkirche Aschaffenbürg wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. In den Jahren 1965/67 fertigte der Münchener Akademieprofessor Hermann Kaspar auf rund 900 qm ein beeindruckendes Decken- und Wandfresco in der traditionellen Darstellungsweise und Maltechnik des 18. Jh., aber in modernen Formen. Die illusionistische Darstellung zeigt Architekturen, öffnet die Decke zum Himmel und lässt Figuren nach oben streben. Altes und Neues findet sich in großartiger Weise in dem Kirchenraum zu einer festlichen Ausstattung zusammen. Der Künstler formt in mehreren einzelnen Szenen ein komplexes ikonografisches Programm vor allem aus dem Marienleben. Es werden sowohl Motive des Barockmalers Bechthold übernommen als auch überraschende, neue Szenen geschaffen.
Bei der Führung werden die Frescomalerei und die einzelnen Motive des zu diesem Anlass eigens aufwendig ausgeleuchteten Kunstwerkes erläutert. Anhand von Fotos des Deckenmodells im Maßstab 1:25, das der Künstler für die Ausführung angefertigt und benutzt hat, wird die Arbeitsweise des Künstlers sichtbar.

Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Veranstalter: Bruno Geißel

Alte Handels- und Verkehrswege in Aschaffenburg
(Themenführung)

Sonntag 13.09.26, 15:00 Uhr
Treffpunkt: Tourist Information am Schlossplatz, Schlossplatz 2
Führung: Renate Gernhardt
Dauer: ca. 90 Minuten
Der Weg ist leider nicht in allen Teilen barrierefrei

Aschaffenburg zeichnet sich nicht nur durch landschaftliche Schönheit, ein vielfältiges Bildungsangebot sowie kulturelle und wirtschaftliche Stärke aus, sondern auch durch die Lage an den unterschiedlichsten, teilweise uralten Verkehrswegen, die sich hier kreuzen und bündeln. Heute bezeichnet man dieses als „Standortvorteil“. Wie haben unsere Vorfahren diese Lage erlebt? Woher kamen diese Wege, wo führten sie hin, wer nutzte sie und wie? Wir suchen die Spuren dieser alten Verbindungen im heutigen Stadtbild und machen dabei eine spannende Zeitreise.

Wichtig: Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.
Anmeldung erforderlich von Montag 31.08.26 bis Freitag 11.09.26 unter der Kursnummer 26380211007 buchbar per E-Mail an fuehrungsnetz@vhs-aschaffenburg.de oder über die Webseite www.fuehrungsnetz-aschaffenburg.de

Veranstalter: Führungsnetz, vhs Aschaffenburg

Keltische Infrastruktur in Aschaffenburg
(Themenführung)

Sonntag, 13.09.2026
Wie war der keltische Zentralort auf der heutigen Oberstadt mit dem Main und den Handelswegen der Eisenzeit verbunden? Entdecken Sie an zwei Stationen archäologische Spuren dieses Netzwerks.

Treffpunkt: Baustelle an der Willigisbrücke / Zugang über die Uferpromenade (Mainufer-Radweg / „Perth Inch“), Nordseite der Baustelle.
Führung: Antonio Sasso, Martin Höpfner
Dauer: 60 Minuten + 15 Minuten Fußweg (2 Stationen)
Festes Schuhwerk und eine Warnweste werden empfohlen.
Beide Stationen sind nicht barrierefrei

Station 1 – Grabung am Mainufer: 13:00–15:30 Uhr, Führung zu jeder halben Stunde; letzter Beginn 15:30 Uhr
Station 2 – Stiftsmuseum: 13:45–16:15 Uhr, Führung zu jeder halben Stunde; letzter Beginn 16:15 Uhr, Eintritt: frei


Station 1: Aktuelle Grabung am Mainufer

An der Baustelle des Regenüberlaufbeckens an der Willigisbrücke können Sie von oben direkt in die Baugrube und auf den archäologischen Befund blicken. Ein Archäologe des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege erläutert die freigelegten Reste der latènezeitlichen Befestigung und berichtet über die bisherigen und noch anstehenden Grabungen.

Station 2: Stiftsmuseum Aschaffenburg

Im Stiftsmuseum werden erstmals bisher nicht ausgestellte Latène-Funde aus der Aschaffenburger Oberstadt gezeigt. Sie geben Einblicke in die Lebenswelt des keltischen Zentralortes und seine überregionalen Verbindungen.

Kombinierte Führungen: Die beiden Führungen an Grabung und Museum können als gemeinsames Zeitfenster gebucht werden. Zwischen den Stationen sind 15 Minuten für den Fußweg eingeplant.

Anmeldung: Anmeldelink wird in den nächsten Tagen freigeschaltet!

Die Veranstaltung wird gemeinsam vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Stadt Aschaffenburg angeboten.

Lokale Koordination und Information

Ausgezeichnete Denkmalprojekte

Das Christian Schad Museum

Die Übergabe des Nachlasses von Christian Schad an die Stadt Aschaffenburg war eine Ehre für unsere Stadt. Sie war mit der Pflicht verbunden, den Nachlass aufzuarbeiten und ihn in einem Museum zu präsentieren.
Mit der Wahl des ehemaligen Jesuitenkollegs, das in seiner Geschichte schon viele kulturelle Nutzungen aufgenommen hat, ist ein Standort mit großer Ausstrahlung gefunden worden. Der Umbau hat ein Museum geschaffen, in dem die Kunsthalle Jesuitenkirche, der Arkadenhof und das Christian Schad Museum zu einer architektonischen Einheit verschmelzen. Das neue Museumsgebäude ist daher auch ein besonderer architektonischer Beitrag zur Pflege des baukulturellen Erbes der Stadt Aschaffenburg.

Sanierung des Linde-Verwaltungsgebäudes

Im Herbst 2016 hat die Immobiliengesellschaft REALCONCEPT für das Sanierungsprojekt des Verwaltungsgebäudes der Firma Linde Material Handling am Carl-von-Linde-Platz den Denkmalpreis des Bezirks Unterfranken erhalten. Diese Auszeichnung war Anlass für die Erarbeitung einer Broschüre, in der die Geschichte des Hauses, die heutige Nutzung und die gelungene Sanierung dokumentiert werden.

Das 2012 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude ist ein herausragendes Beispiel der Nachkriegsarchitektur in Aschaffenburg. Es markiert das Ende der Wiederaufbauphase der ehemaligen Güldner-Motoren-Werke nach dem 2. Weltkrieg. Mit der Sanierung haben REALCONCEPT und Linde Material Handling zusammen mit ihren Architekten in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg dieses wichtige und wertvolle architektonische Zeugnis an die moderne Arbeitswelt angepasst.

Das Geburtshaus von Ernst Ludwig Kirchner

Die Verleihung des Denkmalpreises des Bezirks Unterfranken im Jahr 2014 für die Sanierung des Kirchner-Geburtshauses ist für die Stadt Aschaffenburg ein willkommener Anlass, die Geschichte des Hauses, seine Verbindung zu Ernst Ludwig Kirchner, den Werdegang der Sanierung und die heutige Nutzung zu dokumentieren und in einer Broschüre öffentlich vorzustellen. Die Broschüre enthält nicht nur eine baugeschichtliche und kunsthistorische Aufarbeitung des Gebäudes, sondern ist ein Zeitdokument für die Sichtweise und den Umgang mit dem kulturellen Erbe in unserer Stadt.

Das historische Bürgerhaus Dalbergstr.72

Das Haus am Beginn der Dalbergstraße, der mittelalterlichen Marktstraße, an der die vermögenden Bürger und Handwerker wohnten, hat eine interessante Baugeschichte mit verschiedenen Bauphasen. Es zeigt sehr anschaulich die Vielfalt des Baugeschehens im Laufe der Jahrhunderte an der historischen Hauptstraße der Stadt, die erst Mitte des 19. Jahrhunderts ihre überregionale Verkehrsbedeutung verlor. Die Eigentümerin hat gemeinsam mit der Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg den Sanierungsprozess und die baugeschichtlichen Entdeckungen am Gebäude in einer kleinen Broschüre dokumentiert.


Kellerkataster Oberstadt

2008 wurden die Dokumentationsarbeiten zu einem wichtigen Projekt zur Erforschung der Haus- und Stadtgeschichte abgeschlossen. Im Auftrag der Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg hatte das Labor für Bauaufnahme und Bauforschung der Fachhochschule Wiesbaden zwischen 2005 und 2008 von sämtlichen zugänglichen historischen Kelleranlagen der Oberstadt detailgetreue Pläne und Raumbücher erstellt.

Eigentümer können für Umbau- und Sanierungsvorhaben die Unterlagen ihres Kellers nun bei der Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg beziehen.

Bodendenkmäler

Bodendenkmäler ermöglichen Aussagen zu Kulturstufen der Vergangenheit. Durch Bodenfunde kann z.B. die Entwicklung und Anwendung von handwerklichen Arbeitsweisen der Vor- und frühgeschichtlichen Zeit beleuchtet und der Formenwandel von Kleidung, Bewaffnung oder Gerätschaften ehemaliger Kulturen aufgezeigt werden.

Bei archäologischen Ausgrabungen werden die Fundobjekte aufs genaueste erfasst und untersucht. Durch die Eintragung von Fundorten in Kartensystemen werden unter anderem Handelsströme und Verkehrswege alter Zeiten sichtbar.

Die Stadt Aschaffenburg kann auf eine lange Tradition archäologischer Aktivitäten zurückblicken. Die Stadtkerngrabung Theaterplatz (1996-1997) war das bisher größte archäologische Unternehmen, sie erbrachte unter anderem auch den bisher ältesten Fund Aschaffenburgs: einen Faustkeil des Neandertalers.

Zu beachten:

Um einer Zerstörung, ohne vorherige wissenschaftlicher Untersuchung, vorzubeugen, legt das Denkmalschutzgesetz in Art. 7 fest, dass jeder der nach Bodendenkmälern graben oder zu einem anderen Zweck Erdarbeiten auf einem Grundstück vornehmen will, auf dem Bodendenkmäler bekannt sind, oder Bodendenkmäler vermutet werden können, die Erlaubnis bei der Denkmalschutzbehörde einholen muss.

Ferner ist nach Art. 8 Denkmalschutzgesetz jede*r, der/die Bodendenkmäler auffindet, dazu verpflichtet, dies unverzüglich der Denkmalschutzbehörde oder dem Landesamt für Denkmalpflege zu melden.

Die Flächen auf denen Bodendenkmäler bekannt sind können unter www.denkmal.bayern.de eingesehen werden.

Beratungsterminanfragen richten Sie an die Denkmalschutzbehörde der Stadt Aschaffenburg im Bauordnungsamt.

Antrag auf denkmalpflegerische Erlaubnis und/oder Grabungserlaubnis