Eisenzeitliches Bauwerk lässt Forschende staunen
Bei Bauarbeiten am Regenüberlaufbecken nördlich der Willigisbrücke in Aschaffenburg sind archäologische Strukturen zutage getreten, die ins 4. Jahrhundert vor Christus datieren. Das haben Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD) ergeben. Im März 2026 meldete die Stadt Aschaffenburg dem BLfD die im Zuge von Tiefbauarbeiten entdeckten hölzernen Befunde – seither laufen Ausgrabung und Analyse der historischen Strukturen auf Hochtouren. Da im Baustellenbereich bislang kein Bodendenkmal bekannt oder vermutet und das Areal für die Bauarbeiten freigegeben worden war, trägt das BLfD als Vertreter des Freistaates die Kosten für Freilegung, Dokumentation und Bergung dieses nach wissenschaftlicher Einordnung außerordentlichen archäologischen Befundes.
Aufgrund des ungewöhnlich guten Erhaltungszustandes der in etwa acht Metern Tiefe zutage getretenen Hölzer gingen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am BLfD anfangs von einem frühneuzeitlichen bis neuzeitlichen Bauwerk aus, auf das man hier gestoßen war. Doch die Untersuchungen von Holzproben einzelner Eichenbalken im Dendrolabor des Landesamtes in Thierhaupten erbrachten ein anderes und völlig unerwartetes Ergebnis. Mittels aufwändiger naturwissenschaftlicher Verfahren wurden die Jahresringe einzelner Eichenhölzer analysiert und deren Ergebnisse anschließend mit regionalen Eichenringchronologien abgeglichen. Dieser Abgleich ergab eindeutig, dass die Hölzer von Bäumen stammen, die im 4. Jahrhundert vor Christus gefällt und verbaut worden sind.