Regenbogenfarben zum Christopher Street Day
Mit Veranstaltungen beteiligt sich die Stadt Aschaffenburg am Pride Month im Juni und am Christopher Street Day (CSD) am 6. Juni. Regebogenfahnen werden an städtischen Fahnenmasten in diesem Jahr nicht aufgehängt. Oberbürgermeister Markus Schlemmer setzt damit seine Entscheidung um, bei der offiziellen Beflaggung öffentlicher Gebäude und öffentlicher Plätze zurückhaltend zu bleiben.
„Die Stadt Aschaffenburg steht für Respekt, Vielfalt und ein gutes Miteinander aller Menschen“, so Schlemmer. „Das gilt selbstverständlich auch gegenüber queeren Menschen in unserer Stadt. Gerade im Pride Month wird es deshalb auch in diesem Jahr sichtbare Zeichen geben.“ Die Stadt beteilige sich mit verschiedenen Veranstaltungen - von Vorträgen und Lesungen bis hin zu Filmvorführungen. Beteiligt seien unter anderem die Stadtbibliothek, die vhs, die Selbsthilfekontaktstelle und die Gleichstellungsstelle der Stadt Aschaffenburg. Geplant sei darüber hinaus die Beleuchtung der Ebertbrücke in Regenbogenfarben. Angedacht sei auch, auf dem Bildschirm am Stadttheater zeitweise für den Pride Month zu werben.
„Damit machen wir deutlich: Queeres Leben gehört selbstverständlich zu Aschaffenburg. Es findet nicht am Rand statt, sondern mitten in unserer Stadtgesellschaft“, so Schlemmer weiter. „Auch mir persönlich ist wichtig, dass Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität frei, sicher und ohne Angst vor Ausgrenzung leben können. Respekt, Würde und Schutz vor Diskriminierung sind für mich keine Frage von Symbolpolitik, sondern eine Frage der Haltung und des täglichen Handelns.
Gleichzeitig habe ich entschieden, bei der offiziellen Beflaggung öffentlicher Gebäude und öffentlicher Plätze zurückhaltend zu bleiben. Öffentliche Gebäude und zentrale Fahnenmasten stehen aus meiner Sicht in besonderer Weise für die Gesamtstadt und für alle Bürgerinnen und Bürger. Deshalb möchte ich die offizielle Beflaggungspraxis auf staatliche, städtische und besondere hoheitliche Anlässe konzentrieren.“
„Das bedeutet ausdrücklich keine Distanz zur queeren Community“, betont Schlemmer. „Im Gegenteil: Ich möchte queeres Leben nicht als Ausnahme markieren, sondern als selbstverständlichen Teil unserer Stadtgesellschaft achten. Sichtbarkeit entsteht für mich nicht allein durch Fahnen, sondern auch durch konkrete Präsenz im öffentlichen Raum, durch Veranstaltungen, Begegnung, klare Haltung und durch den Schutz vor Anfeindungen. Ich lasse mich durch diese Entscheidung auch nicht in eine Ecke stellen oder stigmatisieren. Wer aus einer zurückhaltenden Beflaggungspraxis eine mangelnde Wertschätzung gegenüber queeren Menschen ableitet, wird meiner Haltung nicht gerecht. Die Stadt Aschaffenburg zeigt im Pride Month sichtbar Flagge – nur eben nicht zwingend über die Beflaggung öffentlicher Gebäude und Plätze. Entscheidend ist für mich: Aschaffenburg ist und bleibt eine Stadt des Respekts, der Offenheit und des Miteinanders.“