Aktuelle Trockenheit: Wasserentnahme aus Gewässern verboten

Stadt Aschaffenburg gibt Allgemeinverfügung bekannt

Wegen der anhaltenden Trockenheit ist die Wasserentnahme aus allen oberirdischen
Gewässern im Stadtgebiet, mit Ausnahme des Main, ab sofort untersagt. Die Stadt
Aschaffenburg hat am heutigen Donnerstag, 23. Juli, eine Allgemeinverfügung
bekanntgemacht. Das Verbot gilt für den Gemein-, Eigentümer- und Anliegergebrauch.
Damit ist jede Wasserentnahme, auch die Entnahme von geringen Mengen, aus
oberirdischen Fließgewässern verboten, sofern diese nicht durch die Stadt Aschaffenburg
ausdrücklich, etwa mit einem Bescheid, zugelassen wurde. Die Untersagung gilt auch für
das Schöpfen mit Handgefäßen wie Eimern oder Gießkannen. Der Main ist wegen seines
derzeit vergleichsweise höheren Wasserstands von der Regelung ausgenommen.
Die Allgemeinverfügung ist gültig bis 31. August 2026. Eine Verlängerung ist bei weiterer
Fortdauer der derzeitigen Wetterlage möglich. Eine Zuwiderhandlung stellt eine
Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Bild vergrößern: Hensbach (Ortsmitte Schweinheim) von 2020 Bild: Jan Hartmann / Stadt Aschaffenburg
Hensbach (Ortsmitte Schweinheim) von 2020

Hintergrund
Die lange Trockenheit und auch die hohen Temperaturen der vergangenen Wochen haben
inzwischen deutliche, negative Auswirkungen auf das Grundwasser sowie auf den
ökologischen Zustand in den Bächen und Flüssen im Aschaffenburger Stadtgebiet und in der
gesamten Region. Besonders betroffen von der aktuellen Niedrigwassersituation sind die
kleineren Gewässer (Gewässer II. und III. Ordnung).


Sowohl der Winter 2025/2026 als auch das Frühjahr 2026 waren deutlich zu trocken und zu
warm, wodurch es bereits bei Beginn der heißen und trockenen Sommerperiode zu wenig
Niederschlag fiel. An den Niederschlags-Messstellen in der Region sind in den vergangenen 90 Tagen nur rund 30 bis 45 Prozent der mittleren Niederschlagssummen aus dem Vergleichszeitraum 1961 bis 1990 zu verzeichnen. Die Niederschlagssummen liegen dabei im Bereich oder teilweise sogar deutlich unterhalb der Niederschlagssummen der extremen Trockenjahre 1976 und 2003. Diese Verhältnisse spiegeln sich auch im Grundwasser und in den oberirdischen Gewässern wider.
Sämtliche kleinere und mittlere Oberflächengewässer in Stadt und Landkreis Aschaffenburg führen laut Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg inzwischen Niedrigwasser. Die
Abflusssituation hat sich im Vergleich zur Vorwoche verschärft. Einzelne Gewässerabschnitte sind trockengefallen. Inzwischen leidet durch die niedrigen und sehr niedrigen Abflüsse verbunden mit hohen Wassertemperaturen oder geringen Sauerstoffkonzentrationen vor allem in kleineren Gewässern die Gewässerökologie. Hiervon betroffen sind Fische, kleinere Lebewesen und Pflanzen.
Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht, da in den nächsten Wochen kaum Niederschläge prognostiziert werden. Durch Starkniederschlagsereignisse werden allenfalls kurzzeitige und lokale Abflusserhöhungen erwartet.
Die Allgemeinverfügung ist unter www.aschaffenburg.de/Amtliche einsehbar.