Die Renaissance der Sirene
Erfunden wurde sie 1819 von dem französischen Physiker Charles Cagniard de la Tour: die Sirene. Mit ihr war die Erzeugung von Hochfrequenztönen auf mechanischem Wege möglich. Sie erlebt eine Renaissance.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein flächendeckendes Netz von mehr als 80.000 Sirenen in Westdeutschland geschaffen. Sie wurden auf Rathäusern, Schulen und öffentlichen Gebäuden angebracht. Sie wurden jedes Jahr zweimal während eines Probealarms getestet - jeweils an einem Mittwoch im März und im September, stets gegen 10 Uhr. Auch in der DDR wurde ein flächendeckendes Sirenennetz installiert.
Im Zuge der Deutschen Einheit wurden zwischen 1992 bis 1995 aus Kostengründen mehr als 40.000 Sirenen abgebaut. Im Zuge der Entwicklung neuer Techniken hielt man es für ausreichend, bei drohenden Gefahren die Bevölkerung über Rundfunk, Fernsehen, Internet oder per SMS zu warnen.
Doch die verheerende Flutkatastrophe im Sommer 2021 hat uns eins Besseren belehrt. Bund und Länder beschlossen einen Ausbau des Sirenennetzes. Denn wo der Mobilfunk ausfällt, nützen Warn-SMS nichts.
Am bundesweiten Warntag werden inzwischen alle möglichen Warninstrumente wie Warn-Apps, Cell Broadcast und Sirenen getestet. Für viele Bürger*innen eine Erinnerung an längst vergangene Zeiten, wenn sich der charakteristische Heulton wieder über manche Städte legt.
Diese Sirenensignale gelten in Deutschland
Das allgemeine Warnsignal für die Bevölkerung ist der einminütige auf- und abschwellende Heulton. Er ertönt bei Gefahrenlagen wie Großbränden, Chemieunfällen oder Hochwasser. Der Ton bedeutet in jedem Bundesland dasselbe: Gehen Sie hinein, schließen Sie Fenster und Türen und informieren Sie sich.
Allgemeiner Warnton
1 Minute auf- und abschwellend
- Die Rundfunkgeräte einzuschalten
- auf die Durchsagen zu achten
- Fenster und Türen umgehend zu schließen
- Aufenthalte im Freien zu vermeiden
Entwarnung
1 Minute Dauerton
Dieser Ton hebt alle vorherigen Alarmsignale auf und bedeutet, dass keine akute Gefahr mehr besteht. Man kann die Schutzräume wieder verlassen und Geräte wieder einschalten. Es empfiehlt sich, sich über die aktuelle Lage zu informieren und weiteren Hinweisen Folge zu leisten.