Netzwerkkonferenz 2026: Umwelt, Wirtschaft, Nachhaltigkeit
Gute Arbeit & Nachhaltiges Wirtschaften: Prioritäten für die Zukunft
Globale Veränderungen gehen an der Wirtschaft am Bayerischen Untermain mit hoher Exportabhängigkeit nicht folgenlos vorüber. Der Transformationsdruck durch Erderwärmung, Übernutzung natürlicher Ressourcen oder Veränderungen weltweiter Machtgefüge ist gewaltig. Die diesjährige Netzwerkkonferenz will Impulse für neue Wege der Wirtschaftsförderung geben. Spannende Beiträge des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), das größte Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum sowie des Wuppertaler Instituts, das sich als umsetzungsorientiertes Forschungsinstitut für die Gestaltung von Transformationsprozessen für ein gutes Leben innerhalb der planetaren Grenzen versteht, erwarten die Teilnehmenden. Der Beitrag des Wissenstransferprojekts mainproject der Technischen Hochschule Aschaffenburg wird den regionalen Blickwinkel des Bayerischen Untermains und dessen Möglichkeiten, zur Klimaneutralität beizutragen, in den Fokus nehmen.
Auch die diesjährige Netzwerkkonferenz hat den Anspruch, die Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Politik und der lokalen Wirtschaft bei der Entwicklung von resilienten und nachhaltigeren Strategien zusammenzubringen und den gegenseitigen Austausch zu fördern.
Die Stadt Aschaffenburg und ihre Partner freuen sich darauf, Mandatsträgerinnen und Mandatsträger und Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft aus der Stadt Aschaffenburg und der Region Bayerischer Untermain bei der Netzwerkkonferenz zu begrüßen!
Veranstaltungsdetails
- Thema: Umwelt, Wirtschaft und Nachhaltigkeit – Gute Arbeit & Nachhaltiges Wirtschaften: Prioritäten für die Zukunft
- Datum: Mittwoch, 30. September 2026, 16:00 bis 20:00 Uhr
- Ort: Lounge an der LINDE MH Arena (Seidelstr. 2, 63741 Aschaffenburg)
Melden Sie sich über folgenden Link verbindlich an. Die Teilnahme ist kostenfrei: Anmeldelink
Flyer Netzwerkkonferenz
Programmablauf
Einlass ab 15:30 UhrBeginn 16:00 Uhr
Grußwort
Herr Markus Schlemmer, Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg
Impulsvorträge
Wirtschaft neu denken – Impulse für eine resiliente und transformative Wirtschaftspolitik
Frau Sandra Wagner-Endres, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleiterin am Deutschen Institut für Urbanistik (difu), Berlin
Die kommunale Wirtschaftspolitik steht unter wachsendem Transformationsdruck: Klassische Wachstumsmodelle geraten angesichts von Klimakrise, knappen Ressourcen, sozialen Herausforderungen und instabilen Lieferketten zunehmend an ihre Grenzen. Angesichts dieser Herausforderungen eröffnet sich für Kommunen die Chance, aktiv neue Resilienzstrategien zu diskutieren und wirtschaftliche Narrative neu abzuwägen.
Der Impulsvortrag zeigt, wie alternative Ansätze – von Circular Economy über Gemeinwohlökonomie bis hin zur Donut-Ökonomie und den bekannten Nachhaltigkeitszielen – konkrete Orientierung für eine zukunftsfähige kommunale Wirtschaftsentwicklung bieten. Im Fokus steht dabei, Wachstum qualitativ zu denken und im Kontext nationaler und europäischer Rahmensetzungen auf kommunaler Ebene anzuwenden.
Nachhaltige Wirtschaftsförderung in der Praxis: Ein Orientierungsrahmen für zukunftsfähige Standortpolitik
Herr Tim Dünnwald, Reseacher am Wuppertal Institut, Wuppertal
Neue Resilienzstrategien und alternative Wirtschaftsnarrative sind gefragt – doch wie werden sie konkret? Der Vortrag zeigt, wie die kommunale Wirtschaftsförderung als aktive Gestalterin eine nachhaltige und zukunftsfeste Standortpolitik prägen kann, die regionale Wertschöpfung stärkt und lokale Krisenfestigkeit vor internationale Abhängigkeiten stellt.
Im Fokus steht, was „Nachhaltige Wirtschaftsförderung" konkret bedeuten kann, wie sie sich von klassischer Standortpolitik unterscheidet und welches neue Rollenverständnis dafür nötig ist. Auf der Grundlage des Konzepts der „Wirtschaftsförderung 4.0" wird ein Ansatz vorgestellt, der die Wirtschaftsförderung als proaktive Standortmanagerin profiliert – mit drei zentralen Handlungsfeldern: der Überführung nachhaltiger Leitbilder in eine authentische Standortstrategie und Standortmarke, der gezielten Förderung und Koordination von nachhaltigkeitsorientierten Akteuren und Innovationen entlang unterschiedlicher Ambitionen – von Effizienzprojekten über soziale Innovationen und Suffizienz bis hin zur Koordination systemisch-transformativer Vorhaben – sowie dem Aufbau von Netzwerken und Beteiligungsstrukturen, in denen die Wirtschaftsförderung als transformativer Intermediär wirken kann.
Anhand von Praxisbeispielen aus dem Netzwerk Nachhaltige Wirtschaftsförderung wird deutlich, was heute schon möglich ist – und welche konkreten Ansatzpunkte sich daraus für Aschaffenburg ergeben können.
17:30 Uhr – 17:45 Uhr Pause
ab 17:45 Uhr
Bayerischer Untermain - Klimaneutralität bis 2040?
Herr Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann, Professor der Fakultät Wirtschaft und Recht an der Technischen Hochschule Aschaffenburg
In der politischen Debatte werden Klimaneutralität und Treibhausgasneutralität manchmal - etwas verkürzt - als identisch angesehen. Eine Treibhausgasneutralität liegt vor, wenn in einem ökonomischen Handlungsszenario keine Treibhausgase, insbesondere kein CO2, aber auch kein Methan und keine anderen klimawirksamen Gase, in die Atmosphäre emittiert werden - oder wenn diese Emissionen vollständig durch anderweitige negative Emissionen (also Absorptionen) ausgeglichen werden. Eine synonyme Bezeichnung für Treibhausgasneutralität ist Netto-null-Emission, welche ein Fokusthema der ESF-Wissenstransfermaßnahme "mainproject" an der Technischen Hochschule Aschaffenburg ist.
Das deutsche Klimaschutzgesetz von 2021 schreibt vor, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 Treibhausgasneutralität erreichen muss. Einzelne Bundesländer wollen schon vorher dahingehend "klimaneutral" werden, beispielsweise Baden-Württemberg und Hamburg bis 2040. Auch einzelne Städte, wie München und Stuttgart, wollen bereits 2035 klimaneutral sein. Welche Möglichkeiten haben wir am Bayerischen Untermain? Welche "richtigen Maße" der Treibhausgasneutralität lassen sich finden und einhalten?
Am Beispiel klimaneutraler Gebäude und klimaneutraler Mobilität wird erörtert, was Treibhausgasneutralität juristisch und technisch sein kann. Eine Abgrenzung zu Green Washing erfolgt, auch Aspekte der sinnhaften Machbarkeit und Finanzierungsfragen werden dargelegt.
Interaktive Podiumsdiskussion: Quo vadis Wirtschaftsförderung am Bayerischen Untermain?
mit Oberbürgermeister Markus Schlemmer, Referentin Sandra Wagner-Endres, Referenten Tim Dünnwald und Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann sowie, als Vertreter der lokalen Wirtschaft, Herrn Johannes Hermann vom Möbelhaus Kempf und Frau Dr. Heike Wenzel, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Aschaffenburg
Weitere Details folgen (Stand: 10.07.2026)
im Anschluss bis 20:00 Uhr: Austausch und Ausklang
Die Stadt Aschaffenburg und ihre Partner freuen sich darauf, Mandatsträgerinnen und Mandatsträger und Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft aus der Stadt Aschaffenburg und der Region Bayerischer Untermain bei der Netzwerkkonferenz zu begrüßen!