Rückblick auf die Netzwerkkonferenz 2026: Umwelt, Wirtschaft, Nachhaltigkeit
Über kommunale Handlungsansätze in Wirtschaftsförderungsfragen informierten sich im Rahmen der zweiten Netzwerkkonferenz rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft der Region Bayerischen Untermain, wobei die übergeordneten übergeordneten Themen Resilienz, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft für die Konferenz richtungsweisend waren.
Zentrale Aspekte der Konferenz
- Wirtschaftswachstum ist nicht gleich Wohlstandswachstum: In der ökonomischen Rechnung des aktuellen Wirtschaftsmodells misst die Kennzahl Bruttoinlandsprodukt Wachstum und Wohlstand. In dieser Rechnung muss die Wirtschaft wachsen, unabhängig davon, ob es den Menschen besser geht oder nicht. Allerdings wird die soziale Gleichung der sogenannten Trickle-down-Ökonomie, also dass Wohlstand der Reichsten nach und nach durch Konsum und Investitionen in die unteren Gesellschaftsschichten durchdringt und so zum Wohle aller zum Wirtschaftswachstum führt, nicht eingelöst. Verteilungsgerechtigkeit ist nicht eingepreist. Die ökologischen Kosten, also die Risiken des "Umweltverbrauchs", des Klimawandels und die Folgekosten des aktuellen Wirtschaftsmodells, trägt die Allgemeinheit.
- Wachstum um jeden Preis? Es stellt sich folglich die Frage, welches Wachstum, warum und für wen gefördert auf kommunaler Ebene gefördert werden soll. Welche Kosten entstehen daraus und wieviel ist wann genug? Um dies auf gesamtstädtischer Ebene festzulegen, bedarf es eines Aushandlungsprozesses.
- Ökonomisch weiterdenken: Kommunale Wirtschaftsförderung kann nachhaltiger werden, indem sie ihren Erfolg anders misst. Klassischerweise wird Erfolg der kommunalen Wirtschaftsförderung am Gewerbesteueraufkommen, der Zahl der Ansiedlungen, der Zahl der Arbeitsplätze oder der vermarkteten Gewerbeflächen gemessen. Nachhaltigkeit kann aber auch zum Maßstab des Kerngeschäfts werden, indem Erfolg eine ökologische und soziale Basis erhält.
- Wirtschaftsförderung kann sich als nachhaltige Standortmanagerin positionieren und die proaktive und partizipative Gestaltung einer nachhaltigen Vision für den Standort als Aufgabe wahrnehmen.
- Mehr Gestalten, weniger Reaktion: Flächenvergaben unter Nachhaltigkeitsaspekten, Förderung von Green Startups beispielsweise der Kreislaufwirtschaft, kommunale Beratung zu den Themenfeldern Energie, Mobilität oder Stoffströmen oder Einbindung erfolgreicher Modellprojekte in das Standortmarketing. Die Aufgabenliste der kommunalen Wirtschaftsförderung bleibt, aber mit veränderten Maßstäben.
- Wirtschaft ist mehr: Auch Care-Economy, Pflege und Kinderbetreuung, Ehrenamt und Nachbarschaftshilfe, regionale Produktion und Local Business sowie Teilen, Tauschen, Reparieren und gemeinsames Nutzen und soziale Innovationen tragen einen fundamentalen Teil zur Wertschöpfung bei und sorgen für Diversifizierung der Wertschöpfungsbasis. Allerdings werden sie häufig statistisch nicht erfasst.
mainpreis - Der Innvationspreis für den Bayerischen Untermain
Auf der Netzwerkkonferenz wurde erstmalig der mainpreis vorgestellt, den die Stadt Aschaffenburg und mainproject der Technischen Hochschule gemeinsam für die Region Bayerischer Untermain gestaltet haben und der zukünftig jährlich vergeben werden wird.
Gewichtiger Hintergrund ist, dass die Erreichung der Treibhausgasneutralität nach neuen Ideen und entschlossenem Handeln verlangt. Unternehmen, Kommunen, Forschungseinrichtungen und Initiativen entwickeln bereits heute innovative Lösungen, um nachhaltiger zu wirtschaften und Treibhausgasemissionen zu senken, Ressourcen effizienter zu nutzen und sich an die Folgen der sich ändernden klimatischen Bedingungen anzupassen. Diese Leistungen sind zugleich ein entscheidender Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Bayerischer Untermain.
mainpreis - Der Innovationspreis für den Bayerischen Untermain umfasst zwei Kategorien, die jeweils mit 5.000 EUR dotiert sind:
Kategorie 1 maininnovationsprojekt: würdigt innovative Nachhaltigkeitsprojekte mit Nachahmungspotential;
Kategorie 2 mainklimabeitrag: würdigt quantitative nachweisliche Reduktion des CO2-Ausstoßes in einem definierten Zeitraum
Bewerben Sie sich! Alle Informationen zum Mitmachen unter https://www.mainproject.eu/themen/netto-null/mainpreis/
Visuelle Eindrücke der Konferenz
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Bild: © Björn Friedrich
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Bild: Björn Friedrich © Björn Friedrich
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