Trockenheit und Hitze: Gemeinsam Wasser sparen und Stadtgrün schützen

Die anhaltende Trockenheit am Bayerischen Untermain ist längst kein vorübergehendes Phänomen mehr. Sie ist ein deutlicher Weckruf und zeigt, wie sich die klimatischen Bedingungen verändern. Längere Trockenperioden, hohe Temperaturen und zunehmender Wasserstress stellen unsere natürlichen Lebensräume ebenso wie das städtische Grün vor große Herausforderungen.

Gewässer schützen – Wasser verantwortungsvoll nutzen

Der Schutz unserer Fließgewässer hat angesichts der anhaltenden Trockenheit besondere Bedeutung. Bäche, Gräben und Flüsse sind Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und auf ausreichende Wasserstände angewiesen. Auch der Main als Gewässer I. Ordnung ist von steigenden Temperaturen und veränderten Wasserständen betroffen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Wasser ist deshalb wichtiger denn je.

Aus diesem Grund können bei niedrigen Wasserständen und anhaltender Trockenheit behördliche Entnahmeverbote für bestimmte Gewässer gelten. Diese Vorgaben dienen dazu, die Gewässer und ihre Ökosysteme zu schützen. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, sich unbedingt über die aktuell geltenden Regelungen zu informieren und bestehende Entnahmeverbote einzuhalten. 

Stadtgrün unter hohem Trockenstress

Auch das Garten- und Friedhofsamt steht bei anhaltender Hitze und Trockenheit vor großen Herausforderungen. Eine zentrale Aufgabe ist es, das städtische Grün, insbesondere Bäume, Parks und Beete, möglichst gut durch die Trockenperioden zu bringen und gleichzeitig mit den begrenzten Wasserressourcen verantwortungsvoll umzugehen.

Besonders gefährdet sind frisch gepflanzte Bäume und Gehölze sowie sensible Straßenbäume. Durch versiegelte Flächen, aufgeheizte Standorte und begrenzten Wurzelraum sind sie zusätzlichem Stress ausgesetzt.

Die städtischen Bewässerungsfahrzeuge sind deshalb intensiv im Einsatz. Die Bewässerung wird so organisiert, dass Wasser möglichst effizient eingesetzt wird. Wo möglich, werden die Einsätze in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt.

Da nicht alle Grünflächen gleichzeitig bewässert werden können, setzt das Garte- und Friedhofsamt klare Prioritäten: Frisch gepflanzte Bäume und besonders gefährdete Einzelbäume werden vorrangig mit Wasser versorgt. Weniger stark gefährdete Flächen, beispielsweise bestimmte Blühwiesen, können dagegen zeitweise sich selbst überlassen werden. Dadurch lässt sich Wasser einsparen und gezielt dort einsetzen, wo es dringend benötigt wird.

Wasser sparen – im Garten und im Haushalt

Hohe Wasserverbräuche im Sommer sind insbesondere auf die Nutzung von Trinkwasser zur Gartenbewässerung zurückzuführen. Gleichzeitig benötigen Pflanzen bei Hitze und Trockenheit ausreichend Wasser. Entscheidend ist daher, wann, wie und womit bewässert wird.

Im Garten

Auch im eigenen Garten sollte Wasser sparsam und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Wer beispielsweise Regenwasser sammelt und für die Gartenbewässerung nutzt, leistet einen wichtigen Beitrag zum sorgsamen Umgang mit der wertvollen Ressource.

Regenwasser nutzen

Regenwasser ist für die Gartenbewässerung besonders geeignet. Gerade bei den zunehmend auftretenden Starkregenereignissen lohnt es sich, Wasser von Dachflächen über Regenrinnen und Fallrohre in ausreichend großen Regentonnen oder Zisternen aufzufangen.

Das hat gleich mehrere Vorteile: Das Wasser steht in trockenen Zeiten zur Verfügung und gleichzeitig werden Kanalisation und Kläranlagen bei Starkregen entlastet. Zudem wird wertvolles Regenwasser vor Ort genutzt, anstatt ungenutzt abzufließen.




Gartenbewässerung „Der richtige Zeitpunkt ist wichtig“

  • Neuanpflanzungen besonders beachten: Frisch gepflanzte Bäume, Sträucher und Stauden benötigen regelmäßig Wasser, da ihr Wurzelwerk noch nicht ausreichend entwickelt ist.
  • Weniger oft, dafür durchdringend gießen: Statt täglich kleine Mengen zu verteilen, sollte der Boden in größeren Abständen gründlich durchfeuchtet werden. So werden Pflanzen angeregt, tiefere Wurzeln auszubilden.
  • Möglichst morgens gießen: In den frühen Morgenstunden ist die Verdunstung gering. Die Pflanzen können das Wasser aufnehmen, bevor die Temperaturen stark ansteigen.
  • Auch abends ist eine Bewässerung möglich: Allerdings sollte bedacht werden, dass feuchte Pflanzen über Nacht länger feucht bleiben und dadurch Pilzkrankheiten begünstigt werden können. Zudem können feuchte Böden Schnecken fördern.
  • Direkt im Wurzelbereich gießen: Das Wasser sollte möglichst dort ankommen, wo es gebraucht wird – an den Wurzeln und nicht auf Blättern oder großen Bodenflächen.
  • Tropfbewässerung bevorzugen: Wassersparende Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt zu den Pflanzen und reduziert Verluste durch Verdunstung. Rasensprenger sollten möglichst vermieden werden.
  • Verdunstung reduzieren: Eine leicht aufgelockerte Bodenoberfläche und eine schützende Mulchschicht helfen, Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
  • Mulchen: Rindenmulch, Stroh oder Rasenschnitt schützen den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und Austrocknung.
  • Für Beschattung sorgen: Bäume, Sträucher und andere geeignete Pflanzen können den Boden beschatten und den Wasserverlust reduzieren.
  • Windschutz schaffen: Hecken und Gehölze können die Windgeschwindigkeit im Garten reduzieren und damit ebenfalls die Verdunstung verringern.

Bodenpflege „In der Kürze liegt die Würze“

  • Umgraben oder tiefes Lockern vermeiden: dies schadet dem Gartenboden mehr als es nutzt, besser ist ein leichtes Auflockern der obersten 1-2 cm der Erde. Das bricht die Bodenkapillaren auf und stoppt die Verdunstung.
  • Offene Bodenflächen vermeiden: freie Flächen z. B. mit Rasenschnitt, Stroh, Rindenmulch oder Laub dünn abdecken, das kühlt den Boden, schützt vor Austrocknung und verhindert das Absterben von wichtigen Bodenorganismen (wie z. B. Regenwürmern, Asseln).
  • Unkräuter sollten flach gejätet werden und können – sofern es keinen Samen angesetzt hat – als Bodenabdeckung (Mulchschicht) verwendet werden. Bodenarbeiten in tieferen Schichten sollte auf kühlere Tage verschoben werden.

Rasen „Weniger ist mehr“

Rasenflächen müssen bei längerer Trockenheit nicht dauerhaft grün bleiben. Auch ein ausgedorrter Rasen kann Trockenperioden überstehen und sich nach ausreichendem Niederschlag in der Regel wieder regenerieren.

  • Rasen bei großer Hitze möglichst nicht mähen oder die Schnitthöhe auf etwa fünf bis sechs Zentimeter erhöhen.
  • Nicht vertikutieren: Bei Trockenheit sollte auf das Vertikutieren verzichtet werden, da dabei die Grasnarbe geöffnet und der Boden zusätzlich der Austrocknung ausgesetzt wird.
  • Nicht den gesamten Rasen bewässern: Ein gesunder Rasen kann Trockenperioden überstehen und wird nach ausreichendem Regen häufig von selbst wieder grün.
  • Wenn Bewässerung erforderlich ist: Lieber ein- bis zweimal pro Woche gründlich und möglichst in den frühen Morgenstunden bewässern, statt täglich kleine Mengen auszubringen.

Auch im Haushalt lässt sich Wasser sparen

Nicht nur bei der Gartenbewässerung können große Mengen Trinkwasser eingespart werden. Auch im Haushalt helfen einfache Maßnahmen dabei, den Wasserverbrauch zu reduzieren.

  • Obst, Gemüse und Kartoffeln in einer Schüssel waschen: Das aufgefangene Wasser kann anschließend beispielsweise zum Gießen von Blumen verwendet werden.
  • Duschen statt Baden: Eine Dusche benötigt in der Regel deutlich weniger Wasser als ein Vollbad. Noch sparsamer ist es, das Wasser beim Einseifen von Händen, Haaren oder Körper kurz abzustellen.
  • Beim Zähneputzen und Rasieren den Wasserhahn schließen: Wasser sollte nicht unnötig laufen gelassen werden.
  • Stopptaste der Toilettenspülung nutzen: Dadurch lässt sich je nach Spülmenge Wasser einsparen.
  • Geschirrspüler vollständig beladen: Eine Spülmaschine kann im Vergleich zum Spülen von Hand Wasser sparen, sollte aber erst laufen, wenn sie vollständig gefüllt ist.
  • Waschmaschine voll beladen: Waschmaschinen möglichst nur mit voller Beladung betreiben und – sofern für die Wäsche geeignet – Spar- oder Schnellprogramme nutzen.
  • Undichte Stellen reparieren: Tropfende Wasserhähne, undichte Leitungen oder eine ständig nachlaufende Toilettenspülung können über längere Zeit große Mengen Wasser verschwenden und sollten schnellstmöglich repariert werden.


Gemeinsam Wasser schützen

Die zunehmende Trockenheit zeigt, wie wertvoll unsere Wasserressourcen sind. Jeder Beitrag zählt – ob durch die Nutzung von Regenwasser im Garten, eine angepasste Bewässerung, den Verzicht auf unnötige Rasenbewässerung oder einen bewussteren Umgang mit Trinkwasser im Haushalt.

Wasser sparen heißt Natur schützen. Gemeinsam können wir dazu beitragen, unsere Gewässer, Böden, Pflanzen und die Wasserversorgung auch für die Zukunft zu sichern.