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Ascheberger Besonderheiten

Gemälde von Adalbert Hock

Adalbert Hock, Apfelweintrinker (Kumbeer), 1922, Öl auf Leinwand, Museen der Stadt Aschaffenburg.

Im Fischerviertel wohnten früher die Aschaffenburger Fischerfamilien. Die Männer dieser Zunft wurden vom Volksmund „Kumbeern“ genannt. Ein echter Kumbeer zeichnete sich durch Beredsamkeit und Schlagfertigkeit aus. Trotz verschiedener Deutungsversuche bleibt die Herkunft der Bezeichnung Kumbeer unklar. Am Wahrscheinlichsten ist die
Herleitung aus dem Französischen: „compère“ bedeutet Kamerad, Helfer, Kumpel oder auch Fuchs oder Pfiffikus.

 

Am Mä
Draus uff’m Sand da leit e Schelch,
Den hot de Wind verschlage,
Zwä Kumbeer duhn mit lange Bääm’
Sich scho’ e Weilche plage.

Ganz langsam ritscht de Nache blouß
Im diefe gääle Sand,
Doch endlich dricke se des Oous
Bis ’nab an Wasserrand.

Am alte Leinritt schtäiht e Herr,
Guckt zu, was die da mache
Un ruft dann: „Hert, ihr liebe Leit’,
Was schaffter mit dem Nache?“

De Mathes, der hot nix gesagt,
Er hot sich blouß gebickt,
Sei’ brääte Achsel angesetzt
Un an sei’m Schelch gedrickt.

De Brückefranz schpuckt dorch de Zähn’
Verächtlich nach de Seit’
Un schennt: „Scheel’ Schinnos, siechste nit,
Deß unser Schelch uffleit?!“

De fremde Herr hot laut gelacht
Un hot kä’ Wort gesagt,
Beim Fortgeh’n riwwelt er sei’ Hend’,
Es hot’m Schpaß gemacht.

De Mathes schtumbt’n Brückefranz:
„Wie kummste mer dann vor?
Du Kühaag’, wääßte dann noch nit,
Deß des de Kenig wor?“

„Was de nit sagst!! Ei krieg’ die Krenk’,
Den hob’ ich ni’ gekennt!
Der kann sich gratelier’n – beinah’
Hett’ ich mei’ Maul verbrennt!

Zum gute Glick wor ich noch nit
In mei’m Fohrwasser drin,
Mathes, ich bin der werklich froh,
Deß ich ni’ grob wor’n bin!“

Aus: Ascheberger Sprüch’ von Gustav Trockenbrodt (1869-1904)